Am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, ist in Grillenburg bei Tharandt der Spatenstich für ein Wissenschafts- und Tagungszentrum der TU Dresden gesetzt worden. Das Projekt soll das historische Jagdschlossareal neu beleben. Vorgesehen sind Sanierung sowie Um- und Neubau; die Kosten werden mit 41 Millionen Euro angegeben, die Fertigstellung ist für 2029 geplant. Bis es so weit ist, liegt allerdings noch einiges an Arbeit vor den Beteiligten.

Grillenburg ist kein unbeschriebenes Blatt. Die Ursprünge der Jagdhausanlage auf der Lichtung reichen nachweislich bis ins 13. Jahrhundert zurück. Wahrscheinlich wurde sie erstmals 1289 als „castrum tharant cum foresta“ erwähnt; 1294 erscheint sie gemeinsam mit der Burg Tharandt als „Tarant, duo castra“. Archäologische Untersuchungen von 1935–1937 und 1980–1983 sowie erhaltene Kellergewölbe lassen mehrere Deutungen zu: eine Abtei oder Grablege, eine staufische beziehungsweise markmeißnische Jagdpfalz oder ein Pilgerhospiz am „Heiligen Weg“, dem späteren Jakobsweg. Vermutlich bestand ein enger Zusammenhang mit der benachbarten Burg Tharandt und den Meißner Markgrafen Dietrich und Heinrich.

Vom mittelalterlichen Platz zum Jagdschloss

Für eine frühe Besiedlung sprechen auch die 1225 aus Grillenburger Sandstein errichtete Goldene Pforte des Freiberger Doms, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts betriebene Sandsteinabbau und die nahe Wüstung Warnsdorf, deren Entstehung dendrochronologisch bis 1162 zurückreicht. Die älteren Anlagen zwischen den Grillenburger Teichen wurden wahrscheinlich 1429/1430 während der Hussitenkriege oder 1447/1450 in den Sächsischen Bruderkriegen bis auf die Grundmauern zerstört.

Rund 300 Jahre nach den ersten Erwähnungen machte der wettinische Kurfürst August den Ort zu seinem Jagdschloss. Mitte des 16. Jahrhunderts ließ er auf den älteren Grundmauern eine kurfürstliche Jagdanlage errichten. Die Arbeiten standen unter anderem unter der Leitung von Hans von Dehn-Rothfelser und Hans Irmisch. Grillenburg diente dabei nicht nur der Jagd, sondern auch der Erholung des Kurfürsten im Wald. Der Name soll sich von „Grillen“ im Sinn schlechter Laune ableiten – August wollte sich von eben diesen Grillen im Tharandter Wald erholen.

Zur Anlage gehörten Fürstenhaus, Jägerhaus, Schösserei, das Gesindewohnhaus „Bärenhaut“ und Stallungen. Die Hauptanlage war zwischen 1554 und 1558 fertiggestellt, das Jägerhaus 1599, die Fronfeste 1614. Beim Bau wurde auch Material der Burg Tharandt verwendet. Ursprünglich lag das Ensemble an vier Teichen, die von der Schwarzen Pfütze und der damaligen Triebisch gespeist wurden. Drei Tore und eine Holzbrücke führten hinein.

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Im 17. und 18. Jahrhundert wurde weitergebaut, besonders nach einem Brand von 1654 unter Beteiligung des Baumeisters Ezechiel Eckhardt. Durch Kriegseinwirkungen, Brände und Abrisse blieben schließlich nur die Schösserei sowie die Umfassungsmauer mit dem Colmnitzer Tor erhalten. Das Jägerhaus wurde 1720 durch eine Feldscheune ersetzt; das Fürstenhaus – abgesehen von den Kellern – und die Fronfeste brach man 1828 ab. Baumaterial wurde für den Gasthof Grillenburg verwendet.

Die Holzbrücke wich 1730 nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann, dem Baumeister des Dresdner Zwingers, einer Sandsteinbogenbrücke. Nur der Teich mit der Steinbrücke vor dem heutigen Jagdschloss ist im Originalzustand erhalten. Die heutige Biedermeierfassade entstand überwiegend bei einer Rekonstruktion von 1855 nach Plänen von Julius August Rothe; dabei wurde die Schösserei zum königlichen Jagdschloss umgebaut. Etwa zur gleichen Zeit verfüllte man drei südlich gelegene Teiche für die Landwirtschaft.

Verwaltungssitz, Königshaus und Museum

1568 wurde Grillenburg Verwaltungssitz des Amtes und der Justiz von Grillenburg-Tharandt. Das zuvor in Tharandt ansässige Amt zog hierher und hieß fortan „Amt Grillenburg“. Die Oberforst- und Wildmeisterei befand sich von 1586 bis 1852 sowie von 1873 bis 1906 in Grillenburg. Zwischen 1728 und 1813 umfasste sie die Ämter Dippoldiswalde, Freiberg, Grillenburg und Nossen. Ab 1787 wurde das Amt Grillenburg von Freiberg aus mitverwaltet, 1827 ging der Amtssitz zurück nach Tharandt. Das Justizamt Grillenburg ging 1856 im Gerichtsamt Tharandt auf.

Auch die Finanzverwaltung wechselte mehrfach: Das seit etwa 1784 als eigenes Ressort und seit 1831 als eigenständige Behörde bestehende Rentamt wurde 1856 mit dem Rentamt Dippoldiswalde in Tharandt zusammengelegt. Seine Aufgaben übernahm 1865 das Forstrentamt Tharandt. Nach 1780 siedelten sich auf Initiative des Oberforstmeisters Friedrich Wilhelm von Hopfgarten Häusler neben Gasthof, Schmiede und Mühle an. Daraus entstand später die Gemeinde Grillenburg. An Hopfgarten erinnert ein Stein mit seinem Monogramm von 1779 in der Schlossgartenterrassenmauer.

Von 1906 bis 1918 war das Jagdschloss an das sächsische Königshaus unter Friedrich August III. verpachtet. Das Finanzministerium überließ es als Forstherr für Hofjagden; das Königshaus ließ die Räume renovieren und neu einrichten. 1925 diente das Gebäude als Sächsische Bauernhochschule. Ab 1918 wurde es unter anderem als Herberge des Evangelisch-lutherischen Jungmännerbundes Sachsen und als Café mit öffentlichem Gondelbetrieb genutzt. 1935/1936 baute die Landesforstverwaltung das Schloss unter Beteiligung des Landesjagdverbandes zum „Sächsischen Jägerhof“ um. Die letzten Reste der Biedermeierausstattung verschwanden. Der Jagdsaal erhielt einen Wandfries als Nachbildung des Aufzugs der kursächsischen Jägerei; das Original hängt in der Waldschänke Moritzburg.

Im 20. Jahrhundert folgten weitere Nutzungen: Nach 1945 war das Schloss vorübergehend FDGB-Schulungsheim. Ab 1953 nutzte die Technische Hochschule Dresden, seit 1961 Technische Universität Dresden, das Gebäude für die Fachrichtung Forstwissenschaften Tharandt. 1966 eröffnete eine Forstliche und Jagdkundliche Lehrschau. Daraus wurde später die „Sammlung Tharandt – Museum des Waldes“ der TU Dresden, die seit 2004 von der Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt betrieben wurde.

Wegen notwendiger Bauarbeiten zog die Akademie am 16. Juni 2009 zunächst für zwei Jahre in den Nobbe-Bau der TU Dresden in Tharandt. Bis Ende Februar 2016 folgte ein weiterer Umzug nach Dresden. Das Museum schloss; die Exponate wurden nach Tharandt, Kurort Hartha und Langburkersdorf ausgelagert und waren zunächst nicht öffentlich zugänglich. Die Tierpräparate schenkte man im Februar 2016 dem Naturkundemuseum Potsdam. Weitere Exponate gab die TU Dresden als Leihgaben an das Osterzgebirgsmuseum im Schloss Lauenstein und das Afrikahaus in Sebnitz.

Der Weg des Areals war damit aber noch lange nicht entschieden. Das sächsische Kabinett beschloss am 25. Januar 2011, die gesamte Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt zum 1. Januar 2014 nach Grillenburg zu verlegen. Später wurde der Termin auf den 1. Januar 2017 verschoben. Bis August 2024 war der Umzug weder in der Stiftungssatzung noch tatsächlich umgesetzt; seit Februar 2014 lag dazu eine Sammelpetition der Grillenburger Einwohner beim Sächsischen Landtag vor.

Nach der Entkernung des Dachgeschosses 2010 wurde 2011 das Schlossdach saniert und als Kaltdach neu ausgeführt. Die massiven Gauben von 1855 im Schlosshof verschwanden, auf dem erneuerten Turm wurde eine Nachbildung der Wetterfahne von 1730 angebracht. Weitere Arbeiten waren im Doppelhaushalt 2015/2016 vorgesehen, wurden aber nicht umgesetzt. Eine Nutzung des Neuen Jägerhauses beziehungsweise der Forstlichen Ausbildungs