Für die Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) steht am 25. September 2026 der nächste Warnstreik an. Ver.di hat die Beschäftigten zu dem Ausstand aufgerufen, nachdem auch die dritte Verhandlungsrunde am 23. September ohne Ergebnis blieb. Bei der VKP werden voraussichtlich die meisten Busse im Depot bleiben; einige wenige Linien sollen fahren. Eine genaue Liste der Ausfälle veröffentlicht das Unternehmen online.

Für rund 1.800 Beschäftigte geht es um mehr Geld und eine jährliche Sonderzahlung. Ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Gehalt sowie 650 Euro pro Jahr ausschließlich für Gewerkschaftsmitglieder. Der Kommunale Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein (KAV SH) hat sein Angebot nach eigenen Angaben von 4,4 auf 5 Prozent erhöht. Die Steigerung soll in zwei Stufen erfolgen, die Laufzeit des Angebots beträgt zwei Jahre.

Streit über Geld und gleiche Bezahlung

KAV-Verhandlungsführer Jan Jacobsen hält die Forderungen von ver.di für finanziell nicht umsetzbar. Der öffentliche Nahverkehr habe bereits große Finanzierungsprobleme. Ver.di-Nord-Verhandlungsführer Sascha Bähring sieht zwar Bewegung auf Arbeitgeberseite, bewertet das Angebot aber weiterhin als unzureichend. Zwei Arbeitgeberangebote hat die Gewerkschaft in den bisherigen Runden abgelehnt.

Besonders umstritten ist die Sonderzahlung. Der KAV lehnt 650 Euro nur für Gewerkschaftsmitglieder ab. Eine solche Regelung sei mit den Satzungsbestimmungen des Verbands nicht vereinbar und deshalb rechtlich unzulässig, erklärte der KAV. Er beruft sich auf den Grundsatz „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“.

Am 29. September sollen die Tarifverhandlungen weitergehen. Scheitert auch die vierte Runde, kündigt ver.di laut Bähring einen fünftägigen Warnstreik an. Betroffen wären dann die kommunalen Busbetriebe in Kiel, Neumünster, Lübeck und Flensburg.

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Busverkehr schon mehrfach lahmgelegt

Beim Warnstreik am Montag waren die kommunalen Busverkehre in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster ab 3 Uhr betroffen. Rund 1.800 Beschäftigte streikten bis zum Betriebsende in der Nacht auf Dienstag. Ver.di wollte damit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Für Fahrgäste bedeutete das: umplanen, warten, laufen – und gelegentlich ziemlich ratlos an der Haltestelle stehen.

Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) hatte anlässlich des Montagsstreiks zu einem schnellen Ende des Konflikts aufgerufen. Das Streikrecht sei ein hohes Gut, sagte er, zugleich brauche es Augenmaß. Der Frust der Pendlerinnen und Pendler sei bereits groß.

Schon in der zweiten Septemberwoche hatten die VKP sowie Beschäftigte der Busunternehmen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster gestreikt. Anlass war die gescheiterte zweite Verhandlungsrunde für den kommunalen Nahverkehr in Schleswig-Holstein. Ver.di bezeichnete das damalige Arbeitgeberangebot als „unakzeptabel“ und die Gespräche als nicht zielführend. Der Arbeitgeberverband sprach dagegen von einem großzügigen Kompromiss.

KAV-Geschäftsführer Jan Jacobsen sagte damals, bei ver.di liege der Schwerpunkt inzwischen offenbar auf Arbeitskampfmaßnahmen und nicht auf der Fortsetzung der Verhandlungen. Den Montagsstreik kritisierte er ebenfalls als unnötige Belastung für die Fahrgäste. Die Tarifverhandlungen laufen seit August.

Ver.di fordert zwölf Monate Laufzeit

Ver.di Nord hatte bereits zu einem zweitägigen Warnstreik am Dienstag, 8. September 2026, und Mittwoch, 9. September 2026, aufgerufen. Betroffen waren die KVG in Kiel, der Stadtverkehr Lübeck, Aktivbus in Flensburg und SWN in Neumünster. Im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag (ETV) beteiligten sich auch die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe Kreis Plön GmbH.

In beiden Tarifbereichen fordert ver.di 6,5 Prozent mehr Entgelt für alle Beschäftigten, eine Laufzeit von zwölf Monaten und eine jährliche ver.di-Vorteilsregelung von 650 Euro für Gewerkschaftsmitglieder. Warnstreiks beginnen in der Regel mit dem Betriebsbeginn und enden am letzten Streiktag mit dem Betriebsende, regional sind Abweichungen möglich. Die Tarifkommission hatte die zweite Verhandlungsrunde, die an einem Donnerstag mit einem aus ihrer Sicht unzureichenden Arbeitgeberangebot endete, einstimmig als nicht zielführend bewertet und die Arbeitsniederlegungen beschlossen.

Hinter dem Konflikt steckt mehr als die nächste Lohnrunde

Wie hart die Fronten im Nahverkehr sind, zeigt auch ein Blick auf die Tarifrunde im kommunalen Nahverkehr Sachsen-Anhalts. Dort fand die erste Verhandlungsrunde am 14. Januar 2026 statt. Laut ver.di erklärten die Arbeitgeber eine Arbeitszeitverkürzung für „nicht zeitgemäß“ und brachten stattdessen eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 42 Stunden ins Spiel. Außerdem ging es um eine Kürzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und um die Aufhebung des Kündigungsschutzes in seiner bisherigen Form.

Begründet wurde das mit der angespannten Finanzlage der Kommunen. Die Arbeitgeber erklärten laut dem ver.di-Artikel, sie könnten derzeit keine Verbesserungen umsetzen. Für Beschäftigte ist der Alltag ohnehin kein Spaziergang: Schicht- und Nachtarbeit, Wochenenddienste, Personalmangel und Überstunden gehören vielerorts dazu. Ver.di berichtet, dass Mitarbeitende deshalb seit Jahren unter gesundheitlich belastenden Bedingungen arbeiten und den Beruf verlassen.

Die Unterfinanzierung der Kommunen und des öffentlichen Nahverkehrs beschreibt ver.di als politisch verursacht. Bund und Länder würden nicht ausreichend gegensteuern. Der Verband fordert seit Jahren eine Reform der ÖPNV-Finanzierung und bessere Arbeitsbedingungen und ruft Beschäftigte dazu auf, sich zu informieren, zusammenzuhalten und sich auf gemeinsame Aktionen vorzubereiten. Weitere Verhandlungstermine oder konkrete Maßnahmen nennt der Artikel nicht.

Auf dem Campus der Uni Kiel dürfte der Blick am 24. September 2026 trotzdem erst einmal auf den Fahrplan gehen. Ob der Bus kommt, entscheidet sich vielerorts nicht an der Haltestelle, sondern am Verhandlungstisch.