40 Jahre CAU und Zhejiang University: Gemeinsame Forschung für Nachhaltigkeit und KI
Vier Jahrzehnte Hochschulpartnerschaft: Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und die Zhejiang University (ZJU) in Hangzhou haben am 27. und 28. Oktober 2026 auf ihre langjährige Verbindung geblickt. Zu diesem Anlass besuchte eine Delegation der Zhejiang University die CAU. Im Mittelpunkt standen die Würdigung der Zusammenarbeit, neue gemeinsame Aktivitäten in Forschung und Lehre sowie der Studierendenaustausch.
Am 28. Oktober würdigte auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther in Kiel das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft mit der chinesischen Provinz Zhejiang. Bei einem festlichen Abendessen kamen rund 90 Gäste zusammen, darunter die Delegation aus Hangzhou unter Leitung von Vizegouverneur He Zhongwei und langjährige Wegbegleiter der Partnerschaft.
Nachhaltigkeit im Mittelpunkt
Das Chinazentrum der CAU hatte bereits am 27. Oktober das wissenschaftliche Symposium „Towards New Horizons: Promoting Cooperation in Research on Sustainability“ veranstaltet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Universitäten diskutierten aktuelle Fragen der Nachhaltigkeitsforschung, tauschten wissenschaftliche Perspektiven aus und loteten neue Möglichkeiten gemeinsamer Forschung aus. Viel Stoff also – und vermutlich nicht nur für eine Kaffeepause.
In der Seeburg begrüßte CAU-Vizepräsident Prof. Dr. Ralph Schneider die chinesische Delegation. Er bezeichnete die Zhejiang University als eine der renommiertesten und forschungsstärksten Universitäten Chinas, die international hohe wissenschaftliche Anerkennung genieße. Zugleich hob Schneider die über viele Jahre gewachsenen vertrauensvollen Beziehungen und die enge Zusammenarbeit beider Universitäten hervor. Die CAU und die Zhejiang University arbeiten seit vier Jahrzehnten in der Forschung zusammen.
Günther betonte beim festlichen Abendessen die Vernetzung von Hochschulen, Unternehmen und Kulturinstitutionen. Neben der CAU und der Zhejiang University unterhält auch die Technische Hochschule Lübeck intensive Austauschprogramme mit Zhejiang; weitere Hochschulen Schleswig-Holsteins sind ebenfalls beteiligt.
Von der Forschung bis zur Künstlichen Intelligenz
Die Verbindung reicht längst über die Hochschulen hinaus. Das Schleswig-Holstein Business Center in Hangzhou hat seit 1996 zahlreiche Unternehmensansiedlungen in China ermöglicht. Kulturelle Kooperationen umfassen unter anderem Ausstellungen, musikalische Veranstaltungen und regelmäßige Delegationsbesuche.
Beide Partner wollen ihre Zusammenarbeit in Wirtschaft, Bildung, Forschung, Digitalisierung und nachhaltigen Technologien ausbauen. Bekräftigt wurde das nach der 13. Sitzung der gemeinsamen Schleswig-Holstein-Zhejiang-Förderkommission in einem Memorandum.
Die Sitzung leitete Dirk Schrödter, Minister und Chef der Staatskanzlei. Als Ziele nannte er gemeinsame Antworten auf den Klimawandel und globale Gesundheitskrisen sowie gemeinsame Regeln für neue Technologien wie Künstliche Intelligenz. Zhejiang gilt als bedeutender Standort für digitale Innovationen und Künstliche Intelligenz.
Begründet wurde die Partnerschaft am 20. April 1986 durch eine Vereinbarung zwischen Zhejiang und Schleswig-Holstein. Seitdem entwickelte sich die Zusammenarbeit insbesondere in Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie, Umwelt, erneuerbaren Energien, Bildung, Tourismus und Gesundheitswirtschaft. Seit 2024 gehören auch Künstliche Intelligenz und Digitalisierung zu den Feldern.
Ein festes Gremium mit wechselnder Besetzung
Seit 1995 koordiniert die gemeinsame Förderkommission die Zusammenarbeit. Sie tagt alle zwei Jahre abwechselnd in Schleswig-Holstein und China und besteht aus 16 Mitgliedern – jeweils acht aus Schleswig-Holstein und Zhejiang.
Auf schleswig-holsteinischer Seite wird die Kommission aktuell von Dirk Schrödter geleitet. Weitere Mitglieder sind Bildungsministerin Dorit Stenke, die Staatssekretäre Guido Wendt, Julia Carstens und Joschka Knuth sowie Vertreter der WTSH, der TH Lübeck und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Zhejiang benennt seine Kommissionsmitglieder abhängig von den jeweiligen Themen. Eine dauerhaft festgelegte Besetzung gibt es dort nicht. Das klingt zunächst etwas beweglich, passt aber zu einer Partnerschaft, die inzwischen ziemlich viele Bereiche unter einen Hut bringen muss – vom Studierendenaustausch bis zu nachhaltigen Technologien.
Die nächsten Gespräche dürften deshalb nicht nur in Hörsälen stattfinden. Wenn Forschung, Wirtschaft, Kultur und Politik weiter so eng zusammenspielen, wird aus dem runden Jubiläum schnell der nächste Arbeitsauftrag.
