Die Zukunft der Stromnetze: Thüringen setzt auf innovative Softwarelösungen!
Die Zukunft der Stromnetze steht im Fokus der Veranstaltung „The smarter E Europe“, die vom 23. bis 25. Juni 2026 in München stattfindet. Am Thüringer Gemeinschaftsstand der LEG Thüringen, Halle B5, Stand 260, präsentiert die Technische Universität Ilmenau spannende Entwicklungen, die die Stabilität und Sicherheit von Stromnetzen mit erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt rücken. Hierbei wird die neue Softwarelösung vorgestellt, die präzise Fehlerstromanalysen in Gleichstromnetzen ermöglicht. Die Innovationen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiewende in Deutschland einen zügigen Ausbau erneuerbarer Energien sowie einen stabilen Netzbetrieb erfordert.
Mit der steigenden Integration von Wind- und Solarkraft in die Versorgungsnetze steigen auch die Anforderungen an Marktteilnehmer und Netzbetreiber. Diese müssen neue Herausforderungen meistern, um eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hebt hervor, dass herkömmliche Kraftwerke zunehmend durch erneuerbare Erzeugungs-, Speicher- und Verbrauchsanlagen ersetzt werden müssen, um die erforderlichen Systemdienstleistungen zu erbringen. Damit wird eine flexible und effiziente Gestaltung der Netzbetreiber gefordert.
Interdisziplinäre Lösungen für komplexe Herausforderungen
Die neu entwickelte Simulations- und Visualisierungsplattform, die im Rahmen des Projekts VERNEDCT am Thüringer Energieforschungsinstitut (ThEFI) entstanden ist, verfolgt das Ziel, dezentrale Erzeugungsanlagen wie Windparks und Solaranlagen nahtlos mit Verbrauchern zu verbinden. Zudem bietet sie ein flexibles Netzdesign und ermöglicht eine ressourceneffiziente Steuerung von Strömen und Spannungen. Prof. Dirk Westermann, Direktor des ThEFI, betont die Herausforderungen, die sich aus der Komplexität der Fehlerstromanalyse ergeben, insbesondere im Hinblick auf die Isolierung von Fehlern und die Dimensionierung von Betriebsmitteln.
Ein elementarer Bestandteil der Software VERNEDCT ist die Fähigkeit, große urbane Gleichstromnetze mit vielen Netzknoten schnell zu analysieren. Dies stellt einen entscheidenden Fortschritt dar, da der aktuelle „elektrotechnische Wandel“ nicht nur neue Lösungen für den Netzbetrieb und die Systemstabilität erfordert, sondern auch die Risiken durch die zunehmende Digitalisierung und die Vielzahl angeschlossener Anlagen erhöht. Diese Entwicklungen sind nicht nur für lokale Netzbetreiber von Bedeutung, sondern haben Auswirkungen auf das gesamte Versorgungssystem in Deutschland.
Der Blick in die Zukunft
Das Forschungsprojekt VERNEDCT bringt Wissenschaftler aus sechs Fachgebieten der TU Ilmenau zusammen und wirkt im Rahmen des Masterstudiengangs für Elektrische Energiesysteme, der sich auf Netzstabilität und die Integration erneuerbarer Energien fokussiert. Ziel dieses Studiengangs ist es, Fachkräfte für die Energiewirtschaft, Industrie und Forschung auszubilden. Die Gründung des Thüringer Energieforschungsinstituts wurde eingerichtet, um die Kompetenzen aus zwölf unterschiedlichen Fachbereichen zu bündeln und innovative, interdisziplinäre Lösungen zu fördern.
Die Bundesregierung hat im Kontext der Energiewende die „Roadmap Systemstabilität“ entwickelt, um einen Fahrplan für einen sicheren Systembetrieb mit 100% erneuerbaren Energien zu erstellen. Ein zentraler Bestandteil dieser Roadmap ist der alle zwei Jahre erscheinende Systemstabilitätsbericht der Übertragungsnetzbetreiber, der den Bedarf an Systemdienstleistungen für die nächsten zehn Jahre quantifiziert. Derartige Maßnahmen sind unerlässlich, um die Herausforderungen der Energiewende zu bewältigen und die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.
Für weitere Informationen über das Projekt und zur Kontaktaufnahme steht Prof. Dirk Westermann telefonisch unter +49 3677 69-1761 oder per Email unter dirk.westermann@tu-ilmenau.de zur Verfügung.
Die Teilnehmer der Messe dürfen sich auf spannende Einblicke in die Zukunft der Energieversorgung freuen, während Entwickler, Wissenschaftler und Unternehmensvertreter gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen von morgen arbeiten.
Weitere Details finden Sie in den Artikeln von TU Ilmenau und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
