August 2026 zwischen Hitze, Trockenheit und Unwettergefahr
Wer im August 2026 auf stabile Sommerwochen gehofft hat, könnte auf seine Kosten kommen – zumindest, wenn die Wettermodelle recht behalten. Sowohl das europäische ECMWF-Modell als auch das US-amerikanische NOAA-Modell erwarten einen überdurchschnittlich warmen Monat. Für Deutschland berechnet ECMWF eine Abweichung von etwa 3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel, am deutlichsten in der Südhälfte.
Der Start dürfte zunächst trocken, sommerlich bis heiß verlaufen. Gegen Monatsende wird es voraussichtlich unbeständiger. Ein Unwettertief westlich von Deutschland über der Biskaya kann Portugal und Frankreich zunächst kräftige Gewitter und große Regenmengen bringen. Seine Ausläufer könnten anschließend Deutschland erreichen. Vor allem im Westen und Südwesten steigt dann die Gefahr örtlich heftiger Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen.
Zwischen Hitze, Gewittern und Trockenheit
Die anhaltende Trockenheit macht die Vegetation anfällig. Bei starken Sturmböen könnten Bäume leichter umstürzen. Ob die erwarteten Regenfälle die Trockenheit in Deutschland nachhaltig lindern, bleibt offen – ein paar nasse Stunden sind eben noch keine Entwarnung.
Wie wechselhaft ein August ausfallen kann, zeigte sich 2025. Die erste Woche war regnerisch, windig und regional gewittrig; meist wurden 20 bis 25 Grad erreicht. In der zweiten Augustwoche setzte sich eine Hitzewelle mit deutlich über 30 Grad fest. Danach gingen die Temperaturen spürbar zurück, Schauer und Gewitter breiteten sich aus. In Süddeutschland kam es örtlich zu Unwettern und Überflutungen. In der letzten Augustwoche wurden regional noch einmal etwa 30 Grad gemessen, bevor der Monat vergleichsweise kühl und wechselhaft endete.
Als Vergleich dient die Referenzperiode von 1961 bis 1990. Damals lag das Augustmittel bei 16,5 Grad. Der August 2025 kam auf 18,1 Grad, also auf eine Abweichung von +1,6 Grad. 2024 waren es 20,0 Grad (+3,5 Grad), 2023 18,3 Grad (+1,8 Grad), 2022 20,3 Grad (+3,8 Grad), 2021 16,4 Grad (−0,1 Grad), 2020 19,9 Grad (+3,4 Grad), 2019 19,0 Grad (+2,5 Grad), 2018 20,0 Grad (+3,5 Grad), 2017 17,9 Grad (+1,4 Grad), 2016 17,9 Grad (+1,4 Grad), 2015 19,9 Grad (+3,4 Grad), 2014 16,0 Grad (−0,5 Grad), 2013 18,0 Grad (+1,5 Grad), 2012 18,5 Grad (+2,0 Grad), 2011 17,8 Grad (+1,3 Grad) und 2010 16,7 Grad (+0,2 Grad).
Der August war in den vergangenen Jahren damit meist wärmer als das langjährige Mittel. Knapp zu kühl fiel nur der August 2021 mit 16,4 Grad aus. Besonders warm waren 2022 und 2024.
Rekordhitze und die Folgen des Sommers
Der August 2003 bleibt mit 20,6 Grad und einer Abweichung von mehr als 4 Grad der wärmste August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die damalige Hitzewelle führte in Europa zum Tod Tausender Menschen. Als Ursache werden häufige Omega-Wetterlagen genannt.
Am 7. August 2015 wurden in Kitzingen 40,3 Grad gemessen. Damit wurde der damalige deutsche Temperaturrekord vom 5. Juli 2015 vorübergehend eingestellt. Als aktueller Deutschlandrekord werden 41,8 Grad genannt, gemessen am 26. Juni 2026. Auch die Augustmonate 2015, 2018 und 2020 zählen zu den wärmsten seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen 1881. 2018 hielt die bereits im Juli begonnene Hitze an; in Langenlipsdorf wurden 38,4 Grad erreicht.
Der Sommer 2026 gehörte nach einer vorläufigen Auswertung des Deutschen Wetterdienstes zu den wärmsten seit Beginn flächendeckender Messungen. Auffällig waren die Wetterextreme: Die Hitzewelle im Juni brachte zeitweise deutlich mehr als 40 Grad und tropische Nächte, in denen die Luft kaum abkühlte. Der DWD führt ihre Intensität auch auf den Klimawandel zurück. Eine vom DWD zitierte Attributionsstudie kommt zu dem Schluss, dass eine Hitzewelle dieses Ausmaßes ohne den Klimawandel statistisch unmöglich gewesen wäre. Attributionsstudien untersuchen, wie der menschengemachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Stärke einzelner Wetter- oder Klimaextreme verändert.
Trocken war der Sommer vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands. Die Pegelstände des Rheins sanken zeitweise stark, Güterschiffe konnten nicht mehr oder nur mit geringer Ladung fahren. Im August brannte es im Hürtgenwald in der Eifel eine Woche lang großflächig. Bei den Sonnenstunden dürfte sich der Sommer 2026 laut DWD unter die sonnenreichsten seit Beginn der Aufzeichnungen einreihen.
Auch die gesundheitliche Bilanz ist schwer: Nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts starben bis Mitte August etwa 15.800 Menschen durch Hitze. Rund 9.600 Todesfälle entfielen auf die Extremhitze Ende Juni, weitere etwa 4.000 auf die hohen Temperaturen in den ersten beiden Augustwochen. Das RKI bezeichnete diese Angaben als konservative Schätzungen.
Was im August normalerweise passiert
Im langjährigen Mittel bringt der August 16,5 Grad, 77 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und 197 Sonnenstunden. Die Sonnenscheindauer liegt deutschlandweit also bei knapp 200 Stunden. Kräftige Gewitter und Unwetter gehören ebenso zum Monat wie stabile Schönwetterphasen während der Hundstage, die bis zum 23. August dauern.
Statistisch ist die erste Augusthälfte wärmer und beständiger als die zweite. Kein Wunder, dass die ersten beiden Wochen bei Urlaubern beliebt sind. Anfang August haben alle Bundesländer gleichzeitig Sommerferien – an Autobahnen und Badeseen merkt man das oft schneller als am Kalender.
Im Süden sind Temperaturen um 30 Grad nicht ungewöhnlich. In den Abendstunden kann es allerdings, vor allem in der letzten Augustdekade, rasch abkühlen. Der August gehört nach Juni und Juli zu den niederschlagsreichsten Monaten. Im Norden ist er häufig sogar der wärmste Monat des Jahres; in den meisten übrigen Regionen Deutschlands übernimmt diese Rolle der Juli.
Meer, Nebel und der erste Frost
Nord- und Ostsee bieten im August statistisch gute Bedingungen für Sommerurlaub. Am Kap Arkona auf Rügen wurden bis zu 353 Sonnenstunden in einem August verzeichnet. An den Küsten ist der August meist der wärmste Monat des Jahres. Das liegt an der hohen Wärmekapazität des Wassers: Nord- und Ostsee erwärmen sich langsamer als das Land, speichern die Wärme aber länger. Die höchsten Wassertemperaturen werden deshalb erst im August erreicht, durchschnittlich liegen beide Meere dann bei etwa 17 Grad. Das verschiebt auch das Temperaturmaximum der angrenzenden Küstenregionen in diesen Monat.
Im Binnenland kann der Übergang vom Hochsommer zum Spätsommer beziehungsweise Herbst dagegen schnell gehen. Ende August treten häufiger Nebelfelder auf. Der sinkende Sonnenstand verlängert die Nächte, während die Tage im Monatsverlauf knapp zwei Stunden kürzer werden. Die Temperaturen in der Atmosphäre gehen allmählich zurück. Bei klaren Nächten und einströmender polarer Luft ist sogar erster Frost möglich – während andernorts noch jemand mit nassen Haaren vom Badesee heimradelt.
