Heute, am 24. Juni 2026, hat sich Berlin einen bedeutenden Schritt in der Klimaanpassungspolitik gesetzt. Professorin Gabriele G. Kiefer ist Mitglied im neu gegründeten Wissenschaftlichen Beirat für Klimaanpassung der Stadt. Dieses Expertengremium wurde vom Senat eingesetzt, um die Klimaanpassungspolitik sowohl fachlich zu begleiten als auch die Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse in politische Entscheidungen zu fördern. Ziel ist es, die Effektivität der Klimaanpassungsmaßnahmen zu erhöhen.

Der Berliner Klimaanpassungsgesetz, auch bekannt als das BäumePlus-Gesetz, legt fest, dass die Stadt bis 2040 über eine Million Bäume haben soll – mehr als doppelt so viele wie aktuell. Die Umsetzung dieses Gesetzes wird auf etwa 3,2 Milliarden Euro über einen Zeitraum von 15 Jahren geschätzt, wobei die jährlichen Kosten rund 213 Millionen Euro betragen.

Vielschichtige Ziele des Gesetzes

Das Gesetz zielt darauf ab, den Baumbestand in der Stadt erheblich zu erweitern. Darüber hinaus sollen „Kühlinseln“ geschaffen, die Grünflächen verbessert und ein optimiertes Regenwassermanagement nach dem Schwammstadt-Prinzip eingeführt werden. Laut dem Gesetz, das am 7. November 2025 beschlossen und am 21. November 2025 in Kraft trat, müssen bis zum 31. Dezember 2027 bereits 440.000 Straßenbäume gepflanzt werden.

Zusätzlich sieht das Klimaanpassungsgesetz vor, dass alle 15 Meter an Straßen ein gesunder Baum stehen soll. Auch die Bürger sollen in einem Abstand von maximal 500 Metern Zugang zu mindestens einer mindestens einen Hektar großen Grünanlage haben.

Wissenschaftlicher Beirat und seine Mitglieder

Der Beirat besteht aus Fachleuten in den Bereichen Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Klimaforschung, Gesundheitswissenschaften und Infrastruktur. Zu den weiteren Mitgliedern zählen Professor Alexander Buttgereit, Professorin Claudia Traidl-Hoffmann, Dr. Julia Teebken und Professor Martin Berchtold.

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Die erste Sitzung des Beirats findet am 30. Juni 2026 statt. Professorin Kiefer hat bereits im Jahr 2025 beim Kuratieren des deutschen Beitrags zur 19. Architekturbiennale in Venedig die urbane Klimakrise und die klimaresiliente Stadtentwicklung thematisiert. Diese Erfahrungen könnten sich als wertvoll für die Arbeit des Beirats erweisen.

Der Weg zum Klimaanpassungsgesetz

Das Klimaanpassungsgesetz war das Ergebnis einer langen und intensiven politischen Debatte. Es basiert auf der Bürgerinitiative „Volksentscheid Baum“, die im August 2023 von Heinrich Strößenreuther gegründet wurde. Erst im Rahmen von Gesprächen zwischen der Initiative, dem Senat und den Fraktionen von SPD und CDU fand man eine Einigung. So wurde das Gesetz am 3. November 2025 in einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses beschlossen, nachdem der Senat die Übernahme des Gesetzes am 1. Juli 2025 abgelehnt hatte.

Dieser umfassende Plan zur Klimaanpassung in Berlin spiegelt nicht nur das Engagement der Stadt für Umweltschutz und nachhaltige Stadtentwicklung wider, sondern auch die dringliche Notwendigkeit, sich den Herausforderungen des Klimawandels auf allen Ebenen zu stellen.