Eine neue internationale Studie, geleitet von Prof. Dr. Katja Siefken und einem Team von Fachleuten, beleuchtet den anhaltenden Bewegungsmangel weltweit. Laut der Studie, die in Medical School Hamburg veröffentlicht wurde, bleibt der Bewegungsmangel seit über zwei Jahrzehnten auf einem konstant hohen Niveau. Obwohl die politische Aufmerksamkeit für dieses Thema zunimmt, zeigen nationale Strategien zur Bewegungsförderung nur begrenzte Fortschritte.
Die Analyse von Politikdokumenten aus rund 200 Ländern offenbart eine erhebliche Umsetzungslücke. In Fallstudien mit internationalen Fachexperten wird deutlich, dass Bewegungsförderung in der Politik häufig eine geringe Priorität hat. Der Beitrag in Nature Health hebt zentrale strukturelle Herausforderungen hervor und formuliert konkrete Ansatzpunkte, um die politische Priorisierung von Bewegung zu stärken. Die Ergebnisse betonen die essenzielle Bedeutung von Bewegung für die Gesundheit von Menschen, der Gesellschaft und der Umwelt.
Aktuelle Bewegungsgewohnheiten in Deutschland
Trotz wachsender Bemühungen bewegen sich Deutsche nach wie vor zu wenig und verfehlen die empfohlenen Mindestwerte für körperliche Aktivität. Der leichte Aufwärtstrend in der Bewegungsaktivität spiegelt sich in den Diskussionen, die während der Statuskonferenz Bewegung, Sport und Gesundheit der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) stattfanden.
Silke Heinemann, Leiterin der Abteilung 3 im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), betonte die wichtige Rolle von Prävention, die im Koalitionsvertrag verankert ist. Bewegungsförderung wird als zentral für die Gesundheitsförderung und Prävention hervorgehoben, da ein körperlich aktiver Lebensstil chronischen Erkrankungen vorbeugt und das Risiko von Erwerbsunfähigkeit sowie Pflegebedürftigkeit reduziert.
- BMG plant Vereinbarungen zu konkreten Maßnahmen der Bewegungsförderung umzusetzen.
- Ute Schwartz, Leiterin des Referats 325 im BMG, hebt die Notwendigkeit sorgt für sektorenübergreifende Zusammenarbeit hervor.
- Kirsten Kappert-Gonther (Grüne) unterstreicht das Potenzial von Bewegung für die körperliche, seelische und soziale Gesundheit.
- Die Fragmentierung der Angebotslandschaft soll überwunden werden, um bessere Vernetzung und Zugänge zu ermöglichen.
Zusätzlich wurden verschiedene Projekte aus den Bereichen Kommunales, Bildung und Arbeitswelt vorgestellt. Einig sind sich die Fachleute darüber, dass der Erhalt und Ausbau vorhandener Sportstätten eine wichtige Rolle spielt. Marcus Schneider, Leiter der Abteilung Gesundheit beim GKV Spitzenverband, regte an, sogenannte „Rezepte für Bewegung“ auszustellen.
Abschließend wurde die Notwendigkeit für mehr Aufmerksamkeit für das Thema Bewegung sowohl in der Bevölkerung als auch auf politischer Ebene betont. Angelika Baldus, Vorständin im DVGS, argumentierte für die Wichtigkeit von Verzahnung und Steuerung, um viele Menschen in Deutschland zu erreichen. Nationale Steuerung und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Lebenswelten und Ressorts sind entscheidend, um die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig zu fördern.
Für weitere Informationen zu den Details dieser Studie und den aktuellen Entwicklungen im Bereich Bewegungsförderung können Sie den Bericht auf RKI sowie die Neugestaltung von Bewegungsangeboten auf Ärzteblatt nachlesen.