Ein innovatives Projekt aus Bielefeld könnte bald die Welt der Mikroskopie revolutionieren. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Henning Ortkraß und Dr. Marcel Müller plant die Gründung eines Start-ups zur Entwicklung eines neuartigen, kompakten Mikroskops mit dem Namen „Lightweaver“. Diese Initiative wird mit 1,15 Millionen Euro aus dem EXIST-Forschungstransfer-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt, wie aktuell.uni-bielefeld.de berichtet.

Mit einem Bildfeld, das mehr als zehnmal größer ist als bei bestehenden Mikroskopsystemen, soll der „Lightweaver“ in der Lage sein, Prozesse auf Subzellebene sichtbar zu machen. Dank seiner kompakten Grundfläche von nur 40 x 60 cm eignet sich das Mikroskop für den Betrieb auf Laborbänken, was eine flexible Anwendung in verschiedenen Forschungsumgebungen ermöglicht.

Technologische Innovation und Forschungsschwerpunkte

Ein zentrales Merkmal des „Lightweaver“ ist die innovative Technologie, die eine Auflösung unterhalb des Beugungslimits durch strukturierte Beleuchtung erreicht. Diese Methode könnte bahnbrechende Erkenntnisse in der Biomedizin und Pharmazie ermöglichen. Insbesondere wird das Mikroskop für die Untersuchung von Medikamentenverstoffwechselung und Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen eingesetzt, was für die Pharmaindustrie von größtem Interesse ist.

Die ersten Anfragen für den „Lightweaver“ stammen bereits von namhaften akademischen Einrichtungen wie der Universität Oxford und der Johns-Hopkins-Universität. Auch Unternehmen der Pharmaindustrie, darunter Bayer CropScience und Partex.AI Labs GmbH, zeigen großes Interesse an dem neuen Mikroskop.

Zielsetzung und zukünftige Entwicklungen

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf der Verbesserung des Verständnisses von Medikamentenreaktionen, insbesondere in Zusammenhang mit Leberzellen. Der anvisierte Prototyp des Mikroskops wird potenziellen Kunden präsentiert, um deren Interesse weiter zu fördern.

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Das EXIST-Förderprogramm für das Bielefelder Team läuft über einen Zeitraum von 18 Monaten und endet im Dezember 2027. Das Hauptziel ist der Markteintritt des „Lightweaver“ sowie die Entwicklung weiterer Demonstrationsmodelle.