Grüner Wasserstoff: Innovationsbesuch von Brantner am KIT in Karlsruhe!
Am 23. Juli 2026 besuchte Franziska Brantner, die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und Bundestagsabgeordnete, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Ihr Interesse galt den Forschungsergebnissen des Ausgründungsprojekts Photreon, das am Institut für Mikroverfahrenstechnik (IMVT) entwickelt wurde. Photreon hat sich der Aufgabe verschrieben, grünen Wasserstoff aus Sonnenlicht und Wasser zu gewinnen, ohne die herkömmlichen Mittel wie Photovoltaikanlagen oder Elektrolyseure einsetzen zu müssen. KIT berichtet, dass Brantner während ihres Besuchs mit Professor Thomas Hirth, Vizepräsident für Transfer und Internationales des KIT, Dr. Zoe Mayer, Karlsruher Bundestagsabgeordnete, sowie Professor Roland Dittmeyer, dem Leiter des IMVT, intensive Gespräche führte.
Photreon stellte einen Prototyp eines innovativen Photoreaktorpaneels vor, das Wasser mittels Sonnenlicht in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Diese Technologie zielt darauf ab, die Herstellung von grünem Wasserstoff kostengünstiger und effizienter zu gestalten. Ein zentrales Anliegen von Brantner war die Unterstützung und die notwendigen Strukturen für junge Unternehmen, um Forschungsideen in marktfähige Produkte umzusetzen und eine Technologieführerschaft zu erreichen.
Innovative Technologie zur Wasserstofferzeugung
Die Technologie von Photreon nutzt Photokatalyse, um Licht direkt für chemische Reaktionen zur Wasserstoffproduktion zu verwenden. Dies eliminiert den Bedarf an Elektrolyseuren und reduziert den Stromverbrauch und die Komplexität der Wasserstoffherstellung erheblich. Laut Renewable Carbon wird grüner Wasserstoff als Schlüssel zur klimafreundlichen Transformation der Industrie und des Energiesystems angesehen. Photreon hat ein patentiertes Design des Photoreaktorpaneels entwickelt, das Licht effizient lenkt und chemische Reaktionen optimiert. Das Paneel hat eine Fläche von einem Quadratmeter und ist aus kostengünstigen Materialien gefertigt, was eine Serienproduktion ermöglicht.
Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist ihr modularer Ansatz. Dadurch kann die Wasserstoffproduktion sowohl für mittelständische Unternehmen als auch für großflächige Solarprojekte in sonnenreichen Regionen skaliert werden. Diese Flexibilität ermöglicht eine lokale Wasserstofferzeugung, ohne an Stromnetze oder Wasserstoffanbindungen gebunden zu sein, was eine zentrale Herausforderung in der aktuellen Wasserstoffwirtschaft darstellt.
Hintergrund zur Photokatalyse
Die Forschung zur Photokatalyse, die auch von Dr. Pablo Jiménez Calvo, einem Materialwissenschaftler an der FAU, vorangetrieben wird, hat das Potenzial, die Effizienz der Wasserstoffproduktion weiter zu verbessern. Diese Methode ähnelt der natürlichen Photosynthese, wobei Sonnenlicht als Aktivierungsenergie genutzt wird. Dr. Jiménez Calvo beschäftigt sich mit der Entwicklung kostengünstiger, ungiftiger Materialien auf Kohlenstoffbasis, die leicht skalierbar sind. Aktuelle Pilotprojekte in Almeria, Spanien, und an der Universität Tokio testen diese Technologien in der Praxis. Laut FAU liegt der derzeitige Wirkungsgrad dieser Systeme bei etwa einem Prozent, mit einem Ziel von fünf bis zehn Prozent.
Die Herausforderungen der Photokatalyse umfassen die Notwendigkeit, dass Photokatalysatoren Sonnenlicht gut absorbieren und die Rekombination von Elektronen-Loch-Paaren vermeiden müssen. Die erfolgreichen Strategien beinhalten den Einsatz effizienter Photokatalysatoren sowie die Optimierung der Grenzflächenkontakte. Die Innovationskultur der FAU und ihre führende Rolle in der Materialwissenschaft und Chemieingenieurwesen machen sie zu einem wichtigen Ort für diese Forschung.
