Am 7. Mai 2026 wurde Professor Dr. Oliver Razum von der Universität Bielefeld in den Wissenschaftlichen Beirat „One Health“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung berufen. Seit 2020 berät dieser Beirat das BMZ in Fragen der nachhaltigen und entwicklungsorientierten Politikgestaltung im Bereich One Health. Zu den Schwerpunktthemen des Beirats gehören insbesondere die Pandemieprävention sowie internationale Zusammenarbeit.

Professor Razum hat aktiv die Themen „bewaffnete Konflikte und Kriege“ in die Geschäftsordnung des Beirats aufgenommen. Er leitet seit 2004 die Arbeitsgruppe Epidemiologie und International Public Health an der Universität Bielefeld. Der One Health-Ansatz, der die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen miteinander verknüpft, erfährt durch die Pandemie eine gesteigerte Bedeutung, wie auch in Studien hervorgehoben wird. Diese zeigen, dass eine integrierte Herangehensweise notwendig ist, um Herausforderungen wie Biodiversitätsverlust, Klimawandel und weitere Gesundheitskrisen zu bewältigen, was auf den dringenden Bedarf an einem solchen Ansatz hinweist, der akademisch und politisch an Bedeutung gewinnt, zum Beispiel durch den Aufruf der G20-Gesundheitsminister.

Gender im Kontext von One Health

An der Universität Bielefeld erwartet das Sommersemester zwei Gender-Gastprofessorinnen: Professorin Dr. Heide Volkening von der Universität Greifswald, die im Mai Vorträge zur Schnittstelle von Gender und Literaturwissenschaft halten wird, und Professorin Dr. Evelyn Ferstl von der Universität Freiburg, die im Juni Vorträge über gender-inklusivere Sprache und deren Auswirkungen bietet.

Die Integration von Geschlechterfragen in den One Health-Ansatz ist dabei ein aspekt, der als vernachlässigt gilt. Die Gender Working Group des Netzwerks für Ecohealth und One Health (NEOH) in Europa setzt sich für diese Integration ein. Im Kontext der COVID-19-Pandemie wurden Geschlechterungleichheiten verstärkt, da Frauen überproportional unter erhöhtem Pflegeaufwand und eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsdiensten litten. Schätzungen zufolge hat die Pandemie die Fortschritte der Geschlechtergerechtigkeit um 36 Jahre zurückgeworfen.

Neue Impulse in der Forschung und Wissenschaft

Die Professorin Dr. Christina Morina, die seit 2019 an der Universität Bielefeld lehrt und 2024 den Deutschen Sachbuchpreis erhielt, wird ab Oktober 2026 Mitherausgeberin der „Blätter für deutsche und internationale Politik“. Das Engagement von Wissenschaftlerinnen in bedeutenden Positionen kann positive Veränderungen in den Bereichen Gesundheit und Umwelt herbeiführen.

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Darüber hinaus wurde Professor Dr. Thomas Hellweg, Professor für Physikalische und Biophysikalische Chemie an der Universität Bielefeld, als neuer Vorsitzender des Komitees Forschung mit Neutronen (KFN) ernannt. Seine Forschung konzentriert sich auf das tiefergehende Verständnis von Materie durch Neutronen, was in der wissenschaftlichen Gemeinschaft von großer Bedeutung ist.

Forschung und Netzwerke

Ebenfalls bemerkenswert ist Dr. Annika Burmester, Postdoktorandin an der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld, die einen Klaus Tschira Boost Grant erhalten hat. Mit diesem Grant plant sie, ihre Forschung zur Theorie der multiplen Zeta-Werte, unter anderem durch Reisen nach Japan und den Aufbau von Netzwerken, voranzutreiben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen an der Universität Bielefeld sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene dazu beitragen, dass zentrale Fragestellungen der Gesundheit wie Geschlechtergerechtigkeit und der One Health-Ansatz besser adressiert werden. Der Bedarf an interdisziplinärer Zusammenarbeit und Gender-Integration wird in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zunehmend erkannt.