Am 29. Juni 2026 wird an der Universität Bremen eine bedeutende Veranstaltung stattfinden, die sich mit der schwierigen Bildungssituation für Mädchen in Afghanistan auseinandersetzt. Die Veranstaltung mit dem Titel „Untergrundschulen für Mädchen in Afghanistan“ wird von Professor Frank J. Müller organisiert und beschäftigt sich mit den Herausforderungen, denen sich afghanische Mädchen beim Zugang zu Bildung gegenübersehen. Zu den Gästen gehört Pashtana Durrani, die Gründerin der NGO LEARN Afghan, die sich für die Bildung von Mädchen einsetzt, die durch Engagement, Widerstand und den Einsatz von Technologie aufrechterhalten wird.

Ein zentrales Element der Veranstaltung ist ein 13-minütiger Dokumentarfilm, welcher das Bildungsmodell von LEARN Afghan thematisiert. Der Film zeigt die Perspektiven von Lehrerinnen und Schülerinnen und dokumentiert die Bildungspraktiken, die unter den politischen und sozialen Einschränkungen in Afghanistan umgesetzt werden. Die Nutzung von Low-Tech- und Offline-Infrastrukturen, wie Heimunterricht und Radiobildung, stellt eine innovative Antwort auf die bestehenden Herausforderungen dar.

Hintergrund der Bildungskrise

Die Situation für Mädchen in Afghanistan ist angespannt. Laut der UN-Gleichstellungsbehörde „UN Women“ gaben 92 Prozent der über 2.000 befragten Personen in einer Umfrage an, dass es für Mädchen wichtig sei, ihre Schulbildung fortzusetzen. Besonders in ländlichen Regionen befürworten 87 Prozent der Männer und 95 Prozent der Frauen die Bildung von Mädchen. In städtischen Gebieten liegt die Zustimmung bei 95 Prozent, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Trotz dieser breiten Unterstützung ist Afghanistan seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 das einzige Land, in dem Mädchen nur bis zur Grundschule unterrichtet werden dürfen.

Die Taliban haben Mädchen ab der 6. Klasse den Zugang zu weiterführenden Schulen verwehrt, was dazu geführt hat, dass laut UNESCO mindestens 1,4 Millionen Mädchen und junge Frauen vom Zugang zu weiterführenden Schulen und Universitäten ausgeschlossen sind. Diese strikten Regeln wurden unter dem Vorwand eingeführt, dass Bildung für Mädchen und Frauen nicht mit den Werten des Islam vereinbar sei. Dennoch zeigen die Taliban trotz internationaler Kritik keine Bereitschaft, ihre Haltung zu ändern.

Alternativen für Mädchen

Trotz der widrigen Umstände unterstützen viele Familien ihre Töchter weiterhin beim Lernen in geheimen Schulen oder zu Hause. Ex-Vizeminister für Bildung, Sardar Mohammad Rahimi, hat betont, dass die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung Bildung für Mädchen unterstützt. Initiativen wie der Malala Fund, gegründet von Malala Yousafzai, setzen sich aktiv für die Bildung von Mädchen in Afghanistan ein. Malala fordert mehr politischen Druck auf die Taliban und arbeitet an alternativen Bildungsangeboten, von denen Hunderttausende Mädchen seit der Machtübernahme der Taliban profitieren konnten.

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Die Veranstaltung an der Universität Bremen findet im Studierhaus SH D1020 von 18:15 bis 19:45 Uhr statt und wird eine Plattform für tiefgehende Diskussionen über Inklusion sowie aktivismusgetriebene Bildung bieten. Fragen zur Beziehung zwischen Forschung, Haltung und Aktivismus machen diese Diskussion wichtig und notwendig.

Die anhaltende Bildungskrise für Mädchen in Afghanistan erfordert dringende Aufmerksamkeit und Aktionen, um die Rechte und Bildungsmöglichkeiten dieser jungen Frauen zu sichern.

Für weitere Informationen über die Veranstaltung und das Engagement von Pashtana Durrani können Sie die Meldung der Universität Bremen hier lesen. Mehr zur allgemeinen Situation in Afghanistan und der Bildungspolitik erfahren Sie bei DW. Weitere Hintergründe zur Thematik finden Sie auch auf UN Women.