Im Rahmen eines innovativen Bildungsprojekts besuchten Mitte Juni 2026 zwanzig Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums die Versuchsfelder auf dem Campus Klein-Altendorf. Die Exkursion, die gemeinsam mit Prof. Dr. Lasse Klingbeil vom Exzellenzcluster PhenoRob durchgeführt wurde, hatte das Ziel, den Jugendlichen praktische Einblicke in die Landwirtschaft der Zukunft zu ermöglichen. Dabei wurde der CO2-Gehalt in Winterweizen gemessen, was Teil des BreedFACE-Experiments ist. Dieses Experiment leitet künstlich CO2 ins Feld, um die Auswirkungen auf die Photosynthese-Aktivität der Pflanzen zu untersuchen. Dies ist eine wichtige Forschung, die dazu beitragen kann, das Verständnis für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion zu vertiefen.

Das Projekt „Zukunft auf dem Teller“, das die Universität Bonn in Kooperation mit der LizzyNet GmbH initiiert hat, sensibilisiert die Jugendlichen für die Herausforderungen der nachhaltigen Ernährung und Landwirtschaft. Wichtige Fragestellungen in diesem Kontext betreffen die Auswirkungen von Ernährungs- und Konsumentscheidungen auf das Klima sowie das weltweite Nahrungsmittelangebot. Schülerinnen und Schüler hatten sich im Unterricht zuvor intensiv mit Themen wie Nachhaltigkeit, Ernährungssystemen und Biodiversität auseinandergesetzt.

Emissionen in der Landwirtschaft

Wie aktuelle Daten des Umweltbundesamtes zeigen, war die deutsche Landwirtschaft im Jahr 2025 für 53,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verantwortlich, was 8,2 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland ausmacht. Besondere Herausforderungen stellt die Methanemission dar, deren Hauptquellen die Verdauung und das Wirtschaftsdüngermanagement von Nutztieren sind. Diese Emissionen liegen bei rund 33,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent und machen etwa 63 Prozent der landwirtschaftlichen Emissionen aus.

Die Gesamtmenge der Emissionen in der Landwirtschaft belief sich 2025 auf 60,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, und damit stagnieren die Werte im Vergleich zum Vorjahr. Diese Daten stehen im Kontext des deutschen Klimaschutzgesetzes, welches bis 2030 eine Reduzierung der jährlichen Emissionen in der Landwirtschaft auf 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vorsieht.

Klimaschutz und landwirtschaftliche Zukunft

Die Klimakrise stellt eine der größten Herausforderungen für die Landwirtschaft dar. Der Schutz von Klima, Böden, Wasser und Artenvielfalt ist entscheidend für die zukünftige Nahrungsmittelsicherung. Das Klimaschutzprogramm 2030 und 2023 beinhalten daher verschiedene Maßnahmen zur Minderung der Emissionen und zum effizienteren Ressourceneinsatz. Zu den speziellen Schwerpunkten zählen die Verbesserung der Stickstoffeffizienz, die Förderung von Kohlenstoffspeicherpotenzialen sowie energieeffiziente Lösungen in der Landwirtschaft.

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Die Probleme durch extrem Wetterereignisse wie Dürren und Hochwasser haben die Dringlichkeit dieser Maßnahmen verstärkt. Die nationale Moorschutzstrategie und die Initiative „Zu gut für die Tonne!“ zielen darauf ab, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und Lebensmittelabfälle in Deutschland, die im Jahr 2022 etwa 10,8 Millionen Tonnen betrugen, signifikant zu verringern.

Schülerinnen und Schüler äußerten sich positiv über die praxisnahe Arbeit und die technologischen Aspekte der modernen Landwirtschaft, die ihnen einen authentischen Einblick in die wissenschaftlichen Bemühungen um eine nachhaltige Zukunft eröffneten. Ein Experiment zum gemischten Anbau verschiedener Feldfrüchte zur Erhöhung der Biodiversität sowie der Einsatz von Drohnen und Robotern zur Datenerfassung verdeutlichen, wie Technologien in der Landwirtschaft zur Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit beitragen können.

Die Jugend spielt eine entscheidende Rolle in der Zukunft der Ernährung, und durch Projekte wie „Zukunft auf dem Teller“ wird die nächste Generation befähigt, Verantwortung für ihre Ernährungs- und Konsumentscheidungen zu übernehmen und aktiv zur Bewältigung der Herausforderungen der Landwirtschaft beizutragen.