Die Bildung in Afrika steht vor entscheidenden Herausforderungen, insbesondere im Subsahara-Raum, wo ein akuter Mangel an Lehrkräften sowohl in der Quantität als auch in der Ausbildungsqualität besteht. Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2050 die Hälfte der Jugend weltweit in Afrika leben wird. Bildung wird dabei als zentraler Motor für nachhaltige Entwicklung betrachtet.
Ein neues Projekt mit dem Titel „Sub-Saharan Africa Teacher Leadership for Education for Sustainable Development“ (SSATL-ESD) hat zum Ziel, die Führungsrolle von Lehrkräften im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu stärken. Dieses Vorhaben vereint 15 Institutionen aus Subsahara-Afrika und Europa und wird von der Leuphana Universität Lüneburg koordiniert. Hauptforscher ist Prof. Dr. Daniel Fischer, während Dr. Zintle Songqwaru-Kamangu von der Rhodes Universität und Prof. Dr. Overson Shumba von der Copperbelt Universität die Projektleitung übernehmen.
Inhalt und Ziele des Projekts
Das Projekt soll Lehrkräfte darin unterstützen, ihre Führungskompetenzen zu stärken, um innovative Lehrpläne und BNE-Veränderungsprojekte erfolgreich voranzutreiben. Diese Initiativen zielen darauf ab, sowohl Lernende als auch Lehrkräfte zu Akteuren des Wandels zu machen. Unterstützungsangebote umfassen den Aufbau digitaler Lernzentren und die Entwicklung innovativer Lehrmethoden.
Eine umfassende Bedarfsanalyse, unter der Leitung von Dr. Manoah Muchanga von der Universität Sambia, hat bereits grundlegende Herausforderungen identifiziert. Der aktuelle Fokus liegt auf der Skalierung von BNE-Veränderungsprojekten, die unter anderem die Themen Jugendarbeitslosigkeit, grüne Wirtschaft, Geschlechtergerechtigkeit und digitale Spaltung adressieren. Ein weiteres wichtiges Element ist das „Training of Trainers“-Programm, das bereits abgeschlossen wurde und bei dem 40 Hochschuldozierende geschult wurden.
Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung
Ein bedeutender Schritt zur Integration von BNE in die Lehrkräfteausbildung war die Veröffentlichung des „Guidebook on Education for Sustainable Development for Educators“ durch die UNESCO im Jahr 2018. Die Publikation, die als Ressource für Lehrkräfte und Bildungspolitiker dient, enthält rund 150 Seiten mit Beispielen guter Praxis, Case Studies und praktischen Ideen zur Umsetzung von BNE in den nationalen Lehrplänen. Experten aus verschiedenen Ländern, darunter Botswana, Südafrika und Neuseeland, trugen zur Gestaltung des Handbuchs bei.
Im Rahmen des SSATL-ESD-Projekts wird auch auf diese Publikation verwiesen, da sie effektive Strategien zur Verankerung von BNE im Bildungssektor bereitstellt. Geplant sind dabei die Ausbildung von über 400 BNE-Lehrkräften und die Umsetzung von mehr als 45 Curricula, um so langfristige Partnerschaften mit über 40 Organisationen aufzubauen.
Das Projekt wird kofinanziert durch das Erasmus+-Programm der Europäischen Kommission sowie regionale Partner. Seine Laufzeit erstreckt sich von November 2024 bis Oktober 2027.
Insgesamt zeigt das SSATL-ESD-Projekt ein hohes Potenzial für eine nachhaltige Bildungs- und Gesellschaftstransformation, die im Einklang mit dem Kompetenzrahmen der Afrikanischen Union steht und somit dazu beitragen kann, die Herausforderungen in der Bildung im Subsahara-Raum zu bewältigen.