Bochum begeistert: UNIC Award für Projekt gegen Rassismus und Diskriminierung!
Am 19. Juni 2026 wurde das transdisziplinäre Lehr- und Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum mit dem UNIC Best CityLabs Award 2026 ausgezeichnet. Das Projekt mit dem Titel „Cultural Diversity, Integration and Anti-Racism“ richtet sich gegen Rassismus und fördert kulturelle Vielfalt sowie Integration. Diese wichtige Auszeichnung wurde während der UNIC Thematic Conference in Istanbul verliehen, einer Initiative, die die Ruhr-Universität Bochum als Gründungsmitglied mitgestaltet, um europäische Hochschulbildung zu stärken und zu erweitern.
Das Projekt vereint Studierende, die Stadt Bochum sowie zivilgesellschaftliche Organisationen in einer gemeinsamen Anstrengung. Ziel ist es, neue Perspektiven für den Umgang mit Vielfalt, Antidiskriminierung und dem schwerwiegenden Thema des institutionellen Rassismus zu entwickeln. Das Projektteam, bestehend aus Dr. Judith Ricken und Chris Katzenberg, nahm den Preis entgegen, der von einer Jury vergeben wurde, die das Projekt für die Schaffung neuer Dialogräume und langfristige Kooperationen lobte.
Struktur und Phasen des CityLabs
Das Bochumer CityLab kombinierte Forschung, Lehre und gesellschaftliches Engagement. In mehreren Phasen wurden zentrale Fragestellungen thematisiert, darunter die Handhabung von Diskriminierung durch große öffentliche Institutionen. Die Zusammenarbeit umfasste Dialogveranstaltungen, ein forschungsorientiertes Seminar sowie eine öffentliche Abschlussveranstaltung, bei der die Studierenden ihre eigenen Forschungsfragen entwickelten, Interviews führten und Handlungsempfehlungen erarbeiteten.
Die abschließende Präsentation beinhaltete eine Paneldiskussion sowie Workshops, in denen die Ergebnisse präsentiert wurden. Die relevanten Erkenntnisse aus dem Projekt fließen nun in die Weiterentwicklung kommunaler Antidiskriminierungsmaßnahmen ein, was die Bedeutung der Initiative noch unterstreicht. Partner des Bochumer CityLabs sind unter anderem die Ruhr-Universität Bochum, die Stadt Bochum und die Amnesty International Hochschulgruppe Bochum. Das RUB Centre for City Futures agiert als zentraler Ansprechpartner für Kooperationsprojekte, die die Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, Stadtgesellschaft und universitärer Lehre und Forschung abdecken.
Rassismuskritisches Denken in Verwaltungen
Im Kontext rassismuskritischer Bemühungen ist auch die Handreichung „Rassismuskritik und Vielfaltsorientierung der WIR-Vielfaltszentren“ von Bedeutung. Diese wurde von WIR-Koordinator*innen in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) erarbeitet. Ziel dieser Handreichung ist es, jeder Form rassistischer Diskriminierung in sozialen Einrichtungen und Verwaltungen entgegenzutreten. Der hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose hebt die Relevanz der WIR-Vielfaltszentren hervor, die als Impulsgeber für notwendige Veränderungen fungieren.
Die Handreichung bietet umfassende Informationen, aktuelle Studien über Rassismus sowie rechtliche Grundlagen und beinhaltet eine wissenschaftliche Einordnung durch Dr. Harpreet Cholia, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Frankfurt am Main. Ein zentraler Aspekt besteht darin, Rassismus innerhalb von Verwaltungen zu erkennen und durch lokale Vernetzungen der WIR-Koordinator*innen Angebote und Strategien zur Auseinandersetzung mit Rassismuskritik zu entwickeln. Die Vielfaltsorientierung soll nicht nur die gesellschaftliche Vielfalt abbilden, sondern auch aktiv gestalten.
Die Bedeutung von Anerkennung, Wertschätzung, Offenheit und Gleichbehandlung für alle Mitarbeitenden und Bürger*innen wird in dieser Handreichung explizit thematisiert. Diese Initiativen zeigen eindrucksvoll, wie durch gezielte Maßnahmen und Projekte das Ziel einer inklusiven und gerechteren Gesellschaft verfolgt wird.
