Ein Bierfass, eine Olympia-Bewerbung und am Ende eine Warnlampe am Triebwerk: Der Besuch von Markus Söder in Zagreb hatte einige Wendungen. Bei einer Feier zum Tag der Deutschen Einheit zapfte Staatskanzleichef Florian Herrmann ein Fass an. Dabei zerbrach ein Teil des Plastik-Bierhahns. Erst eine Zange brachte das Fass schließlich auf.

Herrmann nahm es mit Humor und kündigte an, künftig eigenes Anzapfwerkzeug auf Auslandsreisen mit Söder mitzunehmen. Das Publikum der deutschen Botschaft konnte den kleinen Zwischenfall bei der Feier mit rund 500 Gästen jedenfalls aus nächster Nähe verfolgen.

Olympiawerbung mit Bier und Blasmusik

Der eigentliche Anlass der Reise war Söders neue Olympia-Kampagne. München ist Deutschlands Kandidat für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Auf internationalen Reisen will der bayerische Ministerpräsident Unterstützung für die Bewerbung sammeln. Bier und Blasmusik sollen dabei als bayerische Botschafter auftreten – in Zagreb also durchaus stilecht, wenn auch mit etwas Werkzeugbedarf.

Kroatien war der erste Schauplatz der Werbetour. Das Land gilt als eng mit Bayern verbunden: Rund 120.000 kroatische Staatsbürger leben im Freistaat, außerdem stammt die Familie von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber aus Kroatien. Zur Delegation gehörten neben Söder und Kaniber auch Florian Herrmann, CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek und FW-Fraktionschef Florian Streibl.

Für viele Menschen aus Deutschland ist Kroatien ohnehin kein unbekanntes Ziel. Rund 3,1 Millionen Deutsche reisen jedes Jahr dorthin, etwa 40 Prozent von ihnen kommen aus Bayern. Ganz billig ist der Urlaub inzwischen allerdings nicht mehr: Nach Angaben der kroatischen Statistikbehörde stiegen die Preise zwischen 2015 und 2024 um rund 70 Prozent. Die Inflation liegt weiterhin über dem europäischen Durchschnitt.

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Pipeline als zweites großes Gesprächsthema

Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenković empfing die bayerische Delegation in Zagreb. Für Söder war es die dritte Kroatienreise während seiner Amtszeit und bereits das siebte Treffen mit Plenković. Neben Olympia ging es vor allem um Energie.

Von der Insel Krk sollen künftig LNG-Gas und Wasserstoff nach Bayern geliefert werden. Eine Pipeline könnte darüber hinaus Slowenien und Österreich versorgen. Plenković hofft auf erste Lieferungen innerhalb von zwei Jahren. Söder forderte von der Europäischen Union eine schnelle Genehmigung und mehr Tempo. Bayern habe einen hohen Energiebedarf, sagte er sinngemäß, und müsse die Versorgung breiter aufstellen.

Plenković bekundete seine Unterstützung für Münchens Olympia-Bewerbung. Söder wertete die internationale Rückendeckung als positives Signal. Zwischendurch blieb auch Zeit für ein Selfie: In Zagreb traf er Touristen aus Unterfranken.

Rückflug nach Fehlstart verspätet

Der Heimweg verlief dann nicht ganz nach Plan. Am Zagreber Flughafen wurde der Start wegen einer Warnlampe an einem Triebwerk abgebrochen. Zunächst bestellte die Delegation eine Ersatzmaschine. Anschließend konnte die Crew das Problem jedoch beheben.

Söder und seine Begleiter landeten schließlich etwa zwei Stunden verspätet sicher in München. Erst das Bierfass, dann das Triebwerk – der Zagreb-Besuch hatte jedenfalls mehr Dramaturgie als ein gewöhnlicher politischer Termin.

Wie es mit Münchens Bewerbung weitergeht

Der politische Rahmen für die Olympia-Pläne hat sich inzwischen konkretisiert: München wurde am 26. September 2026 bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB zur deutschen Bewerberstadt für Olympische und Paralympische Sommerspiele ab 2036 gewählt. Mit dem Abschluss des nationalen Auswahlverfahrens beginnt nun der internationale Bewerbungsprozess.

München und Bayern wollen die deutsche Bewerbung gemeinsam mit dem DOSB, dem Bund und weiteren Beteiligten weiterführen. Das Verfahren mit dem Internationalen Olympischen Komitee läuft in mehreren Dialogstufen. Derzeit befindet sich Deutschland im „Continuous Dialogue“ und gilt offiziell als Interessent für die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele.

Im März 2027 soll für die Sommerspiele 2036 der „Strategic Dialogue“ beginnen. Dabei ist ein vertiefter Austausch zwischen Bewerbern und dem IOC vorgesehen. Ende 2028 soll der „Targeted Dialogue“ mit einem oder möglicherweise mehreren Bewerbern folgen. Die endgültige Vergabeentscheidung ist bei der IOC-Session Mitte 2029 geplant.

Quelle: https://www.mainpost.de/bayern/soeder-in-kroatien-rueckflug-verzoegert-sich-nach-fehlstart-115430568
Quelle: https://www.stmi.bayern.de/kampagnen-und-aktionen/olympiabewerbung-muenchen/