Das BELZ feiert 10 Jahre: Vielfalt und Zukunft der Kreislaufwirtschaft!
Am 19. Juni 2026 feierte das Paderborner Belgienzentrum (BELZ) sein zehnjähriges Bestehen mit einer beindruckenden Veranstaltung unter dem Motto „Vielfalt macht stark“. Das Zentrum hat sich in dieser Zeit als wichtiger Akteur in der Förderung des Austauschs zwischen Belgien und Deutschland etabliert. Insbesondere die Mehrsprachigkeit und die europäische Geschichte stehen im Fokus der Aktivitäten des BELZ. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten erhielt das Zentrum Glückwünsche von Nathanael Liminski, dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in Nordrhein-Westfalen, der die Bedeutung der Freundschaft und des Verständnisses zwischen den Ländern hervorhob.
In seinen Ansprachen lobte Liminski Belgien als ein relevantes Forschungsobjekt und betonte den Wert der Partnerschaften innerhalb der Region. Er verwies auf den jährlichen Belgientag, der 2023 das Thema Kreislaufwirtschaft aus belgisch-deutscher Perspektive beleuchtet hat. Diese Themen sind besonders relevant im Kontext des „Circular Economy Act“ der EU, der auf umweltfreundliche Praktiken abzielt.
Vielfältige Aktivitäten des BELZ
Das BELZ hat im letzten Jahrzehnt den Austausch über Ländergrenzen hinweg gefördert. Dazu gehört auch die Einrichtung einer Leselounge in der Bibliothek der Universität Paderborn, die sich der belgischen Literatur widmet. Zudem schmücken bunte Glasfenster von Paderborner und belgischen Künstlern das Zentrum.
Ein Höhepunkt der Jubiläumsfeier war die Verleihung des Titels „Offizier des belgischen Kronenordens“ an die Vorstandsvorsitzende des BELZ, Prof. Dr. Sabine Schmitz. Universitätspräsident Prof. Dr. Matthias Bauer sprach über die Bedeutung der zukünftigen Zusammenarbeit und den Studierendenaustausch zwischen den beiden Ländern.
Kreislaufwirtschaft im Fokus
Der Belgientag 2023 konzentrierte sich auf die Herausforderungen und Lösungen in der Kreislaufwirtschaft. Der Lehrstuhl für Werkstoffkunde unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Mirko Schaper unterstützte die Diskussionen, die sowohl regionale Unternehmen als auch belgische Politiker einbezogen. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Theodorianum präsentierten ihre Projekte zur Kreislaufwirtschaft, was die Einbindung der jüngeren Generation förderte.
Liminski betonte erneut die Wichtigkeit europäischer Lösungen und regionaler Partnerschaften in diesem Bereich. Die Diskussionen und Projekte spiegeln das Bestreben wider, zukunftsfähige Ansätze zur Abfallverwertung zu entwickeln. Belgien, insbesondere die deutschsprachige Gemeinschaft, spielt hierbei eine fortschrittliche Rolle in der nachhaltigen Bewegung, wie auch im Bereich des Recyclings.
Die Initiative zur Förderung der Kreislaufwirtschaft ist Teil der umfangreichen Anstrengungen Belgiens, die Recyclingquote bis 2030 auf 60% zu steigern. Im Jahr 2022 lag diese bereits bei 54,7%. Diese Statistiken belegen den großen Fortschritt, den Belgien durch innovative Projekte und Technologien erreicht hat. Auch die Bekämpfung von Kunststoffabfällen wird durch Investitionen in chemisches Recycling vorangetrieben.
Mit einem nationalen Sammelsystem, das 80% der Verpackungsabfälle recycelt, und einer der niedrigsten Deponieraten in Europa, zeigt Belgien, wie erfolgreiche Abfallwirtschaft realisiert werden kann. Veranstaltungen wie das CIRCLE 2026 Symposium und das Circular 2026 Event verdeutlichen den proaktiven Ansatz des Landes in der Kreislaufwirtschaft.
Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Belgien und seinen Nachbarn, insbesondere mit den Benelux-Staaten, wird eine innovative regionale Partnerschaft gefördert, die als Vorbild für die gesamte EU dient.
