Neues EU-Stipendium: Kieler Universität fördert internationale Forscher!
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat heute, am 19. Juni 2026, bekannt gegeben, dass sie drei Marie-Skłodowska-Curie-Postdoc-Fellowships der Europäischen Union erhalten hat. Diese Fellowships sind auf eine Dauer von zwei Jahren angelegt und zielen darauf ab, internationale Nachwuchsforschende zu unterstützen und deren Karrieren zu fördern. Jedes Stipendium wird von der EU mit einer finanziellen Förderung zwischen 202.000 und 218.000 Euro ausgestattet, was die Bedeutung dieser Initiative unterstreicht.
Einer der ausgewählten Stipendiaten ist Dr. Daniels Krimans, ein Physiker aus Lettland, der 2024 an der University of California, Los Angeles (USA), promoviert hat. Dr. Krimans wird in die Arbeitsgruppe von Professor Michael Bonitz und Priv.-Doz. Hanno Kählert integriert. Er hat bereits eine erste Forschungsphase an der CAU erfolgreich absolviert und wird sich nun auf dichte Quantenplasmen konzentrieren. Diese besonderen Materiezustände zeichnen sich durch extreme Teilchenkollisionen aus und folgen den Gesetzen der Quantenmechanik.
Forschungsschwerpunkt und Relevanz
Dichte Quantenplasmen sind nicht nur ein theoretisches Konzept, sondern haben auch praktische Relevanz. Sie sind essentiell für das Verständnis der Bedingungen im Inneren von Sternen und spielen eine Schlüsselrolle in der laserbasierten Trägheitsfusion (ICF). ICF gilt als vielversprechender Ansatz zur Erzeugung sauberer Energie und ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen und europäischen Fusionsstrategie. Diese Forschung ist eng mit den strategischen Zielen Schleswig-Holsteins und Hamburgs verknüpft, insbesondere mit dem weltweit größten Röntgenlaser, dem European XFEL in Hamburg, an dem Nano-Oberflächen- und Schnittstellenforschung (KiNSIS) betrieben wird.
Mit Hilfe von ultrakurzen Röntgenpulsen sollen die frühen Phasen der ICF-Implosion sichtbar gemacht werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sind nicht nur für die Grundlagenforschung, sondern auch für zukünftige Energieerzeugung von großer Bedeutung.
Marie-Skłodowska-Curie-Postdoc-Fellowships
Die Marie-Skłodowska-Curie-Postdoktorandenstipendien (PFs) verfolgen das Ziel, die Karriere von Forschern zu unterstützen und Exzellenz in der Forschung zu fördern. Diese Stipendien stehen Forschern mit einem PhD offen, die im Ausland arbeiten, neue Fähigkeiten erwerben und ihre Karriere entwickeln möchten. Dazu wird eine Mobilität in andere Länder sowie in verschiedene Disziplinen und sogar nicht-akademische Sektoren gefördert.
Die Fellowships können entweder in Form von europäischen oder globalen Stipendien vergeben werden. Bei den europäischen Stipendien können Forscher innerhalb Europas umziehen oder aus anderen Teilen der Welt nach Europa kommen, während globale Stipendien die Mobilität von Forschern außerhalb Europas unterstützen.
- Europäische Postdoktorandenstipendien: Dauer: 1 bis 2 Jahre, offen für Forscher jeder Nationalität.
- Globale Postdoktorandenstipendien: Dauer: 2 bis 3 Jahre, jedoch nur für Staatsangehörige oder Langzeitansässige der EU-Mitgliedstaaten.
Die Bewerbung für diese Stipendien erfordert eine Zusammenarbeit mit einer Gastorganisation in einem EU-Mitgliedstaat oder einem assoziierten Land. Die finanziellen Details sind ebenso entscheidend: Die EU übernimmt verschiedene Kosten, einschließlich Lebenshaltungskosten, Mobilitätszulagen und Kosten für Forschungsaktivitäten.
Die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen wurden von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen, um die länder- und sektorübergreifende Mobilität von Forschenden zu fördern und die Attraktivität wissenschaftlicher Laufbahnen zu steigern. Sie bieten Forschenden die Möglichkeit, ihre Projekte und Karrieren international weiterzuentwickeln und Erfahrungen in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu sammeln, was ihnen neue Perspektiven eröffnet. Die Teilnahme steht einer breiten Zielgruppe offen, jedoch sind Studierende vor Abschluss eines Promotionsstudiums nicht teilnahmeberechtigt.
So wird die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel durch die Vergabe der Marie-Skłodowska-Curie-Fellowships nicht nur zu einem weiteren Knotenpunkt in der internationalen Forschungsgemeinschaft, sondern auch zu einem aktiven Mitgestalter in der Entwicklung nachhaltiger Energiegewinnung durch innovative Forschung.
uni-kiel.de, marie-sklodowska-curie-actions.ec.europa.eu, nks-msc.de
