Deutsche Radfahrerinnen verpassen bei Europameisterschaften in Slowenien knapp die Medaille
Bei den Rad-Europameisterschaften in Slowenien haben die deutschen Fahrerinnen im Straßenrennen trotz einer offensiven Taktik knapp an einer Medaille vorbeigefahren. Antonia Niedermaier kam nach 130 Kilometern als beste Deutsche auf Platz fünf ins Ziel. Für einen kurzen Moment schien sogar mehr möglich.
Ausgerechnet kurz vor dem Ziel stürzte die Polin Katarzyna Niewiadoma-Phinney unmittelbar vor Niedermaier. Die Deutsche verlor dadurch den Anschluss und damit auch die Chance auf eine Medaille. Ärgerlich, gerade nach diesem Rennverlauf.
Das Feld wird früh auseinandergezogen
Bis 38 Kilometer vor dem Ziel lagen Margot Vanpachtenbeke aus Belgien und Carina Schrempf aus Österreich vorn. Beide konnten sich Hoffnungen auf den Sieg machen. Dann schloss das niederländische Team die Ausreißerinnen ein und erhöhte das Tempo.
Das Feld wurde dadurch zunehmend kleiner. Zunächst konnte aus dem deutschen Team nur Niedermaier mithalten. Franziska Koch schaffte in einer Abfahrt den Sprung zur Spitzengruppe und setzte anschließend eine Attacke. Sie konnte sich ebenso wenig entscheidend absetzen wie später Liane Lippert, die ebenfalls angriff.
Vollering zieht im Schlussanstieg davon
Im letzten Anstieg machte Demi Vollering ernst und setzte sich entscheidend von der Konkurrenz ab. Die Niederländerin gewann damit wie bereits eine Woche zuvor bei den Weltmeisterschaften. Silber holte ihre Landsfrau Puck Pieterse, Bronze ging an die Schweizerin Marlen Reusser.
Für das deutsche Team blieb nach der offensiven Fahrweise nur der undankbare fünfte Platz. Niedermaier war nah dran, doch der Sturz unmittelbar vor ihr nahm dem Rennen aus deutscher Sicht die letzte Wendung. Ein paar Meter und ein anderer Moment – im Radsport kann das schon alles sein.
Für die Sportberichterstattung an der Uni Würzburg bleibt damit ein Rennen, das weniger wegen einer deutschen Medaille als wegen seiner vielen Attacken im Gedächtnis bleibt: frühe Ausreißerinnen, ein niederländischer Tempowechsel, mutige Versuche von Koch und Lippert und am Ende Vollering allein im Schlussanstieg. Die Europameisterschaften in Slowenien haben gezeigt, wie schnell sich ein scheinbar offenes Straßenrennen drehen kann.
