Wer verstehen will, wie aus Forschung eine Nachricht wird, bekommt an der TU Dortmund in den kommenden Monaten reichlich Gelegenheit dazu. Am 26.10.2026 spricht Anna Behrend über „Wissenschaft, Daten, Journalismus“. Behrend arbeitet als Redakteurin für Datenjournalismus beim Nachrichtenmagazin „DER SPIEGEL“ in Hamburg und gibt Einblicke in ihren Berufsalltag.

Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle Daten bei der journalistischen Aufbereitung wissenschaftlicher Themen spielen. Das klingt zunächst nach Tabellen und Recherchearbeit, kann aber ziemlich schnell mitten hinein in die großen Fragen führen: Was ist eine Nachricht? Wie lässt sich ein komplizierter Forschungsstand verständlich erzählen? Und wo endet die Aussagekraft einer Zahl?

Eine Reihe mit vielen Blickwinkeln

Der Vortrag gehört zur Reihe „Die Wissensmacher“, die seit 2003 besteht. Veranstaltet wird sie vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum. In jedem Wintersemester kommen etwa zwölf Fachleute aus Wissenschaftsjournalismus und Wissenschaftskommunikation an die TU Dortmund.

Das Spektrum ist breit: Zu Gast sind Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten, Pressesprecherinnen und Pressesprecher, Infografikerinnen und Infografiker sowie Ausstellungsdesignerinnen und -designer. Sie arbeiten unter anderem für Fachzeitschriften, Fernsehen, Radio, Onlinemedien, Forschungsinstitute oder Museen. Ihre Vorträge drehen sich um praktische Fragen des Berufsfelds: Wie werden Nachrichten ausgewählt? Wie wird recherchiert? Welche Trends und Grenzen gibt es im Wissenschaftsjournalismus?

„Die Wissensmacher“ zeigt damit die Vielfalt des Wissenschaftsjournalismus und bringt Studierende mit Forschenden zusammen. Zugleich entstehen erste Kontakte zwischen Journalistinnen und Journalisten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Eingeladen sind alle Studierenden und Beschäftigten ebenso wie die interessierte Öffentlichkeit. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Das Programm bis Februar

Die Veranstaltungen finden im Wintersemester montags von 16:15 bis 17:45 Uhr statt. Normalerweise ist das Erich-Brost-Haus der TU Dortmund, Otto-Hahn-Straße 2, der Veranstaltungsort. Die Termine am 02.11.2026, 30.11.2026 und 18.01.2027 finden an der Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstraße 150, statt.

Datum Thema und Gäste
12.10.2026 Einführung mit Prof. Holger Wormer und Alina Wolf, TU Dortmund, Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus.
19.10.2026 „Wissenschaft als Podcast“ mit Marie Eickhoff, freiberufliche Journalistin und Podcast-Host bei WDR Quarks sowie „Behind Science“, Köln.
26.10.2026 „Wissenschaft, Daten, Journalismus“ mit Anna Behrend, Redakteurin für Datenjournalismus beim DER SPIEGEL, Hamburg.
02.11.2026, Bochum „Wissenschaft investigativ“ mit Dr. Jochen Zenthöfer, Plagiatsexperte und freier Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Luxemburg.
09.11.2026 „Wissenschaft tagesaktuell“ mit Laura Beigel, Wissenschaftsredakteurin beim Redaktionsnetzwerk Deutschland, Hannover.
16.11.2026 „Wissenschaft & Medienkompetenz für Kinder und Lehrkräfte“ mit Ann-Kathrin Horn und Stephan Beuting, Deutschlandfunk, sowie „Lie Detectors“, Köln/Bonn.
23.11.2026 „Wissenschaft im Magazin“ mit Dr. Andreas Albes, Chefredakteur des P.M. Magazins, München.
30.11.2026, Bochum „Wissenschaft & Klimajournalismus“ mit Nadine Gode, SWR, und Claudia Reiser, MDR/ARD-Klimaredaktion.
07.12.2026 „Wissenschaft als TV-Doku & Nachricht“ mit Stefan Busse, Redaktionsleiter, München, und Niels Waibel, Teamleiter, Baden-Baden, SWR Wissen/ARTE.
14.12.2026 „Wissenschaft auf YouTube & Co.“ mit Dr. Jacob Beautemps, Autor und Moderator des YouTube-Kanals „Breaking Lab“, Köln.
11.01.2027 „Daten, KI und Verifikation“ mit Dr. Gerret von Nordheim, stellvertretender Leiter Dokumentation beim DER SPIEGEL, Hamburg.
18.01.2027, Bochum „Wissenschaftskommunikation & PR“ mit Patrick Bierther, Content Manager beim Informationsdienst Wissenschaft, Essen.
25.01.2027 „Wissenschaft lokal und regional“ mit Silja Kummer, Redaktionsleiterin und Vorstandsmitglied von Netzwerk Recherche, Heidenheimer Zeitung, Heidenheim.
01.02.2027 „Wissenschaft und Medizin im Buch“ mit Dr. Giulia Enders, Sachbuchautorin von „Darm mit Charme“ und „Organisch“.

Ansprechpartnerin ist Alina Wolf vom Institut für Journalistik der TU Dortmund. Sie ist unter alina.wolf@tu-dortmund.de erreichbar.

Daten, Vertrauen und künstliche Intelligenz

Dass solche Gespräche gerade jetzt wichtig sind, liegt auch an der digitalen Transformation, die den Journalismus insgesamt und den Wissenschaftsjournalismus im Besonderen verändert. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert Wissenschaftskommunikation mit dem Ziel, breite Bevölkerungsschichten zu erreichen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu stärken.

Unabhängiger und qualitativ hochwertiger Wissenschaftsjournalismus soll Forschung kritisch beobachten und begleiten und so zu einer nachhaltigen Wissenschaftskommunikation beitragen. Das BMFTR will ihn deshalb stärken. Die Joachim Herz Stiftung und die Wissenschaftspressekonferenz e. V. (WPK) gründeten dafür einen von mehreren Stiftungen getragenen Fonds, der die Rahmenbedingungen für einen zukunftsfähigen Wissenschaftsjournalismus untersucht und die digitale Transformation unterstützt.

Der Innovationsfonds Wissenschaftsjournalismus förderte von 2022 bis 2025 die Entwicklung innovativer journalistischer Angebote und Geschäftsmodelle. Die Förderlinie „Wissenschafts- und Datenjournalismus“ läuft von 2025 bis 2027 und unterstützt gemeinsam mit dem Media Forward Fund den Ausbau und die Weiterentwicklung von Angeboten mit Marktpotenzial sowie deren Überführung in den journalistischen Markt. Für die Innovationsprojekte finanziert das BMFTR zusätzliche Coachings, Workshops und Vernetzungsveranstaltungen. So sollen nachhaltige Strukturen und Kompetenzen im Wissenschaftsjournalismus gestärkt werden.

Mit der generativen künstlichen Intelligenz kommen weitere Baustellen hinzu, insbesondere bei der Inhaltsproduktion. Große Sprachmodelle eröffnen neue journalistische Anwendungen, bringen aber ebenso die Frage mit, was sie leisten können und wo ihre Grenzen liegen. Der Wissenschaftsjournalismus braucht darüber Orientierung.

Deshalb fördert das BMFTR beim Science Media Center das Projekt „Augmented Science Journalism II: Generative KI im Wissenschaftsjournalismus“. Untersucht wird der Einsatz generativer KI, insbesondere großer Sprachmodelle, im Wissenschaftsjournalismus und in der Wissenschaftskommunikation. Die dabei entstehenden Ergebnisse und Werkzeuge sollen Praktikerinnen und Praktikern zur Verfügung gestellt werden. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Daten, Prüfung und verständlicher Erzählung setzt auch der Vortrag von Anna Behrend am 26.10.2026 an.