Am 11. Juni 2026 startet das innovative Citizen-Science-Projekt „Heritage Quest Luxemburg“, geleitet von Dr. Maxime Brami vom Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Dieses Projekt ermöglicht Freiwilligen, sich aktiv an der digitalen Spurensuche in der Archäologie zu beteiligen. Die offizielle Vorstellung findet in Luxemburg statt, in Anwesenheit des Kulturministers Eric Thill.

Das Projekt wird die Online-Plattform Zooniverse nutzen, um Interessierten die Analyse von digitalen Geländemodellen zu ermöglichen. Teilnehmer sind aufgefordert, verborgene archäologische Strukturen wie Grabhügel, Mardellen und Kohlemeiler zu identifizieren und zu markieren. Ein ausgeklügeltes System der Schwarmintelligenz sorgt dafür, dass jedes Bild von mehreren Personen unabhängig betrachtet wird, was die Validität der Entdeckungen erhöht.

Moderne Technologien in der Archäologie

Bei der Umsetzung von „Heritage Quest Luxemburg“ kommt der hochauflösende LiDAR-Daten (Light Detection and Ranging) eine zentrale Rolle zu. Diese Technologie ermöglicht die Erstellung dreidimensionaler Karten, indem Laserlichtimpulse verwendet werden, die selbst durch Baumkronen hindurchdringen. Damit werden menschliche Aktivitäten und verborgene Strukturen sichtbar. Diese digitale Technologie ist ein Beispiel für den fortschreitenden Einsatz moderner Technologien in der Archäologie, die traditionelle Methoden ergänzen.fr.de berichtet, dass Archäologen zunehmend auf Mittel wie künstliche Intelligenz und Satellitenbilder zurückgreifen, um große Datenmengen zu analysieren und neue Fragestellungen zu entwickeln.

Die Verwendung von LiDAR, in Verbindung mit anderen Technologien wie Drohnen und Genomsequenzierung, revolutioniert die archäologische Forschung. Fortschritte in der Satellitentechnologie ermöglichen es, nahezu täglich neue Fundstätten zu entdecken. Diese modernen Verfahren sind besonders wichtig angesichts der Bedrohungen, die archäologische Stätten durch Erosion, Klimawandel und menschliche Aktivitäten ausgesetzt sind.

Bürgerwissenschaft und Wissensdemokratisierung

Das „Heritage Quest Luxemburg“-Projekt ist Teil eines größeren Trends hin zu Bürgerwissenschaft, der auch bei der Analyse von Satellitenbildern und Ausgrabungen wird sichtbar. Laut uni-heidelberg.de fördert dieses Engagement den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und zielt auf die Demokratisierung der Wissenschaft ab. Bürgerforscherinnen und -forscher werden aktiv in wissenschaftliche Prozesse eingebunden, was eine neue Perspektive auf die Archäologie eröffnet.

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Die Ergebnisse von „Heritage Quest Luxemburg“ sollen direkt in die wissenschaftliche Arbeit der JGU einfließen. Validerungen der gesammelten Daten sind für das kommende Jahr in archäologischen Feldbegehungen in Luxemburg geplant. Ziel ist auch die Entwicklung eines KI-Modells zur Identifizierung ähnlicher Fundstellen auf unbereinigten Bildern.

Das Projekt erhält Unterstützung von der Fondation Schleich-Lentz sowie der Fondation de Luxembourg (FdL). Es zeigt, wie moderne Technologien und Bürgerengagement zusammenwirken, um der Archäologie neue Impulse zu geben und den Wissenszirkulation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu fördern.