Die recently launched online platform filmexil.de hat am 4. Mai 2026 eine wichtige neue Ressource zur Geschichte des Filmexils zwischen 1930 und 1950 bereitgestellt. Diese Plattform entstand aus dem Forschungsprojekt „Mapping German Film Exile“, das am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft (FTMK) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) durchgeführt wurde. Laut presse.uni-mainz.de verknüpft das Projekt Forschung, Datenanalyse und digitale Visualisierungen, um die Geschichte des Filmexils umfassend darzustellen.
Die digitale Plattform bietet den Nutzern Zugang zu Personenseiten, Netzwerken und Produktionszusammenhängen exilierter Filmschaffender. Besonders hervorzuheben ist, dass auch die weniger sichtbaren Akteure der Filmbranche, wie Kameraoperateure, Techniker*innen, Dekorateur*innen, Kinobesitzer*innen und schreibende Frauen, in den Fokus gerückt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt, um ein breiteres Verständnis für die vielfältigen Beiträge dieser Künstler zur Filmgeschichte zu ermöglichen.
Einflussreiche Kooperationen und Förderungen
Die Entwicklung der Plattform wurde durch eine Kooperation mit dem Deutschen Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek und dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum unterstützt. Zudem wurde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) durch eine Sachbeihilfe gefördert, was die Bedeutung der Forschung im Bereich des Filmexils unterstreicht.
Im Rahmen der neuen Plattform wurden auch 3.500 Personenakten aus dem Straschek-Nachlass erschlossen. Diese Datenbank verknüpft Informationen aus verschiedenen Quellen, darunter GND-, IMDb-, Filmportal- und Wikidata-Verweise. Dies ermöglicht eine tiefere Einsicht in biografische, filmografische und geografische Informationen der betroffenen Filmschaffenden.
Interaktive Elemente und neue Erkenntnisse
Eine der innovativen Funktionen der Plattform sind interaktive Karten und Netzwerkgrafiken, die neue Produktionsnetzwerke nach 1933 aufzeigen. Diese visuellen Hilfsmittel bieten den Nutzern die Möglichkeit, tiefere Einblicke in die Zusammenhänge und Bewegungen innerhalb des Filmexils zu gewinnen. Diese Netzwerkanalysen sind nicht nur für Wissenschaftler interessant, sondern auch für das allgemeine Publikum, das sich für die Geschichte des Kinos und den Einfluss des Exils auf die Filmproduktion interessiert.
Die Leitung des Projekts oblag Prof. Dr. Alexandra Schneider und Dr. Imme Klages, die beide maßgebliche Beiträge zur filmhistorischen Forschung geleistet haben. In ihrer Arbeit befassen sie sich häufig mit Themen des Filmexils und haben diverse Publikationen veröffentlicht, die das wissenschaftliche Verständnis dieser Ära erweitern. Beispielsweise behandelt Klages in ihren Arbeiten Aspekte wie jüdische Filmgeschichte und individuelle Schicksale von Filmschaffenden im Nachkriegsdeutschland, was die Tiefe ihrer Forschung ergänzt filmexil.uni-mainz.de.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Eröffnung von filmexil.de einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung und Sichtbarmachung der Geschichte des Filmexils leistet. Die Plattform wird zweifellos sowohl für Fachleute als auch für interessierte Laien eine wertvolle Quelle sein, um mehr über die vielfältigen Facetten des Filmexils zu erfahren.