Am 22. Mai 2026 präsentiert Dr. Marina Christodoulou, Dozentin für Philosophie an der Constructor University, ein revolutionäres Konzept, das die Debatte über moderne Erschöpfung neu entfachen könnte: die „ontologisch-existenzielle Erschöpfung“. Diese Theorie geht über die psychologische Perspektive des Burnouts hinaus und fokussiert sich auf die existenzielle Müdigkeit in unserer heutigen Welt.
Die Fachzeitschrift Angelaki: Journal of the Theoretical Humanities hat Dr. Christodoulou als Herausgeberin für eine Sonderausgabe zu diesem Thema ausgewählt. Diese wird sich mit dem Thema Erschöpfung im Kontext des Anthropozäns beschäftigen, und die Einreichungsfrist für Beiträge wurde auf den 25. März 2024 verlängert.
Die Theorie der ontologisch-existenziellen Erschöpfung
„Ontologische-existenzielle Erschöpfung“ beschreibt einen Zustand totaler Erschöpfung, in dem es dem Betroffenen an Handlungsfähigkeit und Veränderungspotenzial mangelt. Dr. Christodoulou argumentiert, dass traditionelle psychologische Diagnosen die strukturelle Tiefe der gegenwärtigen Erschöpfung nicht erfassen. Tatsächlich unterscheidet sich ihr Konzept wesentlich von einem simplen Burnout. Es steht im Kontrast zu einer inhärenten „ontologischen Sucht“ nach dem Leben selbst.
Die Relevanz dieser Forschungsrichtung wird durch die große Resonanz auf den internationalen Call for Papers verdeutlicht, der sowohl etablierte Wissenschaftler als auch neue Nachwuchsforscher anzieht. Zusammen mit der Veröffentlichung in einem Hardback-Buch bei Routledge wird die Auswahl an Themen von der kulturellen, emotionalen bis hin zur erkenntnistheoretischen Perspektive der Erschöpfung reichen.
Internationale Anerkennung und Publikationen
Dr. Christodoulou hat bereits bedeutende internationale Anerkennung für ihre Arbeit erhalten. Dazu gehören ein Visiting Fellowship 2023 an der European Philosophy of Science Association (University of Exeter) sowie Nominierungen für Forschungsstipendien von renommierten Institutionen wie dem Centre of Advanced Studies Iméra in Aix-Marseille und der Austrian Academy of Sciences (ÖAW) im Jahr 2024.
Darüber hinaus befindet sie sich auf den Shortlisten für den ÖAW Post-DocTrack Fellowship 2023 und das APART-GSK Research Fellowship 2025. Ihre Forschung zu ontologisch-existenziellem Erschöpfung hat bereits die Aufmerksamkeit mehrerer Spitzenverlage und akademischer Zeitschriften auf sich gezogen, die Folgepublikationen zu diesem Thema sichern konnten.
Die Sonderausgabe von Angelaki wird als vollständige Ausgabe online veröffentlicht und dann in der Buchreihe Angelaki: New Work in the Theoretical Humanities von Routledge veröffentlicht. Eine erweiterte zweite Ausgabe wird von Dr. Christodoulou vorbereitet und soll in einem Jahr erscheinen.
Ein Aufruf zur Einreichung von Beiträgen
Die Sonderausgabe zielt darauf ab, eine phänomenologische, existenzielle und ontologische Theorie von Müdigkeit und Erschöpfung zu entwickeln. Gesucht werden Beiträge aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, darunter Philosophie, Psychoanalyse, die medizinischen Geisteswissenschaften sowie interdisziplinäre Perspektiven. Besondere Themen von Interesse umfassen:
- Erschöpfung im Kontext von Identität und Selbstnarrativ
- Ontologisch-existenzielle Müdigkeit
- Kulturelle und emotionale Erschöpfung
- Erschöpfung in Bezug auf Arbeit und anti-arbeits Bewegungen
- Umwelt- und ökologische Perspektiven auf Erschöpfung
Die Beiträge sollten einen konsistenten theoretischen Kern haben, insbesondere philosophischer Natur, und 2000 bis 12.000 Wörter umfassen. Interessierte können ihre Abstracts bis zum 25. März 2024 einreichen.
Für weitere Informationen und zur Kontaktaufnahme steht Dr. Christodoulou unter marinach@edu.aau.at zur Verfügung.