Elf Plätze statt zwölf: Sachsen-Anhalts Landtag legt Ausschussgröße fest
In Magdeburg ist der Streit um die künftige Größe der Landtagsausschüsse vorerst beigelegt. Die AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt gab ihren Widerstand gegen die geplante Regelung auf. Nach einer Beratung in Magdeburg verständigten sich die Fraktionen darauf, dass die Ausschüsse künftig aus 11 Abgeordneten bestehen sollen. Damit folgten sie einer Empfehlung der Landtagsverwaltung.
Die AfD hatte zuvor 12 Mitglieder pro Ausschuss gefordert. Bei dieser Größe hätte sie sechs Sitze erhalten und Beschlüsse in den Ausschüssen leichter blockieren oder zumindest verzögern können. Mehrere Fraktionen hatten deshalb mit einer Klage vor dem Landesverfassungsgericht gedroht.
Streit um die Sitzverteilung
Ihr Argument: Die AfD habe bei der Landtagswahl weniger als 50 Prozent der Stimmen bekommen und dürfe deshalb nicht die Hälfte der Ausschusssitze beanspruchen. Eine Besetzung mit 12 Mitgliedern hätte das Wahlergebnis aus ihrer Sicht nicht korrekt widergespiegelt. Mit der Einigung auf elf Sitze ist dieser Konflikt zunächst vom Tisch.
Der Landtag in Magdeburg soll sich am kommenden Dienstag konstituieren. Heute, am 1.10.2026, ist an der Uni Magdeburg vor allem die Frage interessant, wie schnell aus einem Wahlergebnis parlamentarischer Alltag wird: Ausschüsse, Sitzverteilungen, Mehrheiten. Klingt trocken, entscheidet aber oft darüber, ob ein Antrag weiterkommt oder irgendwo zwischen Beratung und Gegenrede liegen bleibt.
Was die Wahl 2026 über die AfD zeigt
Eine Analyse der Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt untersucht das Abschneiden der AfD anhand von Befragungen des Instituts infratest dimap. Im Mittelpunkt stehen die Bewertung der Partei durch die Wählerinnen und Wähler, jene Politikfelder, in denen ihr die besten Lösungen zugetraut werden, sowie die Themen, die für AfD-Anhänger besonders wichtig sind.
Aufgeschlüsselt wird außerdem, in welchen Alters- und Bevölkerungsgruppen die Partei erfolgreich war. Dazu kommen regionale Unterschiede: ausgewertet werden Wahlkreise und Gemeinden mit besonders hohen AfD-Stimmanteilen, aber auch Wahlkreise und Regionen mit geringerem Rückhalt. Ranglisten ordnen die Ergebnisse nach Stimmanteilen – der politische Blick wandert damit von der Landesebene direkt in einzelne Orte.
Wählerwanderung zwischen 2021 und 2026
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wählerwanderung. Verglichen wird die AfD-Wählerschaft 2026 mit der vorherigen Landtagswahl 2021. Das Modell zeigt, welche früheren AfD-Wähler zu anderen Parteien wechselten und aus welchen Parteien oder aus dem Nichtwählerlager neue AfD-Wähler kamen.
Das Wanderungsmodell von infratest dimap schätzt die Bewegungen zwischen den beiden Landtagswahlen und weist Salden für den Austausch zwischen den Parteien sowie zwischen Parteien und dem Nichtwählerlager aus. Berücksichtigt werden dabei amtliche Statistiken, repräsentative Umfragen vor der Wahl und am Wahltag sowie das Ergebnis der vorläufigen Auszählung.
In die Berechnung fließen auch aktuelle und frühere Nichtwähler ein. Ebenso berücksichtigt werden Veränderungen in der Wählerschaft, darunter neu hinzugekommene Erstwähler und verstorbene frühere Wähler. Die Zahlen werden im Laufe des Wahlabends mehrfach aktualisiert: zunächst auf Grundlage der repräsentativen Umfragen, später zunehmend anhand der Auszählungsergebnisse und abschließend mit dem vorläufigen amtlichen Ergebnis.
Nach der Veröffentlichung dieses vorläufigen Ergebnisses wird eine abschließende Schätzung erstellt und veröffentlicht. Im Landtag geht es derweil schon um die nächsten praktischen Fragen – und um elf Plätze pro Ausschuss statt zwölf.
