Yale-Wissenschaftler haben bahnbrechende Entdeckungen über drei bisher unbekannte assyrische Könige aus dem 10. und 8. Jahrhundert v. Chr. gemacht. In einer Studie mit dem Titel „Drei neue Könige von Assyrien“, veröffentlicht im Journal of Cuneiform Studies, stellen die Forscher Eckart Frahm und Alexander Johannes Edmonds die bestehende Auffassung über die Nachfolgeregelung in der neo-assyrischen Zeit in Frage. Laut news.yale.edu unterstreicht Frahm, dass die assyrische Königsliste (AKL) eine idealisierte Darstellung des Königtums bietet und dabei Unruhen sowie Instabilität auslässt.

Die neu entdeckten Monarchen regierten jeweils weniger als zwei Jahre und wurden vermutlich von ihren Nachfolgern aus den historischen Aufzeichnungen getilgt. Die Identifizierung eines Königs wurde durch ein keilschriftliches königliches Dekret datiert auf 762 v. Chr. ermöglicht, das zuvor fälschlicherweise Adad-nerari III. zugeschrieben wurde. Dieses Dokument könnte von einem unbekannten Prinzen stammen, der den Namen Tiglath-pileser annahm. Auch die assyrische Eponymen-Chronik verzeichnet eine Rebellion in Ashur zwischen 763 und 762 v. Chr., die zeitlich mit einer Sonnenfinsternis und einem Pestausbruch im Jahr 765 v. Chr. zusammenfällt.

Die Neuinterpretation der Königsliste

Die assyrische Königsliste, die in ihrer Form zwischen 911 und 722 v. Chr. die Namen der Herrscher Assyriens dokumentiert, ist eine der Hauptquellen für die Regierungszeiten bedeutender Könige wie Salmanassar IV., Assur-dan III. und Adad-nīrārī III. Laut de.wikipedia.org wurde die Liste wahrscheinlich während der Herrschaft von Šamši-Adad I. erstellt, zunächst, um seine Thronbesteigung zu legitimieren.

Insgesamt existieren zwei Versionen der assyrischen Königsliste. Die erste umfasst mehrere Abschriften, darunter die Khorsabad-Listen und die SDAS-Liste, die 726 bis 722 v. Chr. endet. Die zweite Liste ist in nur einer Kopie bekannt und weist abweichende Reihenfolgen auf. Diese Disparitäten resultieren zum Teil aus beschädigten Originalen und den Versuchen der Schreiber, Lücken zu schließen.

Die genaue Datierung der Herrscher in der AKL stützt sich unter anderem auf astronomische Ereignisse, wie eine Sonnenfinsternis am 15. Juni 763 v. Chr. unter Assur-dan III. Diese Details sind entscheidend für das Verständnis der stabilen Regierungszeiten im Kontrast zu den neu entdeckten Herrschern, die in einem chaotischen politischen Klima agierten.

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Ein neues Licht auf die Assyrische Geschichte

Die dritten Neuigkeiten über die neuen Könige bringen offenbar eine nuancierte Sicht auf die bevorstehende Herrschaft von Tiglath-pileser III., die von inneren Kämpfen und äußeren Krisen geprägt war. Die Forschung weist darauf hin, dass trotz dieser Unruhen Assyrien in der Lage war, ein signifikantes Imperium aufzubauen, anstatt in einer politischen Krise zu versinken. Dies wird durch die umfassenden Beschreibungen der AKL unterstützt, die zwar in manchen Teilen ungenau ist, aber dennoch eine essentielle Grundlage für unser heutiges Verständnis der Herrschaftschronik und der politischen Dynamik im alten Assyrien bietet.

Auch wenn Teile der Königsliste möglicherweise fiktiv sind, behaupten die Forscher, dass sie größtenteils mit anderen königlichen Aufzeichnungen und archäologischen Beweisen übereinstimmen. So gibt wikiital.com zu bedenken, dass die Dynastie der assyrischen Könige mit den Niederlagen von Ashur-uballit II. im 7. Jahrhundert v. Chr. endete, was den bedeutenden Einfluss dieser Herrscher über Jahrhunderte hinweg unterstreicht.

Die Entdeckungen der Yale-Wissenschaftler führen nicht nur zu einem tiefergehenden Verständnis der königlichen Kontinuität in der assyrischen Geschichte, sondern beleuchten auch die Komplexität der politischen Landschaft dieser Zeit.