Am 11. Mai 2026 hat die PH Schwäbisch Gmünd bedeutende Erkenntnisse über die Wirksamkeit der „Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT“ veröffentlicht. Dr. Petra Serden hat in ihrer neu erschienenen Doktorarbeit das Ziel verfolgt, Bedingungsfaktoren und Gestaltungsansätze erfolgreicher Kooperationen durch Netzwerke in der Berufsorientierung zu ermitteln. Diese Forschung stellt die Grundlage für künftige Entwicklungen in der beruflichen Bildung dar, indem sie aufzeigt, dass Netzwerke nicht automatisch erfolgreich sind.
Die Ergebnisse von Serdens Untersuchung belegen, dass der Erfolg von Netzwerkarbeit stark von der Ausgestaltung und der Qualität sozialer Beziehungen abhängt. Vertrauensvolle Beziehungen gelten als entscheidend für den Erfolg. Sie bieten sowohl Stabilität als auch Sicherheit für alle Beteiligten und sind daher ein wesentlicher Bestandteil der Netzwerkarbeit.
Erfolgsdeterminanten und Funktionsbereiche
Dr. Serden entwickelte fünf zentrale Erfolgsdeterminanten, die für die effiziente Gestaltung von Netzwerken in der Berufsorientierung relevant sind:
- Vernetzungsfunktion
- Beziehungsfunktion
- Intermediäre Funktion
- Beteiligungsfunktion
- Prozessfunktion
Eine der größten Herausforderungen identifiziert die Autorin in der intermediären Funktion, insbesondere in der Zusammenarbeit von Akteuren aus Bildung und Wirtschaft. Die Unterschiedlichkeit dieser Akteure muss akzeptiert und Kommunikationsbarrieren sollten aktiv angegangen werden, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Verbesserung der beruflichen Chancen
Die Studie zeigt zudem, dass die „SCHULEWIRTSCHAFT“ das Potenzial hat, die beruflichen Chancen von Schülerinnen und Schülern erheblich zu verbessern. Dies ist nur möglich, wenn Abstimmungsprozesse zwischen Lehrkräften und Ausbildenden auf Vertrauen und Engagement basieren. Dr. Serden betont die Bedeutung dieser vertrauensvollen Zusammenarbeit für den Erfolg von Netzwerkarbeit.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Notwendigkeit, die Netzwerkarbeit an „fruchtbare“ Schnittstellen mit Schulen anzuknüpfen. Unterstützung durch Fachlehrpersonen und Leitungspersonen wird als entscheidend angesehen, um die Effektivität der Kooperationen zu maximieren.
Regionale Randbedingungen
Die regionalen Randbedingungen, wie lokale Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialstrukturen, spielen eine entscheidende Rolle für die Anschlusschancen. Sie fördern die Bündelung von Ressourcen und unterstützen die Nachhaltigkeit der Vernetzung, was für alle Beteiligten von Vorteil ist.
Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aus Serdens Studie sind auch für die Lernortkooperation (LOK) im Dualen System der beruflichen Ausbildung von großer Relevanz. Eine funktionierende Kooperation zwischen Schule und Betrieb wird als zentrales Qualitätsmerkmal der lernortübergreifenden Idee betrachtet.
Dr. Serden’s Arbeit kann zur Weiterentwicklung konzeptioneller Beratungsfunktionen für die Lernortkooperation sowie für systemübergreifende Netzwerke genutzt werden. Dies trägt nicht nur zur Verbesserung der dualen Ausbildung bei, sondern auch zur Stärkung der gesamten Bildungslandschaft in Deutschland.
Die detaillierte Untersuchung von Dr. Petra Serden, veröffentlicht unter dem Titel „Bedingungsfaktoren und Gestaltungsansätze erfolgreicher Kooperationen durch Netzwerke in der Berufsorientierung – eine qualitative Studie zum Kooperationsmodell „SCHULEWIRTSCHAFT“ im Logos Verlag, Berlin, ist eine bedeutende wissenschaftliche Arbeit, die sicherlich weitreichende Auswirkungen auf die Praktiken in der Berufsorientierung haben wird.