Das John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin beginnt am 29. April 2026 mit der „Ernst Fraenkel Lecture“, einem neuen Vortragsformat, das sich mit Demokratie, Recht und Gesellschaft auseinandersetzt. Der Auftakt wird von FU Berlin organisiert und widmet sich dem kontroversen Thema „Birthright Citizenship, Ltd.: The Controversy over Trump’s Executive Order 14610“. Referent ist Prof. Brook Thomas von der University of California, Irvine.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Diskussion über die juristischen und politischen Grundlagen der Staatsbürgerschaft in den Vereinigten Staaten, insbesondere die durch den 14. Verfassungszusatz garantierte Geburtsrechtsstaatsbürgerschaft. Dieser Zusatzartikel besagt, dass alle auf US-Boden geborenen Personen unabhängig vom Aufenthaltsstatus ihrer Eltern Staatsbürger sind, und er wurde ursprünglich nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg eingeführt. Trumps angepeilte Abschaffung dieses Prinzips könnte gravierende Konsequenzen für die in den USA geborenen Kinder von Migranten haben, insbesondere für solche, deren Eltern keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus besitzen.

Die Rechtslage und die Herausforderungen

Donald Trump hat in der Vergangenheit eine vom Supreme Court bestätigte Einigung in seinem Vorhaben erzielt, das Geburtsrecht durch das Dekret Executive Order 14610 zu verändern. Laut LTO entschieden die Richter mit 6 zu 3 Stimmen, dass die Anordnungen von Bundesrichtern, die das Dekret bislang gestoppt hatten, wahrscheinlich nicht in deren Befugnisse fallen. Dies eröffnet die Möglichkeit, dass das Dekret in den verbleibenden 28 Bundesstaaten innerhalb von 30 Tagen in Kraft treten könnte.

Die Entscheidung des Supreme Court betrifft nicht die Verfassungsmäßigkeit von Trumps Erlass, sondern vielmehr die Befugnis der Bundesgerichte, die Exekutive zu begrenzen. Viele Verfassungsrechtler betrachten Trumps Dekret als wahrscheinlich verfassungswidrig, was durch die vorläufigen Anordnungen der Bundesgerichte belegt ist, die darauf abzielten, die Umsetzung des möglicherweise verfassungswidrigen Erlassens zu verhindern.

Ernst Fraenkel und die Vortragsreihe

Der Ernst Fraenkel Dissertationspreis, der im Anschluss an die Vorlesung verliehen wird, ist mit 5.000 Euro dotiert und soll herausragende Dissertationen mit gesellschaftlicher Relevanz würdigen. Ernst Fraenkel, der von 1898 bis 1975 lebte, war eine prägende Figur der Politikwissenschaft in Deutschland. Er gründete das Amerika-Institut, das später in das John-F.-Kennedy-Institut umbenannt wurde. Seine Beiträge zur Demokratisierung Deutschlands und zur Politikwissenschaft sind über die Jahrzehnte hinweg bemerkenswert geblieben.

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Die neue Vortragsreihe zielt darauf ab, Fraenkels interdisziplinäre Vision von Amerikastudien einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Gleichzeitig soll sie als Plattform für kritische Diskussionen über aktuelle Themen dienen, was angesichts der jüngsten Entwicklungen im Bereich der Staatsbürgerschaft und der Rechte von Migranten besonders relevant ist.