Am 5. Juni 2026 fand im Marburger Chemikum eine bedeutende Veranstaltung im Bereich der MINT-Bildung statt: Die Verleihung des ersten MarBiNa-Nachwuchspreises. Dieser wurde im Rahmen des ersten Schüler*innen-Kongresses des MINT-Clusters „EMIL-IA“ verliehen. Die Veranstaltung wurde von Dr. Christof Wegscheid-Gerlach eröffnet, der in seinem Grußwort die Wichtigkeit von MINT-Inhalten für Schülerinnen und Schüler hervorhob. Unterstützt wurde er von Evelyn Damer von der Philipps-Universität Marburg und Dr. Martin Vey vom IBiNa, die ebenfalls Grußworte sprachen.
Insgesamt nahmen zehn Teams aus verschiedenen Schulformen, darunter Grundschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen, an dem Wettbewerb teil. Die Schüler*innen präsentierten anspruchsvolle Forschungsprojekte zu Themen wie Schokolade, gesunde Ernährung, Zwiebeln, das Backen von Cookies, Wasseraufbereitung und den Klimawandel. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Landrat Jens Womelsdorf betonten die große Bedeutung solcher Wissenschaftsprojekte für die Schüler*innen und deren Entwicklung.
Die Auszeichnungen im Detail
Der MarBiNa-Nachwuchspreis, dessen Name für „Marburger Förderpreis Bio- und Nanotechnologie“ steht, war in drei Altersklassen unterteilt: Grundschule (Klassen 1-4), Mittelstufe (Klassen 5-10) und Oberstufe (Klassen 11-13 sowie berufliche Schulen). Für jede Altersklasse konnten bis zu drei Preise vergeben werden. Alle siegreichen Teams erhielten einen Award, der im Maker-Space des MAFEX gestaltet wurde. Zusätzlich erhielten die Grundschul-Teams USB-Mikroskope von Kobe Laborbedarf, während die Siegerteams der Mittel- und Oberstufe exklusive Besichtigungen von Unternehmen oder Instituten gewinnen konnten.
Dieses Engagement ist Teil des MINT-Clusters EMIL-IA, das darauf abzielt, die MINT-Bildung im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu stärken. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung gefördert und von der Philipps-Universität Marburg leitet.
MINT-Bildung im bundesweiten Kontext
Der Fokus auf MINT-Bildung wird auch auf bundespolitischer Ebene verstärkt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Förderung der MINT-Kompetenzen in Deutschland. Hierzu gehört der MINT-Aktionsplan, der verschiedene Initiativen wie das „Haus der kleinen Forscher“, Schülerwettbewerbe wie „Jugend forscht“ sowie die Koordination und Erweiterung von MINT-Angeboten für Jugendliche unterstützt. Ein zentraler Punkt hierbei ist die Einrichtung von „MINTvernetzt“, einer Plattform zur Verbesserung von MINT-Bildungsangeboten, die durch Austausch, Beratung und Praxistipps die Qualität der Angebote erhöhen soll.
Ein fünf Punkte umfassender Plan beschreibt die zentralen Aktionsfelder, darunter „Kooperation@MINT“ zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen schulischen und außerschulischen Aktivitäten, „Frühstart@MINT“, das grundlegende MINT-Bildungsangebote in Kitas und Schulen etabliert, sowie Programme zur Einbindung von Familien bei der MINT-Ausbildung der Kinder. Ziel dieser Initiativen ist es, die nächste Generation von MINT-Fachkräften optimal vorzubereiten und deren Begeisterung für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu fördern, was eine entscheidende Rolle für die Zukunft des Landes spielt.
Insgesamt zeigt die Verleihung des MarBiNa-Nachwuchspreises, dass MINT-Bildung nicht nur ein lokales, sondern auch ein übergreifendes Anliegen ist, das von unterschiedlichen Akteuren angetrieben wird.