Auf dem Campus am Holländischen Platz in Kassel ist zum Semesterstart ordentlich Bewegung. Hunderte Erstsemester sind unterwegs, viele mit Ersti-Jutebeuteln über der Schulter. Dazwischen werben Fachschaften mit Schildern wie „Fachschaft Psychologie“ oder „L2 Haupt-/Realschule“ um Aufmerksamkeit.

Wer neu ist, landet zunächst bei den Fachschaften oder in der Mensa. Stundenpläne, Veranstaltungsanmeldungen und die schiere Größe des Geländes bringen manche ins Schwitzen. Der 20-jährige Lehramtsstudent Elias Goldmann ist mit Freunden aus dem Kasseler Umland da und findet den Campus groß – ohne Google Maps sei das Ganze schwer überschaubar.

Erste Orientierung, kurze Wege

Bei den Orientierungstagen helfen die Fachschaften bei Stundenplänen und organisatorischen Fragen. Studierende der Sozialen Arbeit loben den zentralen Campus und die kurzen Wege. Madita Schultze, die aus einem Dorf kommt, freut sich genau darüber – und auf das WG-Leben.

Lara Otte sagt, ihre WG habe ihr das Ankommen erleichtert. Leonie Wiedemann freut sich vor allem darauf, neue Menschen kennenzulernen. Auf dem Campus und in der Stadt warten Stationen, an denen Erstsemester Kassel und die Universität entdecken können. Kontakte zu erfahrenen Studierenden und Fachschaften gibt es gleich dazu.

Eine dieser Stationen liegt vor dem Lernort LEO. Dort treten Informatikstudenten beim Schubkarrenrennen gegeneinander an. Drei Teilnehmer beginnen ein duales Informatikstudium mit dem Finanzamt Kassel als Praxispartner: Zwei kommen aus Frankfurt, einer aus Nordhessen. Lorenzo ist fürs Studium aus Bayern nach Kassel gezogen und schließt sich der Gruppe an.

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Schubkarren, Musik und ein Pub-Gutschein

Das Rennen gehört zum Fotowettbewerb unter dem Motto „Foto mit Swag“. Wer gewinnt, bekommt einen Pub-Gutschein für die abendliche Kneipentour. Organisiert wird die Station von Studierenden der Elektrotechnik und des Wirtschaftsingenieurwesens. Musik läuft, Bier steht bereit – die Mischung ist ziemlich unkompliziert.

Die Organisatoren haben sich selbst während ihrer Ersti-Zeit kennengelernt und betreuen inzwischen jedes Jahr neue Studierende. Auch die 23-jährige Isabeau Rikus und ihre Freunde starten in ein Masterstudium im Bauingenieurwesen. Sie erinnern sich an ihre eigene Ersti-Woche und wollen später selbst eine Station übernehmen. Teebeutelweitwurf oder ein Spiel mit Bierkästen sind dafür geplant.

Neu in Kassel sind die Masterstudierenden Obada Safwa aus Syrien und Mohamed Hisham aus Ägypten. Beide loben die internationale Atmosphäre auf dem Campus, die Aktivitäten und das Essensangebot. Zwei 25-jährige Masterstudierende der Landschaftsplanung sind dagegen nach ihrem Bachelor bewusst in Kassel geblieben.

Die Gründe, die Studierende für ihren Verbleib oder den Zuzug nennen, klingen nach einer ziemlich brauchbaren Mischung: die Menschen, viel Grün, das breite Studienangebot, unterschiedliche Studienschwerpunkte sowie vergleichsweise leicht verfügbarer und bezahlbarer Wohnraum.

Offizielle Begrüßung im Campus Center

Für die Erstsemester des Wintersemesters 2026/27 lädt die Universität Kassel zur offiziellen Begrüßungsveranstaltung ein. Sie findet am Mittwoch, 14. Oktober 2026, um 17:00 Uhr im Campus Center, Moritzstraße 18, Kassel, statt.

Begrüßt werden die Studierenden unter anderem von Prof. Dr. Ute Clement, der Präsidentin der Universität Kassel, Vertreter:innen der Stadt Kassel, dem Studierendenwerk, dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) und weiteren zentralen Universitätseinrichtungen. Auf dem Programm stehen Studienorganisation, Beratungsangebote, studentische Initiativen und weitere Angebote für den Studienstart.

Auch Mensen und Cafeterien gehören dazu

Die Universität Kassel und das Studierendenwerk wünschen allen Studierenden eine gute Studienzeit. Mensen und Cafeterien können genutzt werden; Unterstützung gibt es beim Studierendenwerk. Erstsemester sind außerdem aufgefordert, an den Einführungsveranstaltungen teilzunehmen, um Kontakte zu knüpfen und erste Fragen zu klären.

Auch am Campus Witzenhausen gab es eine Begrüßung der Erstsemester. Studienkoordinator Holger Mittelstraß und die Fachschaft des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften empfingen die Studienanfängerinnen und -anfänger gemeinsam mit Christa Ambrosius, der Geschäftsführerin des Studierendenwerks.