Frauenbewegung im Fokus: Das Digitale Deutsche Frauenarchiv begeistert!
Am 15. Juli 2026 wurde Dr. Kerstin Wolff als Honorarprofessorin im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften an der Universität Kassel berufen. Dr. Wolff, die 1967 geboren wurde, leitet die Forschungsabteilung des Archivs der deutschen Frauenbewegung (AddF). Ihre Arbeit fokussiert auf wichtige Themen wie Akteurinnen, Verbände sowie Theorien und Ideen der deutschen Frauenbewegung zwischen 1848 und 1970.
Die akademische Karriere von Dr. Wolff begann an der Gesamtschule Kassel, heute bekannt als Universität Kassel, wo sie Geschichte, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte studierte. Ihre Abschlussarbeit mit dem Titel „Wir wollen die Anerkennung der Hausfrauentätigkeit als Beruf“ wurde 1995 im Eigenverlag des AddF veröffentlicht. Von 1995 bis 1998 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Heide Wunder und arbeitete in einem Forschungsprojekt über Frauen vom Ende des 16. bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
Wissenschaftliches Engagement
Dr. Wolff ist Herausgeberin der Zeitschrift „Ariadne – Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte“ seit 2000. Ihre Dissertation zum Thema „Stadtmütter“ wurde 2003 mit dem Elisabeth Selbert Preis des Landes Hessen ausgezeichnet. Zu ihren bedeutendsten Veröffentlichungen zählt das Buch „Frauenwahlrecht. Die Demokratisierung der Demokratie in Deutschland und Europa“, das 2017 erschien. Diese Publikation diente zudem als Grundlage für die Ausstellung „Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“ im Historischen Museum Frankfurt.
Als angesehene Expertin in der Geschlechterforschung engagiert sich Dr. Wolff auch außerhalb der Universität. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises historische Frauen- und Geschlechterforschung und Mitglied im beratenden Kuratorium des Friedhofs der Märzgefallenen in Berlin sowie im wissenschaftlichen Beirat des Hambacher Schlosses. Das AddF, als Forschungsinstitut und Dokumentationszentrum, hat sich als wichtige Anlaufstelle für die Geschichte von Frauen und Frauenbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert etabliert und wurde 2021 als „Ort der Demokratiegeschichte“ ausgezeichnet.
Das Digitale Deutsche Frauenarchiv
Ein bedeutendes Projekt, mit dem Dr. Wolff in Verbindung steht, ist das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF), das die Geschichte der deutschen Frauenbewegung sichtbar macht. Das DDF digitalisiert historische Dokumente und Quellen, die online zugänglich sind, und bietet ein interaktives Fachportal, das Wissen zur Frauenbewegung in Deutschland bündelt. Die digitalisierten Materialien umfassen Briefe, Tagebücher, Zeitschriften, Plakate und Fotos und richten sich sowohl an die breite Öffentlichkeit als auch an Nutzer mit wissenschaftlichem oder pädagogischem Hintergrund.
Nutzer haben unter anderem Zugriff auf das Tagebuch von Minna Cauer (1841-1922) sowie auf Aufrufe von Frauengruppen in der DDR. Das DDF wächst kontinuierlich und dient als wertvolle Quelle für Bildungs-, Forschungs- und Medienarbeit. Die laufende Kampagne #unerschrocken 2024/25 thematisiert die Verbindung zwischen Feminismus und Demokratie und zeigt, wie der Feminismus die Demokratie stützt und Netzwerke stärkt. Seit Januar 2020 erhält das DDF institutionelle Förderung vom Bundesfrauenministerium und wird von i.d.a., dem Dachverband der Lesben- und Frauenarchive sowie -bibliotheken, getragen.
Die umfangreiche Expertise von Dr. Kerstin Wolff wird zweifellos einen wesentlichen Beitrag zur Lehre und Forschung an der Universität Kassel leisten und das Engagement für die Gleichberechtigung in der Gesellschaft weiter stärken. Für Rückfragen zum AddF steht Christina Soose unter der Telefonnummer +49 561 989 3670 oder per E-Mail an soose@addf-kassel.de zur Verfügung.
