In einer aktuellen Diskussion an der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg beleuchten zwei Professorinnen die fortwährenden Herausforderungen für Frauen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Die TU Freiberg berichtet, dass beide Wissenschaftlerinnen die Notwendigkeit betonen, die Sichtbarkeit und Ermutigung für junge Menschen zu erhöhen, um sie für technische und naturwissenschaftliche Studiengänge zu gewinnen. Maja Krumnacker, eine der Professorinnen, teilt ihre Erfahrungen in einem männlich dominierten Berufsfeld und hebt hervor, dass sie oft die einzige Frau in ihrer Umgebung war. Diese Umstände könnten zu einer geringeren Ungleichbehandlung geführt haben, auch wenn der Frauenanteil in Ingenieurwesen und Naturwissenschaften weiterhin ansteigt.

Die Diskussion verdeutlicht, dass trotz beachtlicher Fortschritte Frauen nach wie vor in diesen Bereichen unterrepräsentiert sind. Im Jahr 2022 betrug der Frauenanteil unter den MINT-Studienanfängerinnen und -anfängern 35%, während er 2002 nur bei 31% lag, so Daten von Destatis. Besonders stark variiert dieser Anteil je nach Fachrichtung. Während Innenarchitektur von einem Frauenanteil von 87% profitiert, ist dieser in Fahrzeugtechnik mit lediglich 8% am niedrigsten. In der Informatik liegt er bei knapp 23%.

Bildung und Unterstützung für Frauen in MINT

Die Professorinnen, darunter auch Jutta Emes, schlagen vor, dass Universitäten mit MINT-Schwerpunkt hervorragende Studienbedingungen, Mentoringprogramme und Netzwerke für Studentinnen anbieten sollten. Die TU Bergakademie Freiberg hat bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um junge Frauen für MINT-Fächer zu begeistern. Dazu zählen Veranstaltungen wie Schnupperwochen und die Lange Nacht der Wissenschaft, die speziell dazu dienen, Mädchen auf den Campus einzuladen.

Die Bedeutung von Vorbildern wird ebenfalls hervorgehoben. Frauen in Führungspositionen sind von zentraler Bedeutung, um die Vorbildwirkung zu verstärken. Maja Krumnacker wurde sich erst spät bewusst, dass sie mit ihrer Position als Professorin eine Vorbildfunktion für ihre Doktorandinnen einnimmt. Die Professorinnen schätzen den familiären Charakter der TU Bergakademie Freiberg und vergleichen sie mit einer kleinen amerikanischen Privathochschule, was besonders für Studierende, die Eltern sind, von Vorteil ist.

Tendenzen in Zahlen

Die Entwicklungen im Bildungsbereich lassen jedoch auch Rückgänge erkennen. Im Studienjahr 2022 wurden insgesamt 305.200 Studienanfängerinnen und -anfänger in MINT-Fächer festgestellt, dies stellt einen Rückgang von 0,6% im Vergleich zum Vorjahr dar. Der Anteil der MINT-Studienanfänger am Gesamtanteil der Studienanfänger ist geringfügig von 37,7% auf 38,3% gestiegen, während die Gesamtzahl der Studierenden in MINT-Fächern im Wintersemester 2022/2023 bei 1.078.000 lag, was einem Rückgang von 1,2% entspricht.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die TU Bergakademie Freiberg als ein hervorragender Ort für Pionierinnen und Pioniere gilt, der sich durch eine progressive Haltung und innovative Ansätze zur Gleichstellung in der Wissenschaft auszeichnet. Die Gespräche zwischen den Professorinnen werden als inspirierend und bereichernd angesehen, unterstreichen jedoch die bestehende Notwendigkeit, für Gleichstellung in MINT-Bereichen weiterhin aktiv zu kämpfen.