Die Diskussion um die Sichtbarkeit von Frauen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) erhält neue Impulse. An der TU Bergakademie Freiberg setzen sich zwei Professorinnen für eine breitere Anerkennung weiblicher Talente in einem traditionell männlich dominierten Bereich ein. Maja Krumnacker und Jutta Emes betonen, wie wichtig es ist, junge Menschen, insbesondere Frauen, für technische und naturwissenschaftliche Studiengänge zu gewinnen. „Ermutigung und Sichtbarkeit sind entscheidend“, sagt Krumnacker, die in den 1960er Jahren als einzige Frau in ihrer Gießerei arbeitete. Ihre Erfahrung zeigt, dass Gleichbehandlung nicht immer selbstverständlich ist, vor allem wenn man einer unterrepräsentierten Gruppe angehört.

Trotz aller Fortschritte sind Frauen im Ingenieurwesen und in den Naturwissenschaften nach wie vor in der Minderheit. Aktuelle Statistiken belegen dies deutlich: Nur 18,5 % der Professoren in MINT-Fächern an deutschen Hochschulen sind Frauen. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in diesen Bereichen wächst jedoch stetig, wie auch die Bundesinitiative „MissionMINT“ verdeutlicht. Diese zielt darauf ab, mehr Frauen für MINT-Studiengänge und -Berufe zu interessieren und deren Karrierechancen zu verbessern. Die TU Bergakademie Freiberg setzt auf gezielte Maßnahmen, um Abiturientinnen anzusprechen und ihnen Mentoring sowie Netzwerke wie das „Network of Women in Academia“ anzubieten.

Initiativen an der TU Bergakademie Freiberg

Die Universität veranstaltet Schnupperwochen und die „Lange Nacht der Wissenschaft und Wirtschaft“, um Mädchen auf den Campus zu locken und inspirierende Vorbilder zu präsentieren. Maja Krumnacker ist sich mittlerweile ihrer Rolle als Mentorin bewusst und erkennt, dass ihr Beispiel junge Wissenschaftlerinnen motivieren kann. Der familiäre Charakter der TU Freiberg und die kurzen Wege bieten Freiräume, die besonders für Frauen mit Familie von Bedeutung sind.

Ein weiterer Ansatz zur Förderung von Frauen im MINT-Bereich ist die Erhöhung der Sichtbarkeit ihrer Leistungen. Das Programm #FrauenInMINT von meta-IFiF (Innovative Frauen im Fokus) widmet sich genau diesem Thema. Es soll aufzeigen, welche Beiträge Frauen zur Wissenschaft leisten und auf Missstände hinweisen. Die TU Freiberg arbeitet hier eng mit entsprechenden Initiativen zusammen, um die Talente von Frauen in der Wissenschaft gebührend zu würdigen.

Frauen in der Wissenschaft: Herausforderungen und Chancen

Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass der Frauenanteil in der akademischen Laufbahn mit zunehmender Hierarchie abnimmt. Während 46 % der Doktorandinnen weiblich sind, sinkt der Anteil bei Professorinnen auf lediglich 29 %. Dieses Phänomen wird als „Leaky Pipeline“ bezeichnet und ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, die durch Programme wie das Professorinnenprogramm gezielt gegensteuern will. So wurden für die vierte Programmphase 320 Millionen Euro Fördervolumen bereitgestellt, um Gleichstellung in der Wissenschaft zu fördern und Chancengleichheit zu schaffen.

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Insgesamt ist es entscheidend, Frauen in den MINT-Fächern nicht nur zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen, sondern auch ihre Karrierechancen auszubauen. Der Fokus liegt dabei auf der Förderung von Frauen in technischen Berufen, die essenziell für die Bewältigung aktueller Herausforderungen wie Klimawandel und Digitalisierung sind. Nur so kann eine geschlechtergerechte Gesellschaft entstehen, in der beide Geschlechter gleichberechtigt zum Fortschritt beitragen können.

Für die TU Bergakademie Freiberg ist es eine Herzensangelegenheit, Pionierinnen in der Wissenschaft sichtbar zu machen und ihren Wert für die Forschung zu betonen. „Hier liegt ein großes Potenzial für Innovation, das wir gemeinsam ausschöpfen können“, resümiert Krumnacker. Die Zukunft der Hochschule und der Wissenschaft wird davon abhängen, ob die Universität in der Lage ist, die nächsten Generationen von Frauen gezielt zu fördern.

Für mehr Details zu diesem Thema und den Initiativen zur Stärkung von Frauen in der Wissenschaft besuchen Sie folgende Links: TU Freiberg, meta-IFiF und BMFTR.