Die Freie Universität Berlin (FU Berlin) bekräftigt ihre Position zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit israelischen Universitäten und Wissenschaftlern. In einer aktuellen Erklärung wurde die Ablehnung von Boykottforderungen, die eine Beendigung dieser Kooperationen fordern, deutlich. Laut der FU Berlin ist ein solcher Boykott nicht mit den Grundprinzipien der Universität vereinbar.

Die FU Berlin wurde vor fast 80 Jahren gegründet, um die Wissenschaft und die freie Debatte in Zeiten politischen Drucks zu verteidigen. Ein Verzicht auf die Zusammenarbeit mit israelischen Institutionen würde nicht nur die lange gewachsene Verbindung in den Bereichen Medizin, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Naturwissenschaften untergraben, sondern auch das Prinzip des offenen, internationalen Austauschs gefährden. Dieses Prinzip ist für die Universitäten von zentraler Bedeutung.

Wissenschaftliche Prinzipien im Fokus

Die Universität hebt hervor, dass das Abbrechen von Beziehungen zu Forschenden in Konfliktzeiten besonders problematisch ist. Wissenschaft benötigt belastbare und offene Gesprächskanäle, um differenzierte Perspektiven und eine gemeinsame Erkenntnisproduktion zu fördern. Die FU Berlin sieht israelische Hochschulen als plurale, demokratische Institutionen, die interne kontroverse Debatten führen.

Ein Boykott würde im Grunde die Stimmen isolieren, die am dringendsten gehört werden sollten, so das Präsidium der FU. Es wurde auch auf die Resolution der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zur Antisemitismusdebatte im Bundestag vom 19. November 2024 verwiesen, die die Position der Universität untermauert.

Diese Haltung steht im Einklang mit den Grundsätzen der Wissenschaftsfreiheit und der Forschungssicherheit, die als entscheidend für die Integrität und den Fortschritt der wissenschaftlichen Forschung gelten. Forschungssicherheit schützt die wissenschaftliche Arbeit vor Bedrohungen und Risiken und sichert die Autonomie der Forschung.

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Forschungssicherheit und ihre Relevanz

Im Dezember 2025 hatten sich das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie die Wissenschaftsministerien der Länder auf Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit verständigt. Dieses Angebot ist Teil einer breiteren Initiative zur Schaffung einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit, die Transparenz, Orientierung und gemeinsame Standards schaffen soll.

Die Wissenschaftsministerkonferenz von 2025 setzte das Thema „Starke Wissenschaft für Fortschritt und Wohlstand“ und betonte die Notwendigkeit, Hochschulen und Forschungseinrichtungen gegen Bedrohungen wie Spionage und Sabotage zu schützen. Dies geschieht unter der Prämisse, die Hochschulautonomie und die Freiheit der Wissenschaft zu bewahren.

Die Abschlussfolgerungen der Konferenz zielen darauf ab, die Widerstandsfähigkeit deutscher Wissenschaftsorganisationen zu stärken. Die Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs zur Forschungssicherheit soll gewährleisten, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gesichert wird.

Insgesamt zeigt die Freie Universität Berlin durch ihre Haltung, dass sie nicht nur den Dialog und den Austausch mit israelischen Wissenschaftlern aufrechterhalten möchte, sondern auch die Grundprinzipien von akademischer Freiheit und kritischer Offenheit verteidigt. Diese Aspekte sind fundamental für eine progressive und integrative Wissenschaftslandschaft, die gesellschaftliche Fortschritte ermöglicht.