Die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat begonnen und wartet mit einem beeindruckenden Volunteering-Programm auf, das voraussichtlich 65.000 engagierte Freiwillige umfasst. Diese Veranstaltung ist Teil einer umfassenden Initiative zur Förderung des Ehrenamts im Sport, die von einer aktuellen Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) unterstützt wird. Die Studie, gefördert von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE), untersucht die Potenziale und Herausforderungen des freiwilligen Engagements im organisierten Sport in Deutschland, insbesondere im Kontext von Großveranstaltungen.

Freiwilliges Engagement bildet das Rückgrat vieler Sportvereine, doch seit einigen Jahren berichten diese von einem rückläufigen Interesse. Zwischen 2014 und 2019 sank der Anteil der Engagierten in Sportvereinen um fast 10 Prozent. Trotz dieser Bedenken mobilisieren Sportgroßveranstaltungen regelmäßig Tausende von Freiwilligen, die als Volunteers die Organisation unterstützen. In Deutschland wurde dieses Phänomen in einer umfassenden Studie analysiert, die 1.446 Volunteers von verschiedenen internationalen Sportevents befragte, darunter die UEFA EURO 2024, die Handball-Europameisterschaft 2024 und die FISU World University Games 2025.

Ergebnisse der Studie

Die Studie zeigt, dass 7,7 Prozent der Befragten durch ihr Engagement als Volunteer neu oder erneut für langfristiges freiwilliges Engagement aktiviert wurden. Über die Hälfte der Volunteers, genau 58 Prozent, war bereits vor der Veranstaltung aktiv und bleib auch nach ihrem Einsatz engagiert. Nur 2,0 Prozent gaben ihr Ehrenamt auf. Dies verdeutlicht, dass Event-Volunteering bestehendes Engagement nicht ersetzt, sondern ergänzt.

Besonders hervorzuheben sind die Hauptmotive der Volunteers. Werteorientierte Beweggründe, eine Begeisterung für Sport und das Erleben von Gemeinschaft stehen im Vordergrund, während materielle Anreize oft eine untergeordnete Rolle spielen. Diese Erkenntnisse sind durch die Tatsache gestützt, dass 80 Prozent der Volunteers ihre Motivation als Ausdruck von Werten beschreiben, besonders ausgeprägt bei den Special Olympics World Games, wo 91,9 Prozent dies angaben. Das Engagement wird dabei oft als einmalige Gelegenheit mit einem klar begrenzten Zeitraum geschätzt.

Hürden für langfristiges Engagement

Trotz der positiven Aspekte des Volunteering gibt es Herausforderungen, die einen Übergang zu dauerhaftem Engagement erschweren. Zentrale Hürden sind fehlende Zeit und mangelnde Transparenz über weitere Engagementmöglichkeiten. Um diese Probleme zu adressieren, betont Studienleiter Prof. Dr. Holger Preuß die Notwendigkeit, Perspektiven für weiteres Engagement aufzuzeigen. Hierbei wurde der „Volunteer-Weg“ entwickelt, der die Schritte vom ersten Event-Einsatz bis hin zu einem langfristigen Ehrenamt sichtbar macht.

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Die DSEE bietet spezielle Unterstützung für Volunteers, darunter ein kostenfreies Lernportal mit praxisnahen Qualifizierungsangeboten, um die Bindung der Engagierten zu fördern. Dies alles steht im Einklang mit den Empfehlungen, die in der Studie formuliert wurden, wie die Schaffung flexibler Engagementmöglichkeiten und eine zielgruppenspezifische Ansprache.

Durch die Schaffung nachhaltiger Engagementstrukturen, die Förderung intrinsischer Motivation und die Bereitstellung von Qualifizierungsangeboten können Sportvereine das Engagement langfristig sichern. Schließlich wird die Zusammenarbeit zwischen Politik, Eventorganisatoren, Vereinen, Verbänden und Wissenschaft als entscheidend für den Erfolg des Volunteer-Wegs und die Mobilisierung von Freiwilligen hervorgehoben.

Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, das freiwillige Engagement im Sport nicht nur kurzfristig zu aktivieren, sondern auch langfristig zu erhalten und zu fördern. Die DSEE trägt mit ihrer Initiative zur UEFA EURO 2024 zur Stärkung der Volunteers bei und unterstützt die Entwicklung eines robusteren Netzwerks für engagierte Bürger im Sport.