Am 24. April 2026 wird ein bedeutendes Forschungsprojekt zur Wahrnehmung der Energiewende in Deutschland und Polen ins Leben gerufen. Dieses Vorhaben ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Lehrgebiet für Energiewirtschaft der FernUniversität in Hagen und der Universität Danzig. Die Initiative wird von der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung (DPWS) gefördert und trägt den Titel „Energiewende und Gesellschaft: Einstellungen zur Energiewende im Zusammenhang mit Wertewandel und sozialem Vertrauen in Polen und Deutschland“. Ziel des Projekts ist es, die Einflussfaktoren auf die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende zu ermitteln.
Ein zentrales Anliegen der Studie ist die Analyse von Werteorientierungen und dem Vertrauen in staatliche Akteure, sowie die Verbreitung von Verschwörungserzählungen. Diese Aspekte sollen untersucht werden, um deren Einfluss auf das individuelle Verhalten und die Unterstützung politischer Maßnahmen zu bewerten.
Projektleitung und Beteiligte
Das Projekt steht unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr. Michael Bucksteeg von der FernUniversität Hagen und Dr. Anna Maria Nikodemska-Wołowik von der Universität Danzig. Zusätzlich beteiligt ist Dr. Stefan Poier, der sich auf Erneuerbare Energien und Konsumentenverhalten spezialisiert hat. Gemeinsam wollen die Forscher Unterschiede in der Wahrnehmung der Energiewende zwischen Deutschland und Polen ermitteln.
Wichtige Einflussfaktoren auf die Einstellungen der Bevölkerung werden sozioökonomische Rahmenbedingungen, Bildungshintergründe und die Unterscheidung zwischen städtischen und ländlichen Gebieten sein. Während in Deutschland häufig der Fokus auf Umwelt- und Klimaschutz gelegt wird, stehen in Polen wirtschaftliche Entwicklung und individuelle Lebensumstände im Vordergrund.
Die Rolle historischer Prägungen
Zudem wird das Projekt auch die historischen Prägungen betrachten, die das Verhältnis zwischen Individuum und Staat, insbesondere in Polen, beeinflussen. In Polen gibt es unterschiedliche energiepolitische Diskurse: So wird Photovoltaik und Windkraft gefördert, während die Kernkraft weniger umstritten ist.
Zur empirischen Untersuchung sind rund 1.000 Befragungen in beiden Ländern geplant. Dabei werden auch Sekundärdaten, wie der European Social Survey, genutzt. Ziel ist die Entwicklung von Werteprofilen beider Gesellschaften und die Erstellung eines projektspezifischen Fragebogens. Ein wichtiger Aspekt des Projekts wird auch der Austausch und die Vernetzung zwischen Studierenden der Beteiligten Universitäten sein.
Mit diesem ambitionierten Vorhaben soll nicht nur zur sozialwissenschaftlichen Energiewendeforschung beigetragen werden, sondern auch ein bilaterales Forschungsprogramm gefördert werden, das den Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen den beiden Ländern vertieft.