Am 24. April 2026 hat das Forschungsteam um Prof. Gordon Cheng von der Technischen Universität München (TUM) beim Pekinger Halbmarathon mit ihrem humanoiden Roboter „Blitz“ eine außergewöhnliche Leistung gezeigt. Der Roboter erreichte als erster humanoider Roboter das Ziel vor den Menschen und finishten die Strecke in beeindruckenden 50 Minuten und 26 Sekunden. Diese Leistung markiert einen Wendepunkt in der humanoiden Robotik und wurde vom chinesischen Staatsfernsehen umfassend übertragen.

Das Team hatte jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit humanoiden Systemen, insbesondere mit dem Roboter REEM-C von PAL Robotics. Simon Armleder, einer der TUM-Forscher, betonte den Vorteil des individuell gefertigten Roboters „Blitz“. Um die Effizienz des Roboters zu erhöhen, wurde eine optimale Geschwindigkeit von 2 m/s (7,2 km/h) ermittelt. Um das Problem der Motorenüberhitzung zu lösen, setzten die Forscher jedoch nicht auf Wasser, sondern kühlten den Roboter durch vorbeiströmende Luft.

Optimierung durch individuelle Anpassung

Die TUM-Wissenschaftler passten die Software ihres Roboters direkt vor Ort an, wodurch eine deutlich bessere Leistung erzielt werden konnte. Dies stand im Gegensatz zu herkömmlichen Ansätzen, bei denen meist vorinstallierte Software verwendet wird. Zudem setzten die Forscher eine eigene Simulation für das Rennen auf und trainierten die Bewegungsabläufe des Roboters mithilfe von Reinforcement Learning, um die Steuerung auf die spezifische Plattform abzustimmen.

Ein ferngesteuertes Modell von „Blitz“ konnte zwar die Ziellinie nach 48 Minuten und 19 Sekunden überqueren, jedoch musste diese Zeit später auf etwa 57 Minuten korrigiert werden, da sie nicht den Wettkampfregeln entsprach. Dies zeigt die neuen Herausforderungen, die mit der zunehmenden Komplexität von Roboterrennen einhergehen.

Ein neuer Standard in der Robotik

Verglichen mit dem Vorjahr konnte die Bestzeit der Roboter um nahezu zwei Stunden verbessert werden. Im Jahr 2025 benötigte der schnellste Roboter noch 2 Stunden, 40 Minuten und 42 Sekunden für die gleiche Strecke. Trotz einiger Stürze, die auch in diesem Jahr auftraten, war der Gesamteindruck der Roboter in Bezug auf Flüssigkeit der Bewegungen erheblich besser. Das Teilnehmerfeld wuchs von 20 auf über 100 Teams, was die steigende Beliebtheit und das Interesse an dieser Technologie unterstreicht.

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Die Veranstaltung war nicht nur ein technologisches Event, sondern auch ein Schritt zur öffentlichen Wahrnehmung humanoider Robotik. Die Idee ist, dass die Roboter und Menschen auf parallelen, aber getrennten Strecken antreten, um Zusammenstöße zu vermeiden. Dies trägt dazu bei, das Verständnis und das Interesse für Robotik zu fördern, was mit enormen Investitionen in Höhe von rund 9,4 Milliarden Euro in China verbunden ist.

Lorenzo Masia von der TUM sieht die sportliche Leistung der Roboter als bedeutenden Stresstest für die Technologie. Aktuelle Herausforderungen bleiben jedoch, insbesondere in den Bereichen Batterieleistung, Haltbarkeit der Antriebseinheiten, Echtzeitsteuerung sowie Fehlertoleranz. Der Pekinger Halbmarathon von 2026 könnte sich als Wendepunkt für die Zukunft der Robotik erweisen und Innovationen vorantreiben, während die Entwickler von humanoiden Robotern weiterhin an Lösungen für diese Probleme arbeiten müssen.