Knie valgus: Gefahr für Sportler – Studie zeigt neue Erkenntnisse!
In einer neuen Studie haben die Physiotherapie-Auszubildenden Lukas Janisch und Lilo-Marie Maack, gemeinsam mit Dominik Fohrmann, M.Sc., und Prof. Dr. Carlos J. Marques, die effektive Bewertung von Knieachsenabweichungen untersucht. Die Forschung wurde im Fachjournal BMC Musculoskeletal Disorders veröffentlicht und beleuchtet insbesondere die Problematik des dynamischen Knievalgus, der als wesentlicher Risikofaktor für Verletzungen der unteren Extremitäten gilt. Medical School Hamburg berichtet, dass die Ergebnisse der Studie darauf abzielen, bestehende Lücken in der physiotherapeutischen Diagnostik zu schließen und Ansätze für eine standardisierte quantitative Bewertung zu bieten.
Der dynamische Valgus des Knies ist eine Störung der Ausrichtung, bei der das Knie bei Bewegungen wie Kniebeugen und Sprüngen zur Körpermitte kippt. Dies erhöht das Risiko für Verletzungen, insbesondere des vorderen Kreuzbands und führt oft zu vorderen Knieschmerzen. Die zugrunde liegenden biomechanischen Mechanismen beinhalten eine gestörte kinetische Kette, die durch Muskelschwächen und Fehlhaltungen, sowohl proximal als auch distal, beeinflusst wird. Dr. Jordi Jimenez hebt hervor, dass spezifische präventive und korrigierende Übungen für die Hüfte, den Rumpf und das Sprunggelenk entscheidend sind, um die Auswirkungen des dynamischen Knievalgus zu minimieren.
Biomechanische Faktoren und Verletzungsrisiken
Biomechanische Ursachen für den dynamischen Valgus umfassen unter anderem Schwächen in der Hüftmuskulatur sowie Einschränkungen im Sprunggelenk. Veränderungen im Rumpf, wie ein kontralaterales Rumpfsinken oder Innenrotation des Beckens, können das Knie zusätzlich destabilisieren. Forscher warnen, dass diese Störungen nicht nur Verletzungen begünstigen, sondern auch die Wirksamkeit von Sport und körperlichen Aktivitäten einschränken.
Zu den häufigsten Verletzungen, die durch den dynamischen Knievalgus ausgelöst werden, zählen ligamentäre Schäden, insbesondere die Ruptur des vorderen Kreuzbandes, die im Durchschnitt 7,5 Monate Ausfallzeit mit sich bringt. Oft ist die vollständige Rückkehr zu vorheriger Leistungsfähigkeit ungewiss, was das Risiko von Rerupturen und Folgeschäden, wie Gelenksarthrose, erhöht. Laut KLUEDO sind spezielle Trainingsmethoden wie koordinatives Sprungtraining effektiver als apparative Krafttrainingsansätze, um diese Verletzungsrisiken zu mindern.
Studienansatz und -ergebnisse
Die Studie von Janisch und Maack zeigt, dass ein anwendungsorientierter Forschungsansatz in der akademischen Ausbildung von Physiotherapeuten entscheidend ist, um evidenzbasierte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Ein effektives Trainingsprogramm sollte sowohl Kräftigung als auch neuromuskuläre Umstellungen beinhalten, um die Bewegungssteuerung zu optimieren. Es wurde festgestellt, dass regelmäßiges Training innerhalb von 6 bis 12 Wochen zu messbaren Verbesserungen führen kann, während vollständige Korrekturen oftmals langfristige Engagements erfordern.
Fazit: Die Forschung von Janisch, Maack und ihren Kollegen ist nicht nur für die akademische Physiotherapie von Bedeutung, sondern bietet auch praktische Ansätze für die Verbesserung der Bewegungssicherheit und die Verringerung von Verletzungsrisiken im Sport. Der dynamische Valgus als multifaktorielles Phänomen zeigt, wie wichtig es ist, sowohl muskuläre als auch biomechanische Faktoren zu adressieren, um langfristige Erfolge zu erzielen.
