Heute wurde bekannt, dass Prof. Dr. Andreas Greinacher von der Universitätsmedizin Greifswald den ersten ERC Advanced Grant für seine Institution erhalten hat. Der europäische Forschungsrat vergibt diesen hoch angesehenen Preis, der mit 2,5 Millionen Euro dotiert ist und über fünf Jahre läuft, um herausragende Forschungsprojekte zu unterstützen. Mit seinem Projekt PROTECT, das gefährliche Immunreaktionen gegen Blutzellen verhindern oder deren Folgen umgehen soll, setzt Greinacher neue Maßstäbe in der Immunhämatologie.

Der ERC Advanced Grant gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für etablierte Wissenschaftler in Europa. In der aktuellen Ausschreibungsrunde wurden über 3.300 Anträge eingereicht, von denen weniger als 10% gefördert wurden. Dies zeigt die hohe Wettbewerbsfähigkeit und die strengen Bewertungsmaßstäbe des ERC. Die Forschungsarbeiten von Greinacher haben internationale Anerkennung gefunden, insbesondere während der COVID-19-Pandemie, als sein Team maßgeblich zur Aufklärung von VITT (Vaccine-Induced Thrombotic Thrombocytopenia) beitrug. Greinacher ist seit über 30 Jahren in den Bereichen Thrombose, Immunhämatologie und Transfusionsmedizin tätig und hat ein interdisziplinäres Team aufgebaut, das nun mithilfe der Fördermittel neue Erkenntnisse gewinnen soll.

Das Forschungsprojekt PROTECT im Detail

Das Projekt PROTECT umfasst zwei zentrale Forschungsansätze. Der erste, PREVENT, zielt darauf ab, die Mechanismen der anti-PF4-vermittelten Immunreaktionen tiefergehend zu untersuchen. Dazu zählen unter anderem die medizinisch relevanten Syndrome VITT und HIT (Heparin-induzierte Thrombozytopenie). Der zweite Ansatz, BYPASS, befasst sich mit der Entwicklung neuer Methoden in der Transfusionsmedizin, die es ermöglichen, Blutzellen für Patienten mit komplexen Antikörperprofilen verträglicher zu machen. Diese Ansätze versprechen nicht nur wissenschaftliche Fortschritte, sondern auch konkrete Verbesserungen in der Patientenversorgung.

Greinacher wird nun ein interdisziplinäres Forschungsteam an der Universitätsmedizin Greifswald bilden, das sich auf die Umsetzung dieser innovativen Ansätze konzentrieren wird.

Hintergrund und Bedeutung des ERC Advanced Grants

ERC Advanced Grants richten sich an die derzeit führenden Principal Investigators (PIs), die bedeutende Forschungserfolge vorweisen können. Diese Förderlinie ist darauf ausgelegt, außergewöhnliche Führungsqualitäten in der Originalität und Bedeutung der Forschung zu unterstützen. Anträge können in jedem wissenschaftlichen Bereich gestellt werden, ohne dass spezifische akademische Anforderungen gegeben sind. Die Gelder dienen der Förderung innovativer und risikobehafteter Forschungsprojekte, welche neue Erkenntnisse und technologische Durchbrüche ermöglichen.

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Etwa 319 Grants wurden in einer aktuellen Ausschreibung vergeben, wobei 46 dieser Auszeichnungen nach Deutschland gingen. Zu den geförderten Projekten gehören auch Forschungsinitiativen zu toxischen Mischungen, dem Tumorwachstum und anderen bedeutenden Fragestellungen in der modernen Wissenschaft und Technik.

Mit dem ERC Advanced Grant und dem Projekt PROTECT fügt Prof. Dr. Andreas Greinacher nicht nur seiner eigenen Forschungslaufbahn einen weiteren bedeutenden Erfolg hinzu, sondern trägt auch zur Stärkung der Hochschulmedizin in Deutschland und Europa bei. Unter **erc.europa.eu** sind weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten durch den europäischen Forschungsrat verfügbar. Für detaillierte Einblicke in die Bedeutung dieser Förderungen für die Wissenschaft können Interessierte die Berichterstattung auf **helmholtz.de** einsehen.