Das Einstein-Teleskop, ein geplantes unterirdisches Observatorium zur Messung von Gravitationswellen, wird mit drei verschachtelten Detektoren ausgestattet, die jeweils über zehn Kilometer lange Arme verfügen. Geplant ist es, mit Großforschungsanlagen wie dem Large Hadron Collider (LHC) in Genf vergleichbar zu sein. Am 29. Juni 2026 wurde bekannt gegeben, dass die Universität Hamburg erfolgreich drei Forschungsprojekte im Vorbereitungsprogramm für das Teleskop eingereicht hat, die in den nächsten drei Jahren mit insgesamt rund 5,6 Millionen Euro gefördert werden. Diese Förderungen unterstreichen die bedeutende Rolle der Universität Hamburg in der Gravitationswellenforschung in Deutschland, wobei der endgültige Standort des Einstein-Teleskops voraussichtlich 2027 festgelegt wird, wie uni-hamburg.de berichtet.

Innerhalb des Projekts erhalten die Forscherinnen und Forscher bedeutende Fördergelder. Prof. Dr. Céline Hadziioannou und Prof. Dr. Conny Hammer bearbeiten das Projekt „ET-RD-C-PREDICT-NN: Newtonian Noise Cancelling Headphones“ und erhalten dafür rund 1,65 Millionen Euro. Fünf Universitäten in Deutschland sind in dieses Verbundprojekt involviert. Weitere Mittel in Höhe von etwa 2,11 Millionen Euro fließen an Prof. Dr. Oliver Gerberding, Dr. Mikhail Korobko und Prof. Dr. Roman Schnabel für ihr Projekt „ET-RD-B-IFO: Challenges in Interferometer Noise and Control“. Prof. Gerberding, der Sprecher des Forschungsverbunds ist, ist ebenfalls im Exzellenzcluster Quantum Universe an der Universität Hamburg tätig. Für das Projekt „EMET-LF-T: Enabling Main ET-Low-Frequency Technologies“ erhält Prof. Dr. Roman Schnabel zusätzliche 1,87 Millionen Euro, wobei auch das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Berlin mit einbezogen ist.

Seismisches Netzwerk zur Unterstützung des Einstein-Teleskops

Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Einstein-Teleskops wird ein Geophon-Netzwerk in der Euregio Maas-Rhein installiert, das Regionen wie Aachen, Maastricht und Lüttich umfasst. Unter der Leitung der Université Liège erfolgt die Installation von etwa 650 Sensoren in 30 Gemeinden, einschließlich der Zusammenarbeit mit Studierenden der Geophysik der Universität Hamburg und der Arbeitsgruppe Seismologie. Diese Geophone sind darauf ausgelegt, Bodenbewegungen zu erfassen, die durch menschliche Aktivitäten, wie Züge oder Windräder, beeinflusst werden. Ziel des Projekts ist es, das Verständnis der Quellen des seismischen Hintergrundrauschens zu vertiefen und deren Einfluss auf das Wellenfeld zu analysieren, da diese Messungen helfen werden, das frühe Universum und die Naturgesetze besser zu verstehen. Die Installation der Sensoren erfolgte in kleinen Löchern, um eine optimale Kopplung an den Untergrund zu gewährleisten. Das autonome Equipment zeichnet für etwa vier Wochen auf, wobei das Team der Universität Hamburg rund 100 Sensoren an verschiedenen Standorten in den Niederlanden, Belgien und Deutschlandinstallierte.

Diese Bemühungen sind entscheidend, um die hohen Anforderungen an die Sensitivität der Messgeräte des Einstein-Teleskops zu erfüllen. Messungen von winzigen Erschütterungen in der Raumzeit, die durch das Verschmelzen massiver Himmelskörper, wie Schwarzen Löchern oder Neutronensternen, verursacht werden, erfordern eine Minimierung von Störsignalen, insbesondere in Bezug auf Bodenbewegungen. Die praktische Anwendung der Technologien wird durch die Entwicklungen bei LIGO, Virgo und KAGRA ergänzt, die derzeit aufgerüstet werden, um den laufenden Betrieb wieder aufzunehmen, wie geo.uni-hamburg.de berichtet.

Entwicklungen in der Gravitationswellen-Astronomie

Parallel zu diesen Entwicklungen spielt auch das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover und Potsdam eine zentrale Rolle in der internationalen Gravitationswellenforschung. Besonders wichtig sind die aktuellen Aufrüstungen der Detektoren LIGO, Virgo und KAGRA, um die Empfindlichkeit für den bevorstehenden fünften Beobachtungslauf (O5) zu erhöhen. Diese Detektoren haben in der Vergangenheit bereits bemerkenswerte Erfolge erzielt, wie der letzte Beobachtungslauf O4, der am 24. Mai 2023 begann und bis zum 18. November 2025 dauern wird. In dieser Zeit wurden bereits 218 Gravitationswellen-Signale veröffentlicht. Die öffentlich zugänglichen Informationen über Signalereignisse werden in Echtzeit bereitgestellt, was Forschenden ermöglicht, von außergewöhnlichen Ereignissen zu profitieren, an dem auch Bürgerwissenschaftler beteiligt sind, wie aei.mpg.de bestätigt.

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