Hidden Champions: Deutschlands stille Sieger im globalen Wettbewerb!
Am 17. Juni 2026 fand das Symposion des Neuburger Gesprächskreises auf Schloss Neuburg statt. Im Fokus der Veranstaltung standen die Innovationsbedingungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft sowie die Entwicklungsdynamiken in Aufsteigerregionen. Die Teilnehmer, darunter Vertreter aus Diplomatie und (über)regionaler Wirtschaft sowie Wissenschaftler der Universität Passau, diskutierten unter dem Titel „Hidden Regions & Champions – Wie Diplomatie und Wissen neue Märkte erschließen“.
Ein zentrales Anliegen des Symposions war der Austausch über fundamentale Veränderungen in verschiedenen Ländern, darunter Äthiopien, Israel, Kanada und die Ukraine. S.E. Prof. Dr. Martin Selmayr, EU-Botschafter, hielt die Dinner-Speech und legte einen besonderen Schwerpunkt auf die geopolitischen Konflikte und technologischen Revolutionen, die die Welt im Moment prägen. Er betonte die Notwendigkeit eines „wertegeprägten Pragmatismus“ in der europäischen Diplomatie und unterstrich die Bedeutung eines geeinten Europas als politischer Maßnahmenakteur.
Hidden Champions in Deutschland
Während die allgemeine Wirtschaft Deutschlands gegenwärtig vor Herausforderungen steht, zeigen Unternehmen, die als „Hidden Champions“ klassifiziert werden, eine beeindruckende Resilienz. Ursprünglich in den 1990er Jahren von Professor Dr. Hermann Simon geprägt, sind Hidden Champions auf spezialisierte Nischenmärkte ausgerichtet und gelten häufig als Weltmarkt- oder Technologieführer. Diese Firmen sind stark exportorientiert und erzielen häufig hohe Anteile ihres Umsatzes im Ausland. Laut einer Analyse von DDW-Research gibt es in Deutschland insgesamt 2.084 Hidden Champions, die unter den Bedingungen von Umsatz zwischen 30 Millionen und 3 Milliarden Euro sowie einer Beschäftigtenzahl von mindestens 100 Mitarbeitern agieren.
Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen basiert auf Innovationskraft, Kundenorientierung und einer langfristigen strategischen Planung. Charakteristisch sind kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung. Sie sind vor allem im Maschinenbau, der Elektrotechnik sowie im Automobilzulieferer- und Lebensmittelsektor aktiv.
Ökonomische Verteilungen und Branchen
Die Umsatzverteilung zeigt, dass 6% der Hidden Champions einen Umsatz von 21-50 Millionen Euro erreichen, während 32% zwischen 50 und 100 Millionen Euro liegen. Deutlich erkennbar ist, dass 47% der Hidden Champions über 250 Mitarbeiter beschäftigen. Auch in der Inhaberstruktur der Hidden Champions gibt es interessante Aspekte zu vermerken: Rund 86% sind Familienunternehmen, was die Stabilität des Unternehmensanteils unterstreicht.
| Kategorie | Anzahl | Anteil |
|---|---|---|
| Umsatz 21-50 Mio. Euro | 130 | 6% |
| Umsatz 50-100 Mio. Euro | 661 | 32% |
| Umsatz 100-250 Mio. Euro | 603 | 29% |
| Umsatz 251-999 Mio. Euro | 512 | 25% |
| Umsatzmilliardäre | 178 | 9% |
In den bayerischen Regionen scheinen Hidden Champions besonders präsent zu sein, mit 431 Unternehmen in Bayern, die als solche anerkannt sind. Dies unterstreicht die Rolle des Freistaats als bedeutender Standort für Innovationskraft und wirtschaftlichen Erfolg.
Insgesamt verdeutlicht das Symposion die Verknüpfung von regionalen Projekten mit nationaler und internationaler Vernetzung. Der Vorsitzende des Neuburger Gesprächskreises, Fritz Audebert, hebt hervor, dass der Austausch und das gegenseitige Verständnis gefördert werden müssen. Auch Ministerialdirigent Michael Köller referierte über die Rolle der bayerischen Vertretungen in der Diplomatie und betonte die interkulturelle Kompetenz, die er an der Universität Passau erlangte.
Die Veranstaltung fand nicht nur einen Austausch von Ideen und Perspektiven, sondern auch eine kulturelle Begleitung durch ein Violinentrio aus Tschechien, und endete mit einem festlichen Abendessen, das den gelungenen Abend gebührend abrundete.
Weitere Informationen zu den Herausforderungen und Chancen der Hidden Champions in Deutschland bietet die deutsche wirtschaft und zu den Themen des Symposions Uni Passau.
