Hildesheimer Elternabend erklärt Schulfähigkeit, Sprachentwicklung und Schuleingangsuntersuchung
Hildesheim. Der Übergang von der Kita in die Schule fühlt sich für viele Familien ein bisschen wie ein Sprung ins kalte Wasser an. Was Kinder dafür brauchen, woran sich Schulfähigkeit zeigt und wie Eltern sie im Alltag unterstützen können, steht im Mittelpunkt des Elternabends „Auf die Schule fertig los!“ der städtischen Kindertagesstätten.
Der Abend findet am Donnerstag, 19. November, um 19 Uhr im Rathaus Hildesheim, Markt 1, Sitzungssaal Gustav Struckmann, 2. Obergeschoss, Raum 209, statt. Eingeladen sind alle Eltern und Interessierten. Auf dem Programm stehen Voraussetzungen für einen guten Schulstart, allgemeine Informationen zur Schulfähigkeit sowie ein Schwerpunkt auf Sprache und Sprechen. Dazu kommen praktische Tipps, verschiedene Materialien und Zeit für Fragen – also nicht nur Theorie zum Mitschreiben.
Sprache, Alltag und der Blick auf das einzelne Kind
Referieren werden das Team von „KEA für Eltern“ und eine Kinderärztin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes Hildesheim. KEA steht für „Kinder entwickeln alltagsintegriert Sprache“. Das kostenlose Angebot der Stiftung Universität Hildesheim richtet sich an Kita-Eltern aus Krippen und Kindergärten in Stadt und Landkreis Hildesheim. Es vermittelt alltagsnahe und fachlich fundierte Impulse, mit denen sich die kindliche Sprachentwicklung im täglichen Miteinander unterstützen lässt – beim Anziehen, Essen, Spielen oder eben zwischendurch.
Finanziert wird KEA durch den Landkreis Hildesheim. Die Kinderärztin bringt außerdem den medizinischen Blick auf die Schuleingangsuntersuchungen mit und beantwortet Fragen zum Ablauf. Im Jahr vor der Einschulung wird jedes Kind von ärztlichen Fachkräften und Mitarbeitenden des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes untersucht. Verpflichtend ist die Untersuchung für alle Kinder, die im folgenden Sommer schulpflichtig werden, einschließlich sogenannter „Flexi-Kinder“.
Was bei der Schuleingangsuntersuchung passiert
Die Untersuchung orientiert sich an schulischen Anforderungen und wird nach dem standardisierten Modell „SOPHIA“ durchgeführt. Auf dem Prüfplan stehen unter anderem Hör- und Sehvermögen, Sprachentwicklung, Körper- und Feinmotorik, Hörwahrnehmung, Zahlen- und Mengenverständnis sowie Konzentrationsfähigkeit. Die Sorgeberechtigten werden anschließend zur individuellen Entwicklung ihres Kindes und zu geeigneten Fördermaßnahmen beraten. Auch Fragen zur Wahl der Schulform, etwa im Rahmen der Inklusion, gehören dazu.
Der Ablauf besteht aus zwei Teilen. Zunächst werden die Vorgeschichte dokumentiert, Vorsorgeheft und Impfpass kontrolliert und erste Tests – darunter Hör- und Sehtest – durchgeführt; außerdem werden Größe und Gewicht gemessen. Danach folgen die körperliche Untersuchung und die Überprüfung sprachlicher, motorischer und kognitiver Fähigkeiten, des Zahlen- und Mengenverständnisses sowie des Verhaltens. Wird Förderbedarf festgestellt, erhalten die Eltern in einem abschließenden Gespräch Empfehlungen und weiterführende Informationen.
Die aufnehmende Schule bekommt eine Einschulungsempfehlung mit Angaben zu besonderen Bedürfnissen oder notwendigem Unterstützungsbedarf. Übermittelt werden dabei nur unmittelbar schulrelevante Befunde sowie eine Empfehlung zur Schulfähigkeit. Die Eltern werden darüber informiert, welche Angaben an die Schule weitergegeben werden.
Ein Teil eines niedersächsischen Verfahrens
In Niedersachsen werden alle Kinder vor der Einschulung ärztlich auf ihren Entwicklungs- und Gesundheitszustand untersucht. Die standardisierte Untersuchung organisieren die Landkreise und kreisfreien Städte, in der Regel über ihre Gesundheitsämter. Je nach Kommune findet der Termin im Kindergarten, in der Schule oder im Gesundheitsamt statt; die Eltern erhalten dafür eine Einladung. Im Landkreis Hildesheim wird der Untersuchungstermin den Erziehungsberechtigten etwa drei bis vier Wochen vorher schriftlich mitgeteilt.
Die Kinder- und Jugendärztlichen Dienste der örtlichen Gesundheitsämter übermitteln die erhobenen Daten jährlich anonymisiert an das Niedersächsische Landesgesundheitsamt. Das NLGA führt sie zusammen, wertet sie statistisch aus und veröffentlicht seit 2010 Berichte zu wechselnden Schwerpunktthemen. Untersuchung, Dokumentation und Auswertung erfolgen qualitätsgesichert im überregionalen SOPHIA-Verbund.
Für den Elternabend im Rathaus können sich Interessierte bei Kathleen Glaser von der Stadt Hildesheim, Kindertagesstätte Nordlicht, unter k.glaser@stadt-hildesheim.de oder bei Kerstin Borgaes vom KEA-Team unter kea-eltern@uni-hildesheim.de melden. Fragen zum konkreten Ablauf der Schuleingangsuntersuchung beantwortet außerdem das zuständige kommunale Gesundheitsamt.
