Am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, empfängt Eintracht Braunschweig Hannover 96 zum Niedersachsenderby in der 2. Bundesliga. Das Spiel findet in Braunschweig statt, das Eintracht-Stadion ist ausverkauft. Rund 2.100 Hannover-96-Anhänger werden ihre Mannschaft unterstützen.

Die Anspannung ist schon vor dem Anpfiff spürbar. Am Sonntagabend sollen vermummte Anhänger von Hannover 96 in Braunschweig eine Eventhalle gestürmt haben, in der Eintracht-Fans eine Choreografie für das Derby vorbereiteten. Laut HAZ kam es dabei zu körperlichen Auseinandersetzungen; außerdem sollen die Angreifer Fanmaterial gestohlen haben. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Landfriedensbruchs.

Polizei trennt Fanlager

Die Polizei stuft die Partie als Hochrisikospiel ein und plant einen Einsatz mit mehreren Hundert Beamtinnen und Beamten. Die Fanlager sollen konsequent getrennt werden. Zusätzlich wird das Umfeld des Eintracht-Stadions per Drohnen überwacht.

Zum Einsatz kommt ein bewährtes Konzept. Der Aufwand fällt allerdings geringer aus als 2023, als mehr als 2.000 Einsatzkräfte eingesetzt wurden. Nach aktuellem Stand sind der Polizei keine besonderen Gefährdungslagen bekannt.

Ganz ohne Vorgeschichte bleibt das Derby trotzdem nicht. In mehreren Orten tauchten Hassplakate mit der Aufschrift „Eintracht verrecke“ auf. Beide Fangruppen fielen in der Vergangenheit wiederholt durch provokante Aktionen auf, darunter Drohungen gegen Spieler und ein 2013 in Hannover ausgesetztes Schwein mit 96-Schal. Beim Derby im Frühjahr in Hannover blieb die Lage zwar insgesamt ruhig, Pyrotechnik führte dennoch zu einer Spielunterbrechung.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Eintracht-Trainer Lars Kornetka appellierte an die Fans, zu berücksichtigen, dass viele Kinder im Stadion sein werden. Ein Satz, der angesichts von Rauch, Knall und aufgeheizten Rängen nicht ganz nebensächlich ist.

Fanmarsch und Sperren rund ums Stadion

Eintracht-Fans planen am Sonntag ab 10:45 Uhr einen Fanmarsch vom Zentralcampus der TU Braunschweig zum Stadion. Für den Verkehr wird das Folgen haben: Die Hamburger Straße bleibt von 10 bis voraussichtlich 17 Uhr zwischen Schmalbachstraße und A 392 in beiden Richtungen gesperrt.

Auch die Ackerstraße ist zeitweise nicht passierbar. Rund um das Stadion stehen zahlreiche Parkplätze nicht zur Verfügung. Verkehrsteilnehmer sollen die betroffenen Bereiche weiträumig umfahren – wer sich trotzdem hineinwagt, dürfte schnell im Stau stehen.

Kontrollen auf der Anreise

Die Bundespolizei verstärkt ihre Präsenz am Hauptbahnhof Hannover sowie entlang der An- und Abreisewege der 96-Fans. Für die Anreise wird unter anderem ein Entlastungszug nach Braunschweig eingesetzt.

Eine Allgemeinverfügung verbietet in Zügen und an allen Bahnhöfen entlang der Strecke Vermummungsgegenstände, Pyrotechnik und Glasflaschen. Personen, die die Sicherheit gefährden, sollen vom Reiseverkehr ausgeschlossen werden.

  • Vermummungsgegenstände sind verboten.
  • Pyrotechnik darf nicht mitgeführt werden.
  • Auch Glasflaschen sind untersagt.

Zwischen Fanmarsch, Sonderzug, Straßensperren und Drohnen wird der Derbytag also schon lange vor dem ersten Ballkontakt sichtbar sein. In Braunschweig dürfte es am Sonntag an vielen Stellen eng werden – auf den Straßen ebenso wie auf den Rängen.