Hörrevolution in Hannover: Zweijähriges Mädchen erhält einzigartiges ABI!
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat einen bedeutenden medizinischen Fortschritt erzielt: Ein zweijähriges Mädchen erhielt erfolgreich ein zweites Auditory Brainstem Implantat (ABI). Diese anspruchsvolle Operation ist sehr selten, insbesondere die beidseitige Versorgung bei einem so jungen Kind. Anliegen dieser Implantate ist die Wiederherstellung der Hörfähigkeit für Kinder, die ohne Hörnerven geboren wurden, da Cochlea-Implantate in diesen Fällen nicht anwendbar sind.
Die MHH führt dieses Verfahren durch, um Kindern mit beidseitiger Hörnervenaplasie die Möglichkeit zu geben, Höreindrücke und Sprache zu entwickeln. Der erste Eingriff fand vor einem Jahr statt und führte dazu, dass das Mädchen bereits erste Wörter lernen konnte. Die kürzlich durchgeführte zweite Implantation verbessert nun das räumliche Hören und die Verarbeitung von Geräuschen, was für die weitere Sprachentwicklung von großer Bedeutung ist.
Komplexität des Eingriffs
Die Implantation eines ABI zählt zu den komplexesten un der anspruchsvollsten Operationen in der Hörrehabilitation. Solche Eingriffe sind nur an wenigen hochspezialisierten Zentren möglich. Das Operationsteam der MHH bestand aus Professorin Leichtle, Professor Dr. Rolf Salcher und Professor Dr. Thomas Lenarz. Professorin Leichtle betont die zentrale Rolle der beidseitigen Versorgung für die Hör- und Sprachentwicklung des Mädchens. Auch Professor Lenarz hebt hervor, wie wichtig die interdisziplinäre Begleitung für den Erfolg der Behandlung ist.
Bereits zwei Tage nach der Operation wurde das Implantat aktiviert und die ersten Reaktionen des Mädchens auf die Höreindrücke beobachtet. Die nächsten Schritte umfassen die Erstanpassung des Implantats sowie eine intensive Hör- und Sprachtherapie. Dies wird entscheidend sein für die Entwicklung und Integration des Kindes in seine Umgebung.
Führend in der Hörrehabilitation
Die MHH gilt international als führendes Zentrum für implantierbare Hörsysteme und kann auf jahrzehntelange Erfahrung in diesem Bereich zurückblicken. Die Bedeutung der Hörrehabilitation für Kinder mit Hörstörungen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ergänzend zu den medizinischen intervenierenden Maßnahmen bieten spezialisierte Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland umfassende Programme für Schwerhörige und Ertaubte.
Laut schwerhoerigen-netz.de gibt es bundesweite Beratungsstellen, die Unterstützung bei der Beantragung und Information zu Rehabilitationsmöglichkeiten bieten. Der Reha-Zuständigkeitsnavigator der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) hilft Betroffenen, sich im Reha- und Teilhabesystem besser zurechtzufinden.
Der Fortschritt des Mädchens und die erfolgreiche Durchführung dieser seltenen Operation unterstreichen nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Möglichkeiten, die durch moderne medizinische Interventionen geschaffen werden. Durch den Einsatz von ABI-Technologie erhalten Kinder wie das Mädchen an der MHH die Chance, ein erfülltes Leben mit eingebautem Gehör zu führen.
