Die Graduiertenschule „Solar System School“ in Deutschland hat Mitte 2026 einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Ilse de Langen ist die 250. Absolventin, die ihre Dissertation erfolgreich verteidigt hat. Diese Institution, die seit 24 Jahren talentierte Nachwuchswissenschaftler*innen zur Promotion anzieht, ist ein gemeinsames Projekt des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung, der Universität Göttingen und der TU Braunschweig. Ilse de Langens Forschung fokussiert sich auf die komplexen Magnetfelder und Strömungen im unterirdischen Ozean des Jupitermondes Europa, ein Thema von wachsendem Interesse angesichts der bevorstehenden Weltraummissionen.

Die Dissertation von Ilse de Langen unterstützt insbesondere die NASA-Mission Europa Clipper und die ESA-Mission JUICE, die beide gegen Ende dieses Jahrzehnts Europa genau untersuchen werden. Der unterirdische Ozean wird unter einer 20 Kilometer dicken Eiskruste vermutet und könnte Bedingungen für das Entstehen von Leben bieten. Das viele Wasser in diesem Ozean wird auf mehr als das Doppelte der gesamten Wassermenge aller Weltmeere der Erde geschätzt.

Wissenschaftliche Bedeutung der Forschung

Das Magnetfeld Jupiters spielt eine entscheidende Rolle bei der Untersuchung Europas. Es beeinflusst die magnetischen Bedingungen des Mondes und induziert elektrische Ströme im Ozean. Ilse de Langen hat diese Wechselwirkungen theoretisch beschrieben und am Computer simuliert, einschließlich der Untersuchung unbekannter Trägheitswellen im Ozean. Ihre Ergebnisse werden helfen, die Messungen des Magnetfeldes durch die kommenden Missionen zu interpretieren, was für das Verständnis der potenziellen Lebensbedingungen vital ist.

Insgesamt promovieren aktuell etwa 35 Wissenschaftler*innen an der Solar System School, wobei 45 Prozent von ihnen Frauen sind. Diese Institution ist nicht nur ein Ort für akademischen Austausch, sondern auch ein Bindeglied zwischen theoretischer Forschung und den praktischen Anforderungen zukünftiger Missionen im Sonnensystem. Jährlich bewerben sich etwa 200 Studierende aus aller Welt um Promotionsplätze.

Über die Raumfahrtmissionen

Die NASA-Mission Europa Clipper, die am 14. Oktober 2024 gestartet ist, ist das größte Planeten-Raumschiff der NASA. Die Sonde nutzt ein Multiple-Flyby-Verfahren, um 50 nahe Vorbeiflüge an Europa durchzuführen, und wird mit mehreren hochmodernen wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet, darunter ein Eisdurchdringendes Radar und Massenspektrometer zur chemischen Analyse von Staub und Gasen. Die Mission wird im April 2030 im Jupitersystem erwartet und zielt darauf ab, die geheimnisvollen Bedingungen des Mondes eingehend zu untersuchen.

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Auch die ESA-Mission JUICE, die im Jahr 2023 gestartet wurde, ist von großer Relevanz. Als Ergänzung zur NASA-Mission fokussiert sie sich auf die Jupitermonde Ganymed und Kallisto. Wissenschaftler erwarten, dass die Kombination der beiden Missionen eine umfassendere Perspektive auf die dynamischen und chemischen Prozesse in diesem Bereich des Sonnensystems bietet.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Europas Ozean sind entscheidend, um Fragen zur Astrobiologie zu beantworten. Das Interesse an Europa basiert auf drei Säulen: der Theorie der gezeitengeheizten Wasservorkommen, der Verfügbarkeit essentielles chemischer Elemente und der Möglichkeit hydrothermaler Aktivitäten am Meeresboden, die mikrobiellen Stoffwechsel ermöglichen könnten.

Insgesamt verdeutlicht die Forschungsarbeit von Ilse de Langen und die bevorstehenden Missionen die bemerkenswerte Komplexität des Jupitersystems und die Möglichkeit, dass es dort Leben geben könnte. Die wissenschaftliche Gemeinschaft ist gespannt auf die kommenden Entdeckungen, die unser Verständnis des Lebens im Universum erweitern könnten. Eine tiefergehende Untersuchung der Magnetfelder und Ozeane könnte der Schlüssel zu diesen wichtigen Erkenntnissen sein.

Für weitere Informationen über die Forschungen an Europa und die Missionen können Sie Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Sonnensystem.com und Astronomie.de besuchen.