In Weingarten bekommen Kinder in diesem Winter die Gelegenheit, ihre eigene Weihnachtskrippe aus Holz zu bauen. Das Angebot richtet sich an Zehn- bis 14-Jährige und ist kostenlos. Gearbeitet wird im November und Dezember in der Holzwerkstatt des Hauses am Mühlbach – genauer: im Haus des Ehrenamts, Seniorenweg 4, Weingarten.

Rund acht Freitagnachmittage sind dafür vorgesehen. Unter Anleitung messen, sägen und verleimen die Kinder Holz; am Ende sollen Krippen von etwa 35 bis 50 Zentimetern Höhe entstehen. Alte Bretter, Obstkisten, Altholz und Treibholz liegen dafür bereit. Wie die Krippe aussieht, entscheiden die jungen Handwerkerinnen und Handwerker selbst. Ein bisschen schief darf es dabei ruhig werden.

Erst kennenlernen, dann loslegen

Bevor der erste Schnitt gemacht wird, gibt es einen Kennenlern- und Einführungstermin. Dort werden Einzelheiten und die genauen Termine besprochen. Außerdem erhalten die Kinder eine Einweisung in den sicheren Umgang mit den Werkzeugen.

Organisiert wird das Projekt von der ehrenamtlichen Holzschnitzer-Gruppe des Mühlbach-Seniorentreffs. Zum Betreuerteam gehören Franco Diana, Raimund Eltrich und Klaus Biust. Maschinen dürfen ausschließlich unter strenger Aufsicht benutzt werden. Die fertigen Krippen sollen noch vor Weihnachten präsentiert werden; anschließend nehmen die Kinder ihre Werke mit nach Hause.

Anmeldung und Fragen laufen über Franco Diana: telefonisch unter 0151 / 16548299 oder per E-Mail an [email protected].

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Holz, Werkzeug und ein wacher Blick

Beim Werken erkunden Kinder Materialien, Werkzeuge und eigene Ideen ganz praktisch. Sie planen, probieren aus und verfolgen, wie aus einzelnen Teilen ein Werkstück entsteht. Dabei zählen Aufmerksamkeit, Handfertigkeit, klare Regeln und eine durchgehende Begleitung mehr als starre Altersgrenzen. Aufgaben und Werkzeug müssen zum jeweiligen Entwicklungsstand passen.

Für einfache Einstiege reichen weiches, unbehandeltes Holz, ein kleiner Hammer und ein überschaubares Projekt. Geeignet sind außerdem große Nägel, Schleifpapier, eine stumpfe Raspel oder Feile und ein Zollstock. Ein Handbohrer kommt nur infrage, wenn ein Kind Anweisungen zuverlässig befolgt, das Werkstück fixiert ist und ein Erwachsener unmittelbar dabeibleibt. Elektrische Bohrmaschinen, Sägen, Schleifgeräte und Heißklebepistolen bleiben Erwachsenen vorbehalten; auch ein Lötkolben ist kein Einstiegswerkzeug.

Der Arbeitsplatz sollte ruhig, aufgeräumt, gut beleuchtet und frei zugänglich sein. Nötig sind ein standfester Tisch, freie Wege und erreichbares Erste-Hilfe-Material. Das Werkstück muss gegen Verrutschen gesichert werden, eine Schraubzwinge bringt der Erwachsene an und kontrolliert sie. Bereitliegt nur, was gerade gebraucht wird. Nach Pausen und am Ende werden Werkzeuge weggeräumt und unzugänglich aufbewahrt.

Vor dem Arbeiten wird jeder Schritt langsam gezeigt: Werkzeug richtig halten, die freie Hand wegnehmen, den Blick auf das Werkstück richten – erst dann geht es los. Eine Schutzbrille ist sinnvoll, wenn Splitter fliegen könnten. Lange Haare gehören zusammengebunden; weite Ärmel, Ketten und Schals können stören. Handschuhe dürfen Gefühl und sicheren Griff nicht beeinträchtigen und gehören nicht an drehende Werkzeuge. Beim Transport rauer Materialien hängt ihre Verwendung vom jeweiligen Arbeitsschritt ab.

Sägen, Bohrer, Messer, Nägel, Kleinteile und Chemikalien müssen sofort außer Reichweite gebracht werden. Das gilt ebenso für Leim, Farben und Lacke. Kindergeeigneter Holzleim soll nach Produkt- und Gebrauchshinweisen verwendet werden – die pauschale Bezeichnung „ungiftig“ ist nicht verlässlich. Farben und Lacke müssen für den vorgesehenen Einsatz geeignet sein; offene Behälter, Schrauben und andere Kleinteile werden sicher verschlossen oder weggeräumt.

Was beim Bauen gelernt wird

Die Kinder erfahren, wie sich Holz, Pappe und Ton unterscheiden, dass Nägel gerade eingeschlagen und Bauteile passend verbunden werden müssen. Sie üben, Arbeitsschritte nacheinander auszuführen, bei einer Aufgabe zu bleiben und Lösungen anzupassen. Greifen, Zielen und Kraftdosierung entwickeln sich allerdings individuell.

Werken, Basteln und Konstruieren überschneiden sich: Beim Werken stehen Material, Werkzeug und handwerklicher Prozess im Mittelpunkt, beim Basteln oft Papier, Pappe, Naturmaterialien oder Farben. Konstruieren bedeutet vor allem, Teile zu planen und zu verbinden. Entscheidend bleibt, ob das Angebot sicher und passend ist, nicht, wie es genannt wird.

Als kleine Übung eignet sich etwa ein Fühlbrett aus einem glatten Holzbrett, Schleifpapier, Holzleim sowie großen Holzstücken oder Korken. Das dauert ungefähr 20 bis 30 Minuten, dazu kommt die Trockenzeit. Unter Anleitung schleift das Kind Kanten und klebt Formen auf; Begriffe wie glatt, rau oder rund lassen sich dabei nebenbei besprechen. Der Erwachsene achtet darauf, dass kein Kleinteil im Mund landet.

Ein Nagelbild entsteht aus einem weichen Holzbrett, großen Nägeln und einem dicken Filzstift. Eine einfache Linie oder ein geometrisches Muster wird vorgezeichnet, die Nägel setzt das Kind mit Abstand und schlägt sie vorsichtig ein. Statt den Nagel zu halten, zeigt der Erwachsene, wie das Kind ihn unten fasst und die Hand vor dem ersten Schlag zurücknimmt. Zeitaufwand: ungefähr 20 Minuten.

Beim kleinen Schild entscheidet das Kind über Form, Name oder Symbol. Es glättet die Kanten mit Schleifpapier oder Feile und gestaltet das zugeschnittene Holzbrett mit Farbe. Dafür sind etwa 45 Minuten plus Trocknung einzuplanen. Löcher zum Aufhängen bohrt ausschließlich der Erwachsene – oder das Kind nur bei sicherer Handhabung, mit einem geeigneten Handbohrer und unter Begleitung. Die Aufgabe darf anspruchsvoll sein, ohne dass jeder einzelne Schritt allein erledigt werden muss.

Altholz ist nicht automatisch harmlos

Für kleine Projekte sind glattes, trockenes, möglichst splitterarmes und unbehandeltes Holz sowie dünne Leisten, Reststücke aus unbehandeltem Vollholz und zugeschnittene Bastelhölzer praktischer als Palettenholz. Paletten, alte Möbel und Fundholz können Splitter, Nägel, unbekannte Beschichtungen oder Verunreinigungen enthalten. Recyclingholz sollte nur verwendet werden, wenn Herkunft und Zustand bekannt sind. Holz mit alten Nägeln, unbekannten Lacken oder Schmutz bleibt besser liegen; neue, unbehandelte und glatt geschliffene Stücke sind für Einsteiger sicherer.

Erwachsene können mit kurzen, konkreten Aufgaben helfen: „Schleife diese Kante, bis sie sich glatt anfühlt.“ Fragen wie „Was brauchst du als Nächstes?“ lassen Raum für eigene Entscheidungen. Schiefe Nägel und ungleichmäßige Farbe gehören zum Lernprozess. Eingreifen müssen Erwachsene bei Gefahr, Überforderung oder Regelverstößen. Für Kinder mit motorischen Einschränkungen können größere Werkstücke, fixierte Materialien, aufgeteilte Arbeitsschritte oder dickere Werkzeuggriffe hilfreich sein; die Anpassung richtet sich nach dem einzelnen Kind.

Bei Verletzungen wird die Arbeit sofort unterbrochen und die Stelle ruhig untersucht. Kleine Wunden werden gereinigt und versorgt. Bei stärkeren Blutungen soll Druck ausgeübt und medizinische Hilfe geholt werden. Ein tief sitzender Splitter, eine stark schmerzende Quetschung, Bewegungseinschränkung oder eine verschmutzte Wunde sollten ärztlich beurteilt werden. Auch häufige Schmerzen, vermiedene Handbewegungen oder neu auftretende deutliche Ungeschicklichkeit gehören medizinisch abgeklärt.

Ob Kinder in einer Kita, Schule, im Hort oder in einer offenen Werkstatt mit Werkzeugen arbeiten, hängt von Einrichtung, Träger, pädagogischem Konzept, Raum, Gruppengröße und Material ab. Auch die Verantwortlichkeiten unterscheiden sich je nach Einrichtung und Region. Eltern können deshalb nach dem jeweiligen Sicherheits- und Werkstattkonzept fragen.

Der zugrunde liegende Beitrag zum Werken mit Kindern wurde am 08.09.2026 aktualisiert. Überarbeitet wurden Sicherheits- und Materialhinweise: Starre Altersgrenzen wichen der Orientierung am Entwicklungsstand, ergänzt wurden Sicherheitschecks für Arbeitsplatz, Aufsicht und Aufbewahrung. Maschinen, Lötkolben und andere ungeeignete Werkzeuge werden klar abgegrenzt, neue Projektideen nach Werkzeugstufe wurden aufgenommen, veraltete und nicht belegte Aussagen entfernt. Der Artikel erhielt 27 Bewertungen mit einem Durchschnitt von 4,37 von 5.

Für das Weingartener Krippenprojekt heißt das ganz praktisch: Erwachsene erklären die Arbeitsschritte, beobachten und greifen bei Gefahr sofort ein. Die Holzwerkstatt liegt an diesem