Im Rahmen des Projekts „ZuPro II“ setzen die Universität Paderborn und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ihre Zusammenarbeit fort. Diese Initiative wird vom Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn und dem Institut für Produktentwicklung (IPEK) am KIT getragen. Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Vernetzung von Zielen und Randbedingungen über verschiedene Planungsebenen und Produktgenerationen in Produktportfolios. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 500.000 Euro über zwei Jahre gefördert, wie uni-paderborn.de berichtet.
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Planung von Produktportfolios über mehrere Produktgenerationen hinweg. Dabei wird analysiert, wie stabile und dynamische Ziele sowie Unterschiede zwischen Produktgenerationen betrachtet werden können. Ein weiterer Fokus ist die Planung über verschiedene Ebenen, von der Produktlinie bis zu Subsystemen. Ein Beispiel hierfür sind Elektrofahrzeuge, bei denen Ziele von abstrakten Plattformarchitekturen zu konkreten Aspekten wie Reichweite und Kosten heruntergebrochen werden.
Strategische Planung in einem volatilen Umfeld
Wie gepris.dfg.de darstellt, erfolgt die Weiterentwicklung von Produktportfolios häufig nicht linear, sondern wird von neuen Kundenbedürfnissen und technologischem Wandel geprägt. Diese Dynamik bringt die zentrale Herausforderung mit sich, die verschiedenen Planungsebenen auf ein durchgängiges Zielsystem auszurichten und mit den wachsenden Unsicherheiten umzugehen. Der Zielansatz des Projektes ist es daher, die Vernetzung von Zielen über verschiedene Systemgenerationen und Abstraktionsebenen zu analysieren.
Die strategische Produktplanung muss aktuellen Herausforderungen wie Kreislaufwirtschaft und digitale Geschäftsmodelle begegnen. Dazu fordern industry-science.com etablierte Vorgehensmodelle eine umfassende Aktualisierung, um den Anforderungen moderner Produkt-Service-Systeme gerecht zu werden. Dies wird durch die Analyse von 230 bestehenden Ansätzen untermauert, die einen neuen, agilen und iterativen Entwicklungsansatz präsentieren.
Ein neues Modell der strategischen Produktplanung
Das neue Modell der strategischen Produktplanung beinhaltet fünf zyklische Kernaktivitäten, die durch fünf Kontrollpunkte strukturiert werden. Dabei werden assoziierte Aspekte wie Flexibilität und Informationszirkularität berücksichtigt, um einen ressourcenschonenden und nachhaltigen Produktentwicklungsansatz zu fördern. Die Berücksichtigung der Lebenszyklusperspektive ist entscheidend, um sowohl die Nachhaltigkeit als auch die Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.
Ein Kernelement dieses Ansatzes sind digitale Zwillinge, die die kontinuierliche Informationsrückführung im gesamten Produktlebenszyklus ermöglichen. Dies trägt zur dynamischen Anpassung in der strategischen Produktplanung bei und macht die Integration von Mechanik, Elektronik und Software in Cyber-physischen Systemen erforderlich.
Durch die Entwicklung von Handlungsempfehlungen, Design-Prinzipien und Vorgehensmodellen sollen Unternehmen bei strategischen Entscheidungsprozessen unterstützt und ihre Produktportfolios kohärent ausgerichtet werden. Ziel des Projekts „ZuPro II“ ist es, diese Methoden zu validieren und den Unternehmen effektive Werkzeuge an die Hand zu geben, um mit den Herausforderungen des sich ständig verändernden Marktes umzugehen.