Die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd hat ein wegweisendes Projekt ins Leben gerufen, um jüdische Erfinder:innen und deren Beiträge zur Gesellschaft sichtbar zu machen. Mit der interaktiven Webkarte namens MapTribute wird eine innovative Plattform geschaffen, die nicht nur historische Biografien präsentiert, sondern auch praxisnahe Unterrichtsmaterialien für Schulen bereitstellt. Diese Initiative ist Teil des Projekts „Erinnern, Erfinden, Erkennen: Jüdische Perspektiven im Technikunterricht“, welches von der Baden-Württemberg Stiftung gefördert wird. Verantwortlich für die Umsetzung sind Prof. Dr. Hannes Helmut Nepper und PD Dr. Gabriele Theuer, die beide ihre Expertise in das Projekt einbringen.

MapTribute hat zwei zentrale Ziele: Zum einen sollen Studierende des Lehramts praxisnahe Unterrichtsmaterialien entwickeln, die Lehrer:innen im Unterricht einsetzen können. Zum anderen wird die Webkarte als dauerhaftes, frei nutzbares Bildungswerkzeug für Schulen konzipiert. Nutzer:innen haben die Möglichkeit, auf Standorte zu klicken und Informationen zu Biografien, technischen Entwicklungen und dem historischen Kontext abzurufen. Schön ist, dass Schulen aktiv eingeladen werden, sich an MapTribute zu beteiligen und regionale Forschung zu betreiben. Ein zusätzlicher Aspekt des Projekts ist ein integriertes Werkzeug zur Erstellung von Gedenktafeln. Aus der Webkarte können automatisch SVG-Dateien erzeugt werden, die für die Gestaltung dieser Tafeln genutzt werden können.

Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter

Parallel zu dieser Initiative finden andere Digitalisierungsprojekte statt, die sich mit der Erinnerung an den Holocaust beschäftigen. Die Plattform „Shoah Stories“ und das Projekt „In Echt?“ nutzen digitale Mittel, um jüngeren Generationen die Erinnerungen an den Holocaust näherzubringen. Diese Projekte sind besonders wichtig, da laut der Jewish Claims Conference bis 2040 90% der Holocaust-Überlebenden nicht mehr leben werden.

Ein wichtiger Akteur in diesem Kontext ist Kurt Hillmann, ein 90-jähriger Holocaust-Überlebender, der an „In Echt?“ teilnahm. Er betont die Verantwortung der jungen Generation, Wiederholungen von Geschichte zu verhindern. Innovative Ansätze wie virtuelle Begegnungen mit Zeitzeugen bieten jungen Menschen die Möglichkeit, die Vergangenheit hautnah zu erleben. Besucher können mittels VR-Brille mit Zeitzeugen, wie Ruth Winkelmann oder Charlotte Knobloch, in Dialog treten. Das Anne Frank Zentrum in Berlin unterstützt diese Bemühungen mit der Bildungsplattform „Shoah Stories“, die kurze Videos über den Holocaust zur Verfügung stellt und von über 20 internationalen Museen und Bildungseinrichtungen unterstützt wird.

Eine neue Form der Begegnung

Ein weiteres spannendes Element ist die mobile Variante von „In Echt?“, die Schulen und kleinen Museen zur Ausleihe angeboten wird. Johanna Schüller, die Projektleiterin, reiste mit einem Truck durch Brandenburg, um diese VR-Erfahrung an verschiedenen Orten anzubieten. Die Projekte sind nicht nur innovativ, sondern auch entscheidend, um neue Formen des Zuhörens und der Begegnung zu schaffen und die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten.

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Materialien für MapTribute werden ab Herbst 2026 an Schulen erprobt und stehen ab 2027 im Rahmen von Multiplikatorenschulungen einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung. Diese integrativen Ansätze und digitalen Werkzeuge zeigen auf eindrückliche Weise, wie wichtig es ist, jüdische Perspektiven im Bildungsbereich zu verankern und die Geschichte zu bewahren. Weitere Informationen zur Webkarte sind auf der Website der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd verfügbar: ph-gmuend.de.

Insgesamt tragen diese Projekte dazu bei, eine aktive Erinnerungskultur zu fördern und die Lehren der Vergangenheit in die Zukunft zu tragen, um die Gesellschaft für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu sensibilisieren.