In Jeddeloh II wird es eng werden – nicht unbedingt auf dem Platz, sondern vermutlich rund um die Vorfreude. Das Dorf mit rund 1.300 Einwohnern bereitet sich auf den Besuch von Hertha BSC aus Berlin vor. Dort leben rund vier Millionen Menschen. Ein Pokalabend zwischen Dorfclub und Hauptstadt also.

Bürgermeisterin Petra Knetemann erwartet das Spiel mit großer Vorfreude. Auch Trainer Burak Bahar und Sportchef Olaf Blancke hoffen auf den nächsten Coup. In der ersten Runde setzte sich der Regionalligist überraschend deutlich mit 5:2 gegen den Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim durch. In der zweiten Runde wartet nun Hertha – und die Berliner mussten zum Auftakt gegen den 1. FC Saarbrücken sogar ins Elfmeterschießen.

Termin, Stadion und Übertragung

Das Zweitrundenspiel findet am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 18 Uhr im Marschweg-Stadion in Oldenburg statt. Zu sehen ist die Partie exklusiv bei Sky: im Pay-TV bei Sky, im Livestream bei WOW. Eine Übertragung im Free-TV durch ARD, ZDF oder RTL ist nicht vorgesehen.

Sky besitzt die Live-Rechte für Einzelspiele und Konferenzen des DFB-Pokals. Zusammenfassungen und Highlights bieten unter anderem ARD, ZDF, Sportmedien und der kicker an. Der aktuelle Medienrechtevertrag läuft bis zum Ende der Saison 2029/30.

Ein kleines Detail sorgt regelmäßig für Nachfragen: „Jeddeloh II“ bezeichnet den Ortsnamen, das „II“ steht nicht für eine zweite Mannschaft. Offiziell heißt der Verein SSV Jeddeloh II, häufig wird er aber einfach SSV Jeddeloh genannt. Gegen Hertha BSC gab es bislang weder ein Pflicht- noch ein Pokalspiel. Eine direkte Bilanz? Gibt es nicht.

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Ein Wettbewerb mit langer Vorgeschichte

Der heutige DFB-Pokal hat einen Vorgänger: den Tschammerpokal, der 1935 erstmals ausgetragen wurde. Im Juni 1936 wurde der Wettbewerb nach Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten benannt. Vorbild war der englische Pokalwettbewerb mit seinem seit 1872 ausgetragenen Endspiel. Der Pokal sollte als Wanderpokal dauerhaft an einen Verein gehen, der ihn dreimal in Folge oder viermal insgesamt gewinnt.

Am ersten Wettbewerb ab Januar 1935 nahmen mehr als 4.000 Mannschaften teil. Für Vereine aus Gauliga und Bezirksklasse bestand Teilnahmepflicht, für andere Vereine war die Teilnahme freiwillig. Die besten 64 Mannschaften erreichten die Schlussrunde. Der Bezirksligist Berolina Berlin besiegte die Gauligisten SC Victoria Hamburg und Vorwärts-Rasensport Gleiwitz und schied erst im Achtelfinale gegen den FC Hanau 93 aus.

Das erste Finale fand am 8. Dezember 1935 im ausverkauften Düsseldorfer Rheinstadion vor 60.000 Zuschauern statt. Der 1. FC Nürnberg gewann 2:0 gegen den FC Schalke 04. Schalke erreichte auch 1936 und 1937 das Endspiel, gewann im Januar 1938 durch einen Sieg gegen Fortuna Düsseldorf erstmals den Pokal und wurde als erster Verein im selben Jahr deutscher Meister und Pokalsieger.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 wurden österreichische Vereine in den deutschen Spielbetrieb eingegliedert. Rapid Wien gewann am 8. Januar 1939 das letzte Pokalfinale vor dem Zweiten Weltkrieg mit 3:1 gegen den FSV Frankfurt. Weitere Tschammerpokal-Sieger waren der 1. FC Nürnberg 1940, der Dresdner SC 1941 und First Vienna FC 1894 1943. First Vienna besiegte 1943 den Luftwaffen-Sportverein Hamburg mit 3:2 nach Verlängerung. Wegen des Zweiten Weltkriegs fand bis 1953 kein weiteres Pokalfinale statt.

Vom Vereinspokal zum DFB-Pokal

Der DFB führte den Vereinspokal für Westdeutschland 1952 wieder ein. Bis in die 1980er-Jahre war „DFB-Vereinspokal“ gebräuchlich, anschließend setzte sich „DFB-Pokal“ durch. Bis 1964 wurde der frühere Tschammerpokal als Trophäe verwendet; das Hakenkreuz wurde durch eine Platte mit DFB-Symbolik ersetzt. Der erste Nachkriegs-Pokalsieger war Rot-Weiss Essen, das Alemannia Aachen 1953 mit 2:1 besiegte.

Von 1956 bis 1963 wurde der Wettbewerb innerhalb eines Kalenderjahres ausgetragen, seit 1963/64 wieder entsprechend der Fußballsaison. Grund waren Vorgaben der UEFA zur rechtzeitigen Meldung der Pokalsieger für Europapokalwettbewerbe. Zwischen 1952 und 1963 gewannen neun verschiedene Mannschaften den Pokal. Der Karlsruher SC siegte 1955 und 1956, der VfB Stuttgart 1954 und 1958, Bayern München 1957 erstmals. Schwarz-Weiß Essen gewann 1959 überraschend mit 5:2 gegen Borussia Neunkirchen.

Am 26. Dezember 1952 wurde das Achtelfinale zwischen dem FC St. Pauli und Hamborn 07 als erstes Fußballspiel im deutschen Fernsehen live übertragen; Hamborn gewann 4:3. Mit Einführung der Bundesliga 1963 nahmen Bundesligisten automatisch am Pokal teil, und das Endspiel wurde als Saisonabschluss in den Mai oder Juni verlegt.

1965/66 gewann Bayern München als gerade aufgestiegener Bundesligist den Pokal und besiegte Titelverteidiger Borussia Dortmund mit 2:0. Bayern verteidigte den Titel 1967. Nach dem Kölner Sieg 1968 holte Bayern 1969 seinen vierten Titel und wurde alleiniger Rekordpokalsieger. 1970 gewann mit Kickers Offenbach erstmals ein Zweitligist den Pokal, zum Endspiel war der Verein allerdings bereits in die Bundesliga aufgestiegen.

Das Finale 1973 gewann Borussia Mönchengladbach mit 2:1 nach Verlängerung gegen den 1. FC Köln. Günter Netzer wechselte sich selbst ein und erzielte den Siegtreffer. Ab 1974/75 wurde das Teilnehmerfeld auf 128 Mannschaften erweitert; die Landesverbände bestimmten ihre Amateurteilnehmer über Verbandspokale.

In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre prägten Eintracht Frankfurt, der Hamburger SV und der 1. FC Köln den Wettbewerb. Fortuna Düsseldorf gewann 1979 und 1980: zunächst 1:0 nach Verlängerung gegen Hertha BSC, danach 2:1 gegen den 1. FC Köln. 1982/83 wurde das Teilnehmerfeld auf 64 Mannschaften reduziert. Im Finale 1983 standen sich mit dem 1. FC Köln und SC Fortuna Köln erstmals zwei Vereine aus derselben Stadt gegenüber; der 1. FC Köln gewann 1:0.

1984 wurde ein Finale erstmals im Elfmeterschießen entschieden. Bayern München besiegte Borussia Mönchengladbach mit 7:6. Seit 1985 findet das Endspiel jährlich im Berliner Olympiastadion statt. Bayer 05 Uerdingen gewann 1985 mit 2:1 gegen Bayern München, Bayern 1986 mit 5:2 gegen den VfB Stuttgart. 1987 verlor der Zweitligist Stuttgarter Kickers das Finale gegen den Hamburger SV mit 1:3.

Berlin, Überraschungen und Pokalregeln

Die Achtelfinalspiele der Saison 1989/90 wurden am 9. November 1989 ausgetragen; im Laufe des Abends wurde die Berliner Mauer geöffnet. 1990/91 nahmen noch keine Vereine aus dem Gebiet des ehemaligen DDR-Fußballverbands am DFB-Pokal teil. Werder Bremen gewann das Finale 1991 gegen den 1. FC Köln im Elfmeterschießen. Seit 1991/92 nehmen ostdeutsche Vereine am gesamtdeutschen DFB-Pokal teil.

Hannover 96 gewann 1992 als Zweitligist gegen Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen. Zwischen 1992 und 2011 erreichten sieben weitere unterklassige Mannschaften das Finale, nur Hannover 96 gewann. Nach 1997 dominierten Bayern München, Schalke 04 und Werder Bremen; 2007 war der 1. FC Nürnberg der einzige andere Verein dieser Phase mit Pokalsieg.

2011 wurden Ausschreitungen von Dynamo-Dresden-Fans mit einem zunächst verhängten, später aufgehobenen Ausschluss aus dem Pokal 2012/13 sanktioniert. Bei der Partie gegen Borussia Dortmund gab es 17 Verletzte, 15 Festnahmen und 150.000 Euro Sachschaden. 2012 gewann Borussia Dortmund mit 5: