Heute, am 3. Oktober 2026, bleibt an der Uni Würzburg ein bitterer Nachgeschmack: Die Julius-Maximilians-Universität (JMU) hat zwar die Endrunde im Wettbewerb um bis zu fünf zusätzliche Exzellenztitel erreicht, ausgezeichnet wurde sie aber nicht. Damit bleiben die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Technische Universität München die einzigen Exzellenzuniversitäten Bayerns.

JMU-Präsident Paul Pauli nannte das Ergebnis enttäuschend. Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig (Grüne), der zuvor die Konzentration von Aufmerksamkeit, Investitionen und Spitzenforschung auf München kritisiert hatte, sprach nach der Entscheidung von einer gewissen Leere und hängenden Köpfen an der JMU. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) hatte die Würzburger Bewerbung unterstützt und erklärte ebenfalls, er sei enttäuscht. Wettbewerb müsse aber auch bei einer Niederlage akzeptiert werden, sagte Blume. Bayern werde gemeinsam weiterarbeiten, um den Titel künftig zu erringen.

„Empowering for Change“ reicht diesmal nicht

Die 1402 gegründete Universität Würzburg gilt als älteste Universitätsgründung im heutigen Bayern. Ihre Bewerbung trug den Titel „Empowering for Change“. Für die Endrunde musste die JMU mindestens zwei bereits ausgezeichnete Exzellenzcluster vorweisen: Seit 2019 besteht gemeinsam mit der TU Dresden ein Cluster zur Quantenphysik. 2025 kam ein Cluster zur nukleinsäurebasierten Medizin hinzu, an dem auch die beiden Münchner Universitäten beteiligt sind.

Pauli betonte, die JMU könne trotz der Niederlage auf ihre zwei Exzellenzcluster stolz sein und gehöre damit zu den führenden Universitäten des Landes. Der Bewerbungsprozess habe nach Angaben der Universität über Monate Hunderte Beschäftigte eingebunden. Nun will die JMU prüfen, welche Vorhaben auch ohne zusätzliche Exzellenzförderung umgesetzt werden können, und das Feedback des Wissenschaftsrats nutzen.

Die Universität ist kein kleiner Standort: Sie hat mehr als 25.000 Studierende, 4.485 Beschäftigte und 287 Studiengänge. Für den zusätzlichen Titel hat es trotzdem nicht gereicht.

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Fünf neue Titel, Würzburg bleibt außen vor

Neu als Exzellenzuniversitäten ausgezeichnet wurden die Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Verbund aus Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund, die Universität Freiburg, der Verbund der Rhein-Main-Universitäten mit TU Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt und Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie die Universität zu Köln.

Ebenfalls in der Endrunde, aber nicht erfolgreich waren der Verbund der Universitäten Bremen und Oldenburg, der Verbund der Universitäten Gießen und Marburg, die Leibniz Universität Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Die Zahl der Exzellenzstandorte in Deutschland steigt damit auf 15. Bayern verfügt weiterhin über zwei, Baden-Württemberg über vier. Vor der aktuellen Vergabe waren zehn deutsche Universitäten und ein Berliner Universitätsverbund exzellent ausgezeichnet. Zu den bisherigen Exzellenzstandorten zählen unter anderem die beiden Münchner Universitäten, RWTH Aachen, Universität Bonn, TU Dresden, Universität Hamburg und ein Verbund aus drei Berliner Universitäten. In Baden-Württemberg waren Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie, Tübingen und Konstanz ausgezeichnet.

Alle bisherigen Exzellenzuniversitäten mussten sich erneut bewerben. Nur die Universität Konstanz verlor ihren Titel; die übrigen bisherigen Titelträger, darunter LMU München und TU München, behalten ihren Status.

Ein Wettbewerb mit langem Atem

Neue Exzellenztitel werden im Siebenjahresrhythmus vergeben. Für den Förderzeitraum 2027 bis 2033 können ausgezeichnete Einzeluniversitäten jährlich bis zu 15 Millionen Euro zusätzliche Mittel erhalten. Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern soll Universitäten stärken, ihre Profile fördern und Kooperationen im Wissenschaftssystem unterstützen.

Sie ist das wichtigste Bund-Länder-Programm zur Förderung universitärer Spitzenforschung. Bund und Länder beschlossen 2016 die dauerhafte Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative, um den deutschen Wissenschaftsstandort international zu stärken, seine Sichtbarkeit zu erhöhen, wissenschaftliche Spitzenleistungen zu ermöglichen, Universitätsprofile zu schärfen sowie Vernetzung und Kooperation zu fördern. Die Strategie verbindet Spitzenforschungsförderung mit langfristigen, strategischen Investitionen in das Hochschulsystem und baut auf der Exzellenzinitiative 2007–2017 auf.

Eine Evaluation im März 2026 ergab, dass die bestehenden Exzellenzuniversitäten ihre internationale Sichtbarkeit in der Spitzenforschung steigerten. Sie erzielten Fortschritte in der angewandten Forschung und beim Transfer in die Praxis, entwickelten sich bei Personal, Lehre, Gleichstellung und Vielfalt weiter und setzten Impulse über die einzelnen Universitäten hinaus.

Exzellenzcluster fördern international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an Universitäten oder Universitätsverbünden, auch fachübergreifend. Sie ermöglichen gemeinsame Forschung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Ausbildung wissenschaftlicher Nachwuchskräfte und die Rekrutierung internationaler Spitzenkräfte. Universitäten mit Exzellenzclustern können eine Universitätspauschale zur Stärkung ihrer Organisation und strategischen Ausrichtung beantragen. Cluster werden sieben Jahre gefördert; eine zweite siebenjährige Förderperiode ist möglich. Die Förderlinie wird alle sieben Jahre ausgeschrieben.

Die Förderlinie für Exzellenzuniversitäten stärkt Universitäten oder Universitätsverbünde als Institutionen und soll ihre internationale Spitzenstellung in der Forschung ausbauen. Einzeluniversitäten müssen an mindestens zwei Exzellenzclustern beteiligt sein, Universitätsverbünde an mindestens drei. Exzellenzuniversitäten werden dauerhaft gefördert, müssen aber alle sieben Jahre evaluiert werden und die Fördervoraussetzungen weiterhin erfüllen.

Wer über die Anträge entscheidet

Das Exzellenzgremium besteht aus 39 Wissenschaftsexperten sowie den zuständigen Wissenschaftsministerinnen und -ministern von Bund und Ländern. In der offiziellen Struktur entscheiden über Antragsskizzen und Anträge das Committee of Experts und die Exzellenzkommission.

Das Committee of Experts besteht aus 39 ausgewiesenen Forschenden aus verschiedenen Wissenschaftsgebieten und repräsentiert das gesamte Disziplinenspektrum. Seine Mitglieder verfügen außerdem über langjährige Erfahrungen unter anderem im Ausland, im Hochschulmanagement, in der Lehre oder in der Wirtschaft. Der oder die Vorsitzende des Wissenschaftsrats sowie der Präsident oder die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gehören dem Committee of Experts ohne Stimmrecht an und führen den Vorsitz.

Das Committee legt Förderbedingungen fest, bewertet Skizzen und Anträge auf Grundlage fachwissenschaftlicher Begutachtungen, gibt Förderempfehlungen an die Exzellenzkommission ab, entscheidet darüber, welche Skizzen zur Antragstellung berechtigen, und bewertet die Ergebnisse der Evaluation der Exzellenzuniversitäten. Die Exzellenzkommission setzt sich aus dem Committee of Experts sowie den für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder zusammen. Sie entscheidet auf Grundlage der Empfehlungen des Committee of Experts über die Förderung von Exzellenzclustern und Exzellenzuniversitäten. Weitere Informationen bietet die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz auf ihrer Webseite zur Exzellenzstrategie.

DFG und Wissenschaftsrat führen die wissenschaftlichen Auswahlverfahren im Auftrag von Bund und Ländern durch. Die DFG ist für Exzellenzcluster zuständig, der Wissenschaftsrat für Exzellenzuniversitäten. Förderentscheidungen beruhen ausschließlich auf wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahren und wissenschaftlicher Qualität. International anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewerten Anträge und Selbstberichte, anschließend entscheidet die Exzellenzkommission über die Förderung. Sie besteht aus 39 Expertinnen und Experten aller Wissenschaftsbereiche sowie den zuständigen Bundes- und Landesministerinnen und -ministern; die Wissenschaft verfügt über die Stimmenmehrheit.

Die Strategie steht Vorhaben aller Disziplinen sowie wissenschaftsbereichsübergreifenden Clustern offen. Das Expertengremium verfügt über inter- und transdisziplinäre Expertise, bei der Begutachtung werden die besonderen Anforderungen interdisziplinärer Anträge berücksichtigt.

747 Millionen Euro ab 2027

Am 2. Oktober 2026 beschloss die Exzellenzkommission die Förderung von fünf weiteren Exzellenzstandorten. Diese kommen zu den zehn bestehenden Exzellenzuniversitäten hinzu, die im Frühjahr 2026 positiv evaluiert wurden. Bereits am 22. Mai 2025 hatte die Kommission die Förderung von 70 Exzellenzclustern ab 2026 beschlossen.

Ab 1. Januar 2027 stellen Bund und Länder jährlich 747 Millionen Euro bereit: 539 Millionen Euro für Exzellenzcluster und 208 Millionen Euro für Exzellenzuniversitäten und -verbünde. Die Finanzierung erfolgt zu 75 Prozent durch den Bund