Junge Forscher im Austausch: 75 Jahre Lindauer Nobelpreisträgertagung!
Tim Seifert, ein engagierter wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Physik der Technischen Universität Braunschweig, wurde kürzlich für die prestigeträchtige Nobelpreisträgertagung in Lindau ausgewählt. Diese tagt vom 28. Juni bis 3. Juli 2026 und bietet eine Plattform für über 70 Nobelpreisträger*innen sowie mehr als 600 Nachwuchswissenschaftler*innen aus der ganzen Welt, um wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen und zu diskutieren. Seifert wurde von Prof. Uta Schlickum, der Leiterin seiner Arbeitsgruppe „Nanoskopische Systeme“, für seine Nominierung vorgeschlagen und hat erfolgreich am Auswahlverfahren teilgenommen.
In einem ersten Statement teilte Seifert mit, dass er sich besonders auf die inspirierenden Gespräche und den Austausch mit führenden Forschern freue. Die interdisziplinäre Ausrichtung der Tagung ist für ihn von großer Bedeutung, da seine eigene Forschung Physik, Chemie, Biologie und Informatik verknüpft. Besonders interessiert ist Seifert an einem Dialog mit Geoffrey Hinton und John M. Jumper, die beide auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz forschen.
Forschung im Fokus
Seifert arbeitet an der Verbesserung und Vereinfachung der Auswertung von Daten aus Rastertunnelmikroskopen. Mittels Methoden des Maschinellen Lernens zielt seine Dissertation darauf ab, die atomare Struktur biologischer Systeme wie Zucker- oder Peptidmolekülen präzise zu bestimmen. Darüber hinaus kooperiert er mit namhaften Institutionen wie dem Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und der University of Oxford, um seine Forschung weiter voranzutreiben.
Sein Forschungsergebnis wird im Rahmen des „Next Gen Science“-Formats präsentiert, das dafür vorgesehen ist, innovative Ansätze und Perspektiven junger Wissenschaftler einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Nobelpreisträgertagungen, die seit 1951 stattfinden, spielen eine wesentliche Rolle in der Förderung des Austauschs zwischen Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Generationen. Alle fünf Jahre erfolgt eine interdisziplinäre Tagung in den Naturwissenschaften, die die Themen Medizin, Chemie und Physik miteinander verbindet.
Feierliches Jubiläum
Die 75. Nobelpreisträgertagung ist ein ganz besonderes Ereignis dieses Jahr, da sie ihr 75-jähriges Bestehen feiert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Eröffnungsrede am 28. Juni halten und das Motto der Tagung lautet „bilden, inspirieren, vernetzen“. Die Veranstaltung wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt und fördert die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit sowie den grenzüberschreitenden Austausch.
Parallel zur Tagung findet eine Konferenz der deutschen Wissenschaftsminister auf einem Schiff statt, in der die Minister über wichtige Themen diskutieren, darunter das Innovationsfreiheitsgesetz, das bürokratische Hürden in der Forschungsförderung reduzieren soll. Ein weiterer Aspekt der Tagung sind die hochaktuellen Themen wie die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der chemischen Forschung sowie Konzepte zur kreislauffähigen Chemie für eine nachhaltige Zukunft.
Insgesamt werden etwa 600 junge Wissenschaftler und mehr als 70 Nobelpreisträger in Lindau erwartet, was die Tagung zu einem bedeutenden Forum für globale wissenschaftliche Debatten macht. In den vergangenen Jahren haben über 35.000 Studierende und Doktoranden von den Lindauer Tagungen profitiert, die auch Bildungssäulen und eine Online-Mediathek mit Unterrichtsmaterialien anbieten.
Mit dem Jubiläum und der diesjährigen Tagung wird erneut unterstrichen, wie wichtig die Verbindung von verschiedenen Disziplinen und Generationen in der Wissenschaft ist, um kommende Herausforderungen zu bewältigen und Innovationskraft zu entfalten.
