KI-Agenten zwischen Autonomie und Kontrolle: Governance für den produktiven Einsatz
Wenn KI-Agenten künftig eigenständig durch Unternehmenssysteme ziehen, Daten abrufen, Entscheidungen treffen und Aktionen auslösen, stellt sich eine ziemlich unbequeme Frage: Wer hält sie auf, wenn etwas aus dem Ruder läuft? KI-Forscher warnen vor einem möglichen Kontrollverlust. Auch Führungskräfte großer KI-Konzerne sorgen sich, dass sich die Technologie schneller entwickelt als geplant.
Sam Altman, CEO von OpenAI, und weitere Chefs von KI-Unternehmen sprachen deshalb vor dem UN-Sicherheitsrat über die Risiken der KI-Technologie. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob eine beschleunigte Entwicklung gefährlich werden könnte – und welche Empfehlungen Fachleute daraus ableiten. Der Bericht von Rebekka Wiese wurde am 27.09.2026 um 11:17 Uhr in Berlin veröffentlicht. Heute, am 27.09.2026, ist das Thema auch an der RWTH Aachen kaum zu übersehen.
Zwischen Pilotprojekt und produktivem Einsatz
Eine passende Gelegenheit, die technische Seite dieser Debatte zu vertiefen, bietet der Graphwise AI Summit 2026. Die kostenlose Online-Veranstaltung findet am 7.–8. Oktober 2026 über Zoom statt. Sie richtet sich an Führungskräfte aus Unternehmen und technische Fachleute und widmet sich Governance, Architekturentscheidungen sowie Umsetzungserfahrungen beim Übergang von KI-Pilotprojekten in den produktiven Betrieb.
Die Sessions laufen von 16:00–21:00 Uhr MESZ (Wien), also von 07:00–12:00 Uhr PDT (San Francisco) und 10:00–15:00 Uhr EDT (New York). Zwei Abende, viele Namen, ziemlich viel Stoff. Der erste Tag steht unter dem Titel „Where ROI meets trust“, der zweite unter „Infrastructure & Implementation“.
Am Mittwoch, 7. Oktober 2026, beginnt das Programm um 16:00 mit der Eröffnungs-Keynote und Fragerunde von Atanas Kiryakov, President, Graphwise. Von 16:30–17:00 sprechen Monica Fulvio von ASHA sowie Kathleen Gollner und Ben Kass von Enterprise Knowledge über „Semantic Backbone: Driving Strategic Business Outcomes Through a Centralized Content Catalog“. Danach folgen Andreas Blumauer und Helmut Nagy von Graphwise mit „The Business Case for a Semantic Backbone: From AI Investment to Measurable Returns“.
Im Panel „Stop Chasing Tools: Building an AI Business Case in a Chaotic Market“ diskutieren von 17:30–18:00 Toni Ressaire von Altuent, Leslie Farinella von Content Rules und Ben White von Graphwise. Moderiert wird die Runde von Todd Blaschka, Graphwise. Nach einer Networking-Pause von 18:00–18:20 geht es mit Martin Romacker von Roche um „Harmonizing Centralized and Federated Governance: How to Build FAIR Minimal Viable Ontologies“.
Von 18:50–19:20 folgen Manish Bachhania und Derek Rodriguez von Accenture mit „Delivering Context for Agentic AI for Corporate Reinvention“. Barbara Dombrowski von EY stellt anschließend „Content as a Service: EY’s Playbook for Knowledge ROI“ vor, moderiert von Rick Crane, Graphwise. Das Panel „Connected by data: how knowledge graphs drive interoperability and ROI in mobility and transportation“ bringt Ghislain Atemezing von ERA und Burkhard Kresser von Doppelmayr zusammen; Clemens Burmeister von Graphwise moderiert. Der Rückblick auf Tag 1 und die Vorschau auf Tag 2 schließen den Abend von 20:30–21:00 mit Alan Morrison und Todd Blaschka ab.
Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, eröffnet Andreas Blumauer von Graphwise den zweiten Tag mit „AI-Driven Orchestration (AIDO): The Next Paradigm Shift Towards a Self-Reflective Semantic Backbone“. Michael Iantosca von Avalara spricht danach über „AI and the Future of Technical Documentation: From LLMs to Fully Agentive Workflows“.
Das Energie-Panel „How can semantic KGs help solve data challenges of the energy sector?“ versammelt Johan Wilhelm Klüwer von DNV Energy Systems, Antun Kraljevic von AI Technologies und Andreas Kimsas von Statnett; Nikolay Krustev von Graphwise moderiert. Ben Gardner von AstraZeneca widmet sich der „Data Governance of a Semantic Data Layer“.
Nach der zweiten Networking-Pause von 18:00–18:20 stellt Vassil Momtchev von Graphwise „All-in-one semantic backbone connecting enterprise data with AI agents“ und „Graphwise Platform Pulse #2“ vor. Gianluca Generali von BitBang erklärt anschließend „From Ontologies to GraphRAG: Building Enterprise Knowledge Graphs for Real-World Use Cases“. Es folgen Agis Papantoniou von Cognizone mit „How Do You Know? Building Data Your AI Can Be Trusted With“ und Szymon Klarman von S&P Global mit „Want to talk to your data? Tell me about it: Making Data AI-Ready Through Semantic Annotation“. Von 20:20–21:00 beschließen Alan Morrison und Todd Blaschka den Summit mit Fragerunde und Schlussbemerkungen.
Wer hinter den Programmpunkten steht
Atanas Kiryakov ist President von Graphwise sowie Gründer und CEO von Ontotext. Andreas Blumauer arbeitet als Senior Vice President of Growth bei Graphwise, Helmut Nagy als VP Sales Enablement. Barbara Dombrowski ist Adobe Platform Lead und Director bei EY, Agis Papantoniou VP Business Development bei Cognizone.
Kathleen Gollner ist Taxonomy Consultant bei Enterprise Knowledge, Ben Kass Technical Consultant für Taxonomie und Ontologie dort. Monica Fulvio arbeitet als Taxonomistin und Ontologin bei ASHA. Martin Romacker ist Principal Data Governance and Semantics Expert bei Roche, Toni Ressaire Director of Innovation bei Altuent.
Bei Accenture sind Manish Bachhania Senior Architect und Derek Rodriguez Knowledge Engineering Practice Lead. Burkhard Kresser ist Head of Corporate IT Infrastructure and Operations bei Doppelmayr. Szymon Klarman arbeitet als Senior Director, Knowledge Engineering, bei S&P Global.
Todd Blaschka ist Senior Executive bei Graphwise, Alan Morrison Consultant, Speaker, Blogger und Podcast-Host. Michael Iantosca ist Senior Director of Content Platform bei Avalara, Rick Crane Senior Vice President of Revenue bei Graphwise, Leslie Farinella President von Content Rules.
Nikolay Krustev ist Sales Director für Industrie und Energie bei Graphwise, Ben Gardner R&D Lead für Data Mesh und Semantic Infrastructure bei AstraZeneca. Vassil Momtchev ist Senior Vice President Product & Technology, Clemens Burmeister Regional Sales Director und Ben White Product Manager bei Graphwise.
Ghislain Atemezing arbeitet als Project Officer bei ERA, Antun Kraljevic als Technical Director bei AI Technologies, Johan Wilhelm Klüwer als Senior Principal Specialist bei DNV Energy Systems, Andreas Kimsas als Senior IT Architect bei Statnett und Gianluca Generali als Innovation Manager bei BitBang.
Was Unternehmen vor dem Start klären müssen
KI-Agents greifen auf Daten zu, treffen Entscheidungen und führen Aktionen in mehreren Geschäftssystemen aus. Gerade weil ihnen Autorität übertragen wird, entstehen Organisationsrisiken, die klassische Software so nicht kennt. Microsoft empfiehlt deshalb eine zentrale, durchsetzbare Governance- und Sicherheitsbaseline für alle Agents – abgestimmt auf bestehende Identitäts-, Daten- und Sicherheitspraktiken. Für jeden Agenten sollen Mindestanforderungen feststehen, bevor er eingesetzt wird.
Am Anfang stehen Regeln für verantwortungsvolle KI: akzeptable Nutzung, Fairness, Transparenz und Rechenschaftspflicht. Governance- und Sicherheitsrichtlinien sollen darauf aufbauen, diese Vorgaben aber weder doppeln noch ihnen widersprechen. Praktisch geht es außerdem um Verantwortlichkeiten, Identitäten, Lebenszyklusverwaltung und Beobachtbarkeit, um Datenzugriff, -verarbeitung, -speicherung und -aufbewahrung sowie um Bedrohungsschutz und die Integration in bestehende Sicherheitsprozesse.
Auch genehmigte Entwicklungsframeworks, Protokolle und Integrationsmuster gehören in die Standards. Die Regeln sollen an vorhandene Azure-Governancestrukturen angeglichen werden, damit sie durchsetzbar, auditierbar und skalierbar bleiben. Das Framework umfasst vier Ebenen: Data Governance und Compliance mit Microsoft Purview Compliance Manager, Purview APIs, Copilot-Studio-Governance und Speicherortkontrollen; Agent Observability mit Microsoft Agent 365, Defender for Cloud, Azure Log Analytics, Application Insights und Cost Management; Agent-Sicherheit mit Defender for Cloud AI-Bedrohungsschutz, Foundry-Inhaltssicherheit, AI Red Teaming Agent, Azure RBAC und Microsoft Sentinel; sowie Agent-Entwicklung mit Microsoft Agent Framework, Foundry SDK, MCP und A2A.
Jeder Agent soll auffindbar, geregelt und sicher sein. Führungskräfte müssen wissen, welche Agents existieren, wer für sie verantwortlich ist, auf welche Daten sie zugreifen und wie bei Richtlinienverstößen eingegriffen werden kann.
